29.09.2014 von Kommentare: 7

Wie du passende Bilder für deinen Blog (und Social Media) findest

Blog-Bilder finden in Stockarchiven

Nach dem Was und dem Warum kommt das Wo.

Wo finde ich gute Bilder, um meinen Content zu visualisieren?

Diese Frage haben wir uns alle schon gestellt, richtig?

Bilder sind quasi ein Muss im Online-Marketing, aber nicht jedes Unternehmen hat – und wir Solo-Blog-Online-Unternehmer sowieso nicht – die notwendigen Ressourcen oder das Know-how um visuelle Content-Formate inhouse zu produzieren. Es muss also „zugekauft“ oder auf kostenlose Fotoarchive ausgewichen werden. Eine kleine Auswahl solcher Archive habe ich in diesem Beitrag vorbereitet, viel wichtiger ist mir jedoch die Erklärung der Creative Commons Lizenzen und der damit einhergehenden Nutzungsrechte, denn einige meiner Leser fühlen sich im Umgang mit kostenlosen Bildern noch nicht wirklich sicher.

Eines schon vorweg: es gibt immer einen Haken!

 

 

Die Checkliste aus dem letzten Beitrag hat hoffentlich die allgemeine rechtliche Situation im Umgang mit Bildern ausreichend – wenn auch nicht unbedingt zufriedenstellend, denn 100% Sicherheit gibt es eben nicht ohne Absicherung – aufgeklärt. Ich möchte daher gleich zu den Creative Commons Lizenzen übergehen, auf die sich so viele von uns Bloggern im Alltag verlassen.

An dieser Stelle auch nochmals ein Danke an alle Leser und Teilnehmer der Buchverlosung, die durch die Äußerung ihrer rechtlichen Bedenken in Bezug auf Bilder ausschlaggebende Anreize für diese Artikelserie geliefert haben!

 

Nachfolgend ein Überblick, die vollständigen Nutzungsbedingungen musst du allerdings schon selbst lesen ;-)

 

Die verschiedenen Creative Commons Lizenzmodelle

Um Bildrechte einfacher kommunizieren zu können wurden das Creative Commons (kurz CC) System erschaffen. Es besteht aus folgenden Lizenzen:

  • CC BY: Ausgelegt auf die maximale Verbreitung erlaubt diese Lizenz jede Form der Nutzung (auch kommerziell) unter namentlicher Nennung des Urhebers – daher der englische Zusatz BY (übersetzt von). Weiter ist ein Link zur Lizenz erforderlich sowie eine Kennzeichnung bei Änderung. Diese Anforderungen gelten auch für alle folgenden Lizenzen.

  • CC BY-SA: Das „Wikipedia“-Modell erlaubt ebenfalls jede Form der Nutzung unter namentlicher Nennung, zwingt den Nutzer jedoch zur Weitergabe seines eigenen Werks unter denselben Bedingungen (der Zusatz SA steht für „Share Alike“, also übersetzt genauso teilen). Wenn ich in meinem Blog ein Bild unter dieser Lizenz nutze, dann aber noch den Titel meines Blogartikels drüberlege und mein Logo platziere, dann darf jeder auch dieses Bild nutzen.

    Spannend  während bei diesem Beispiel die Frage, inwieweit andere dann auch mein Logo nutzen dürfen, das habe ich Stand heute leider nicht in Erfahrung bringen können.

  • CC BY-ND: Das ND steht für „No Derivatives“ und bedeutet, dass ich über das Werk frei verfügen, es aber nicht bearbeiten/verändern darf und ist für uns Blogger daher nur selten von Interesse, wir wollen schließlich unsere Bilder individualisieren!

  • CC BY-NC: Die vierte Lizenz beschränkt die Nutzung auf nicht-kommerzielle Zwecke (NC steht für „Non Commercial“) und damit für uns Blogger quasi uninteressant, da Blogs fast immer einem kommerziellen Zweck dienen, wenn auch keiner finanziellen Gewinnabsicht.

  • CC BY-NC-SA und CC BY-NC-ND: Unschwer zu erkennen sind dies Mischformen aus den vorangegangenen Modellen, wobei letztere die restriktivste ist, da sie nur die nicht-kommerzielle Nutzung gestattet.

  • Zu guter Letzt die Public Domain oder CC0-Lizenz: Wer seine Werke unter dieser Lizenz anbietet verzichtet auf sämtliche Rechte („No Rights Reserved“). Der Nutzer darf diese Werke also frei verwenden.

 

Über die Creative Commons Search findest du entsprechend lizenzierte Bilder, der Suchaufwand und die Qualität der Resultate stehen jedoch nicht immer in einem guten Verhältnis. Eine bessere Anlaufstelle sind möglicherweise diese Fotoarchive:

 

Kostenlose Bilder aus Stockarchiven

  • Gratisography – Hier stellt eine einzige Fotografin ihre Bilder unter der CC0-Lizenz zur freien Verfügung. Klar Vorteil von dieser Plattform: wir kennen der Urheber!

  • Unsplash – Alle 10 Tage findest du hier 10 neue, hochauflösende Fotos unter der CC0-Lizenz.

  • Little Visuals – Alle 7 Tage erhältst du 7 hochauflösende Bilder unter der CC0-Lizenz, als Download oder per Mail.

  • Picjumbo – Kostenlose Bilder für den privaten und kommerziellen Gebrauch.

  • Pexels – Eine mittels Hastags kuratierte Bildsammlung unter der CC0-Lizenz.

  • IM Creator – Hier findest du thematisch kuratierte Bildsammlungen von unterschiedlichen Plattformen und unter unterschiedlichen Lizenzen – perfekt für jeden der auf der Suche nach einem bestimmten Bild ist, eine genaue Überprüfung der jeweiligen Lizenz ist aber zwingend notwendig!

 

Hochwertige Bilder müssen nicht immer teuer sein, aber bei völlig kostenlosen Bildern muss es doch einen Haken geben. Oder?

 

Rechtliche Risiken bei Bildern aus Stockarchiven

Ja, den Haken gibt es tatsächlich!

Absolut risikofrei sind solche kostenlosen Bildarchive schon deswegen nicht, da wir den Ursprung der Bilder nur in den seltensten Fällen nachvollziehen können, wir müssen also dem Betreiber des Archivs vertrauen. Doch einen „Schutz des guten Glaubens für Bildnutzer“ gibt es nicht, wie es Thomas Schwenke so schön in seinem Blog zum Thema formuliert.

Anders ist das bei kostenpflichtigen Bildarchiven, die meist für die Rechtmäßigkeit der angebotenen Bilder gewährleisten und im Falle einer Abmahnung deine Kosten erstatten müssen.

Zudem kommt es, wie schon im vorherigen Beitrag dieser Serie erwähnt, nicht nur auf das Urheberrecht an, sondern auch auf die Rechte am Motiv. Sobald fragliche Motive wie Marken, Kunst oder Personen abgebildet sind ist ohnehin eine genauere Betrachtung erforderlich.

 

Und zu guter Letzt wäre da noch die Verwendung von Stockphotos in sozialen Medien. Wir Blogger nutzen Bilder vielleicht nur auf unserer Webseite, aber unsere Leser teilen Blogartikel gerne mit einer Bildvorschau.

Bei CC-Lizenzen (ausgenommen CC0) ist die Nutzung in sozialen Medien nicht erlaubt, da sich Plattformbetreiber wie Facebook & Co. sämtliche Nutzungsrechte einräumen lassen (sogenannte „IP-Lizenz“). Da wir durch die Creative Commons jedoch selbst nur Nutzungsrechte haben, dürfen wir keine Rechte übertragen. Die Nutzung auf sozialen Plattformen stellt also einen Verstoß gegen die Lizenzbedingungen dar. Dadurch verlieren wir selbst unsere Nutzungslizenz und das wiederrum führt zu einem abmahnbaren Urheberrechtsverstoß (da wir ein Bild quasi ohne Erlaubnis verwendet haben).

 

Unterm Strich ist also das Einholen des Einverständnisses des Urhebers – neben der Eigenproduktion – immer der sicherste Weg. Alternativ würde ich fast schon die Nutzung (kostenpflichtiger) Bildarchive empfehlen, die eine Gewährleistung für ihre Bilder übernehmen. Ein gutes Beispiel hierfür ist ClipDealer mit ihrer speziellen Social Media Lizenz.

 

Wie sind deine Erfahrungen mit Bildern aus Stockarchiven? Auf welche Datenbanken greifst du am liebsten zurück und kennzeichnest du auch freie Bilder?

Hat dir der Beitrag gefallen? Bewerte Ihn!
4/5 Sterne
Möchtest du mich unterstützen? via PayPal spenden
Wie du passende Bilder für deinen Blog (und Social Media) findest 4 5 4

Gefällt dir was du liest?

Melde dich für meinen Newsletter an und erhalte alle neuen Beiträge per Mail. Dazu schenke ich dir mein E-Book zu Content Design plus ein ganzes Kapitel aus meinem Buch Blog Boosting mit knapp 100 Seiten!

Kommentare

Kommentator

Kommentar von Thomas

Sehr interessanter Beitrag, der genau dieses Problem auf den Punkt bringt. Ich denke mittlerweile, das Eigenproduktion oder die direkte schriftliche Genehmigung mit enthaltenen Bild die beste ist.

Mir ist es nicht bloß einmal passiert, das ich abgemahnt wurde, obwohl diese Bilder als freie Bilder in einer entsprechenden Community angeboten wurden. Der Sachverhalt war damals so, das diese Bilder-Tauscharchive die freie Nutzung ausgesprochen haben. Allerdings gab es den ein oder anderen Bildautor, der zu späterer Zeit diesen Portalen den Rücken gekehrt hat und seinen Account dort gelöscht hat.

Genau diese Bilder hat er dann auf kostenpflichtigen Bildarchiven zum kauf angeboten. Es kam wie es kommen musste, nach einiger Zeit haben genau diese Agenturen dann die Nutzer, die das Bild aus dem alten Community Archiv hatten abgemahnt.

Und wie sollte es auch sein,, ich hatte mir die Lizenz nicht ausgedruckt und in meiner Community Oberfläche waren sie bei meinen Lizenzen auch verschwunden. Das ganze war ein Zeitraum von ca. 5 Jahren.

Darum meine Empfehlung, erworbene Lizenzen ausdrucken und abheften. Vor allem drauf achten, das man das "Korpus Delikti" auch als Bild mit auf dem Ausdruck hat, oder dieses mit abheftet.

Robert Weller

Antwort von Robert Weller

Hi Thomas, hab Dank für dein Feedback und das Praxisbeispiel. Da sieht man mal wie wichtig die Dokumentation ist.

Darf ich frage  wie hoch die Mahngebühr war? Drei- oder schon vierstellig? Und hast du versucht dich zu "währen" - z.B. mit anderen Community-Mitgliedern - oder warst du chancenlos?

Gruß, Robert

Kommentator

Kommentar von Dani Schenker

Danke für den Tipp mit ClipDealer und deren "Social Media Lizenz". Das ist etwas was ich mich schon seit geraumer Zeit frage. Denn meiner Meinung nach könnten wohl tausende von Leuten und auch Unternehmen abgemahnt werden, genau wegen diesem Problem.

Werde mich dort gleich mal etwas genauer umsehen, ob die Bilddatenbank etwa das bietet, was ich brauche ;-)

Robert Weller

Antwort von Robert Weller

Ich bin sicher du wirst etwas finden :-)

Genau da liegt  auch ein anderes Problem: keine Plattform hat ALLE Bilder die wir suchen, sondern immer nur einen Teil. Wir müssen uns also quasi mehrerer bedienen...

Kommentator

Kommentar von Claudia Dieterle

Ein aktuelles Thema. Ich fotografiere gerne und bearbeite die Bilder in einem Foto & Grafik Designer, in dem ich auch Grafiken erstelle.
Deshalb muss ich mir da keine Gedanken machen.

Robert Weller

Antwort von Robert Weller

Sehr gute Kombi, Claudia, da werd ich neidisch! Fotografieren hab ich nicht gelernt... Welchen Foto-Designer nutzt du denn?

Kommentator

Kommentar von Sigrid Jo Gruner

Sehr erhellend! Danke!

Der Weg über kostenpflichtige Bilddatenbanken ist offenbar immer noch der sicherste, oder? (Wenn auch der teuerste) - Eigenproduktion ist oft rührend-dilettantisch, kommt aber nicht selten authentischer rüber. Scribbeln oder Comics - falls man über ein entsprechendes Talent verfügt - wären Alternativen.

Gruß, Jo Gruner

Robert Weller

Antwort von Robert Weller

Hallo Jo, Einkaufen ist tatsächlich sicherer, da dich über schriftliche Lizenzverträge absichern kannst (also unbedingt abheften).

Zeichnungen sind tatsächlich eine gute Alternative, die müsste ich glatt noch mitaufnehmen, danke! :-)

Kommentator

Kommentar von Andreas Quinkert

Alles in allem ist mir das (noch) zu zeitaufwänfig. Deswegen verwende ich in meinem kleinen PR-Blog nur diese albernen, aber kostenlosen Human Pictos. Ist mittlerweile zum Markenzeichen geworden. Auch gut.

Robert Weller

Antwort von Robert Weller

Branding ist einer der Hauptzwecke des visuellen Marketings. Wenn du mit wenig Aufwand etwas dafür tun kannst ist das doch super!

Woher stammen denn die Pictos? Machst du die selbst oder hast du ein komplettes Set gekauft?

Kommentator

Kommentar von Dag-Henry

Hi,

ich bin ebenfalls im Online-Marketing zuhause, der Artikel hilft wirklich unter anderem einen Überblick über die verschiedenen Creative Commons Lizenzmodelle zu erhalten.
Mein Problem war bis vor kurzem Bilder zu finden, die zu meinem Thema passen. Dabei bin ich auf einen Blog gestoßen der ein zwei Techniken aufzeigt, die eine Bildersuche einfacherer machen. Vielleicht ist das ja eine gute Ergänzung zum bereits existierenden Problem: http://www.quickslide-powerpoint.com/de/blog/gut-gefunden-suchstrategien-fur-bilddatenbanken

Gruß
Dag-Henry

Robert Weller

Antwort von Robert Weller

Hi,

danke für die Ergänzung, die passt sehr gut. Die passenden Suchbegriffe verkürzen im Idealfall den Rechercheaufwand. Wobei hier zu betonen ist, dass die Bildsuche über Google & Co. keine Ergebnisse im Sinne von frei verwendbaren Bildern liefert, sondern nur Ideen und Anregungen. 

Viele Grüße,
Robert

Kommentator

Kommentar von Josefine

Hi,

Wie steht's denn eigentlich mit Collagen, die man bei http://www.polyvore.com erstellt? Kann ich die rechtlich sicher auf Blogs oder in einem Ebook verwenden? Man sieht ja viele davon bei Pinterest.

LG, Josefine

Robert Weller

Antwort von Robert Weller

Hallo Josefine,

ich bin kein Jurist, aber auf den ersten Blick würde ich sagen das ist rein rechtlich nicht ganz sauber. Oder zumindest eine Grauzone solange du die Produkte selbst bewirbst anstatt die Bilder für andere Zwecke zu nutzen. Kenne die Plattform allerdings nicht, müsst ich mir mal genauer anschauen - speziell die AGB und sowas. Hängt denke ich auch maßgeblich davon ab, wo die einzelnen Bilder für die Collagen herkommen.

Hoffe diese erste Einschätzung reicht, schreib mir gern nochmal, wenn nicht ;-)

LG, Robert

Schreibe deinen Kommentar

Du willst deinen Text formatieren oder einen Link platzieren? Kein Problem, du findest eine Anleitung hierzu in den Kommentarrichtlinien.