23.03.2015 von Kommentare: 8

Content Design als Erfolgsfaktor: Der erste Eindruck zählt!

Content Design als Erfolgsfaktor im Marketing

Nein, ich will diese Diskussion nicht hier im Blog haben, wir sind uns einig: Content ist King. Aber über die Frau zerbrechen sich viele noch immer den Kopf (ich sehe gedanklich gerade viele Männer nicken…).

Spielst du zufällig Schach? Die Königin ist die vielseitigste Figur auf dem Brett. Der König regiert, aber die Königin beherrscht in gewisser Weise das Geschehen, weil sie so flexibel ist. Content ist die Grundlage, den Erfolg beeinflusst aber maßgeblich etwas anderes. Aber was? Wer ist die Queen? Kontext? Beziehungen? Distribution? Oder das Marketing, wie es Gary Vaynerchuck damals auf der Blog World Expo vorschlug?

Nein, ich glaube sie sind es alle nicht. Ich habe eine andere Theorie…

 

Bitte verurteilt mich nicht für den folgenden Gedankengang, aber mit einer Königin assoziiere ich weibliche Ästhetik. Schönheit. Eleganz. Sie ist der erste Eindruck.

 

Content und Design – Ein royales und unzertrennliches Traumpaar

Content Design – das ist meine Antwort auf die Frage, was den Erfolg von Content Marketing ausmacht. Wie viel Zeit haben wir, um Leser von unseren Inhalten zu überzeugen? Eine  zehntel Sekunde? In dieser Zeit liest niemand, sondern schaut. Ein idealer Zeitpunkt um Jordan Kasteler, der u.a. für Seach Engine Land schreibt, zu zitieren (eine Übersetzung findest du unten):

“Your content presentation is the clinching factor that holds an audience’s attention long enough for you to grab them with your actual content. It doesn’t matter how mind-blowingly original or well-crafted your content is: If your audience doesn’t stick around to consume it, why bother creating it? Why tell a consumer about your brand when you can show them?”

 

Ich will hierdurch aber nicht nur die Bedeutung visuellen Contents betonen, vielmehr sind es die inneren Werte die zählen – wie im echten Leben auch. Dabei reicht es fast schon aus, dass wir uns die Definition von „Design“ bei Wikipedia ansehen:

“A specification of an object, manifested by an agent, intended to accomplish goals, in a particular environment, using a set of primitive components, satisfying a set of requirements, subject to constraints;”

Die Definition von Content Design

Brechen wir diese sehr umfangreiche Definition doch mal (auf Deutsch) herunter:

  • Spezifizierung eines Objekts – das sind in unserem Fall die (textlichen) Inhalte.
  • Bekundet durch einen Agenten – das sind wir Content Designer.
  • Auf bestimmte Ziele hin ausgerichtet – Wie Jordan schon sagte, es geht darum, die Aufmerksamkeit unserer Zielgruppe zu gewinnen, sodass sie unsere Inhalte konsumiert.
  • In einer bestimmten Umgebung – Das sind unsere Content-(Marketing)-Plattformen wie Blogs, Social Media, E-Mail etc.
  • Unter Verwendung verschiedener Komponenten – das könnten die verschiedenen Content-Formate sein (Text, Bild, Ton, Video etc.).
  • Bestimmte Anforderungen erfüllend – damit ist vor allem die Nutzbarkeit gemeint.
  • Unterliegt Einschränkungen – etwa Vorgaben an das Corporate Design oder auch Urheberrechte.

 

Zielgerichtete Gestaltung von Inhalten

Als Gestalter vertrete ich seit jeher die Ansicht „Form folgt Funktion“. Das ist im Content Design nicht anders. Wir müssen unsere Inhalte für unsere Zielgruppe aufbereiten, dabei die Anforderungen der entsprechenden Distributionsplattformen berücksichtigen und gleichzeitig den Spagat zu unserer Marketingstrategie schaffen. Was jedoch entscheidet, ist der erste Eindruck. Und diesen beeinflusst maßgeblich die Optik, die leider viel zu oft vernachlässigt wird.

Content Marketing heißt auch Imagepflege. Leider lassen viele Marketer die Chance liegen, ihr Markenbild durch Content Design zu prägen. Dabei ist das enorm wichtig, wenn wir bedenken, dass Nutzer immer häufiger ausschließlich mit den Inhalten und nicht mehr mit den Urhebern selbst in Berührung kommen.

So schwachsinnig wie Versprechen à la „Innerhalb kürzester Zeit auf Platz 1 bei Google“ sind, so gefährlich sind auch Design-Vorlagen jeglicher Art. Es spricht absolut nichts dagegen, sich an Standards zu orientieren und Konventionen zu folgen (wie bspw. die folgende Infografik zum optimalen Blogdesign beschreibt). Aber über die Usability entscheiden, wie der Name schon sagt, nur die User. Und die sind je nach Zielgruppe völlig unterschiedlich.

Blog-Design Blue Print


Es gibt keine Blaupausen für Content Design. Die Design-Optimierung geschieht durch Tests. Nur so lässt sich die Effektivität von Headlines, Buttons, Positionen oder Farben bestimmen. Und nur so können wir schlussendlich die Conversionrate erhöhen und damit unsere Ziele erreichen.

Vielleicht siehst du meinen Newsletter-Anmelde-Button in der Seitenleiste ja auch manchmal in Grün und manchmal in Orange? Ich teste regelmäßig diverse Elemente meines Blogs.

 

Content im Design

Glücklicherweise erhalten Marketer künftig mehr Unterstützung aus der Gestaltung. Martin Hahn zum Beispiel ist selbständiger Art Director und Buchautor und beschreibt in seinem Buch Webdesign* nicht nur die üblichen Gestaltungsgrundlagen, sondern bezieht Position als Strategieberater und fängt seine Konzeption beim Content an. Gott sei Dank, vielleicht hat dann auch dieser dämliche „Lorem ipsum“-Blindtext-Wahnsinn ein Ende… (hier findest du eine Leseprobe*).

 

Ohne Content funktioniert Design nicht. Aber ohne Design funktioniert Content nicht. Content Design, das muss einfach sein! ;-)

 

Wie viel Beachtung schenkst du der Gestaltung deiner Inhalte? Wie wichtig ist dir das Design?

 

 

Übersetzung von Jordan Kastelers Zitat:
„Die Präsentation deiner Inhalte ist der entscheidende Faktor, ob du die Aufmerksamkeit deines Publikums lange genug hältst, um sie durch deinen eigentlichen Content überzeugen zu können. Es spielt keine Rolle, wie originell oder gut gemacht deine Inhalte sind: Wenn dein Publikum nicht bleibt, um sie zu konsumieren, wozu dann die Mühe? Warum deiner Zielgruppe etwas erzählen, wenn du es ihnen zeigen kannst?“

Hat dir der Beitrag gefallen? Bewerte Ihn!
4/5 Sterne
Möchtest du mich unterstützen? via PayPal spenden
Content Design als Erfolgsfaktor: Der erste Eindruck zählt! 4 5 10

Gefällt dir was du liest?

Melde dich für meinen Newsletter an und erhalte alle neuen Beiträge per Mail. Dazu schenke ich dir mein E-Book zu Content Design plus ein ganzes Kapitel aus meinem Buch Blog Boosting mit knapp 100 Seiten!

Kommentare

Kommentator

Kommentar von Vladimir

Content Marketing ist nichts ohne Content Design, egal ob Text, Bild oder Video. Content muss nun mal gut aussehen. Es muss einfach zu lesen und anzuschauen sein. Deswegen packen wir oben erstmal ein Bild rein, damit der Lesefluss einfacher ist.
Alles braucht seine eigene Struktur, die dem Leser gefällt :)

Robert Weller

Antwort von Robert Weller

Das lass ich jetzt einfach mal so stehen. Danke für deinen Kommentar, Vladimir :-)

Kommentator

Kommentar von Matthias

Gut, da stimmen die meisten zu, dass grafische Auflockerungen, Bilder etc. gut sind und den Lesenden motivieren, sich etwas länger mit den Inhalten zu beschäftigen. Auch dass dies häufig vernachlässigt wird, ist hinlänglich bekannt. Aber ich möchte doch der Behauptung widersprechen, dass Content Design DEN Erfolg von Content Marketing ausmacht. Zudem führt in Deinem Beitrag die metaphorische Bedeutung der einzelnen Spielfiguren etwas in die Irre.

Greifen wir aber noch einmal Deine Metapher auf. Was ist das Ziel des Spiels? Genau: den gegnerischen König (also in der vorgegebenen Verwendung: den Content) Matt zu setzen und den eigenen davor zu bewahren. Dafür haben wir verschiedene Kräfte (Kontext, Beziehungen, Distribution, Design etc.): Dame, Turm, Läufer, Springer, Bauer – und eben auch den nicht exponierten König! Gewiss, die Dame ist die Figur mit der höchsten Wertigkeit unter diesen Spielern, danach folgen Turm, Springer/Läufer und zu guter Letzt die Bauern. Aber ist die Queen (dt. Dame!) auch die wichtigste? Nein, denn es ist doch immer noch die jeweilige Struktur der Stellung dafür verantwortlich, die die Wertigkeit der Figuren bestimmt. Gerade im Endspiel wird dies deutlich, wenn die anderen Mitspieler schon längst abgetauscht sind, denn da dominiert der zentralisierte König quasi autark. Und wie erreichen wir unser Ziel? Entscheidend ist – und das ist common sense, dass wir eine Strategie entwickeln, einen Plan haben, den wir durch taktische (operative) Manöver verwirklichen und dem gegnerischen König zu Leibe rücken, ihn eben Matt setzen (also besseren Content zur Verfügung stellen als die Konkurrenz und somit die Leser/Seher binden). Aber dafür ist nicht per se die Dame die entscheidende Figur, denn sie beherrscht nicht zwangsläufig das Geschehen – das ist viel zu kurz gedacht und wird der Komplexität des königlichen Spiels (Content Marketing) nicht annähernd gerecht.

Ergo: Nicht die Suche nach DER Queen sollte der grundlegende Ansatz sein. Vielmehr sollte das optimierte Zusammenspiel aller Beteiligten (ohne eine Hierarchisierung zu intendieren!) in den Fokus rücken. Eines, das der jeweiligen Situation angepasst ist, um den eigenen König (Content!) länger im Spiel halten zu können. Wenn aber doch die DAMEN ins Spiel kommen sollen, dann könnte Deine anmutende Herzdame vielleicht die jeweilige Zielgruppe sein, das ist in der Tat ein „royales und unzertrennliches Traumpaar“.

Robert Weller

Antwort von Robert Weller

Hallo Matthias, danke für deine ausführliche Erklärung des Spiels, vielleicht ist das in diesem Zusammenhang nicht unwichtig. Dass eine allgemeine Strategie festgesetzt sein sollte, ist richtig, da stimme ich dir absolut zu. Sogehen könnte auch sie die gesuchte Dame sein (was ich in Bezug zur Definition von "Design" in gewisser Weise auch meinte).

Die Zielgruppe als Dame zu betrachten finde ich nicht gut, denn wir clustern Zielgruppen zwar durch Personas zu möglichst homogenen Gruppen, doch ich denke wir können sie nicht genug beeinflussen um mit ihnen zu "spielen" (sprich sie in die Strategie miteinbeziehen).

Da gefällt mir der Vorschlag besser, dass es nicht nur eine Dame gibt. Es war ja durchaus intendiert die Abhängigkeit von weiteren Faktoren aufzuzeigen, die für ein erfolgreiches Spiel nötig sind.

Kommentator

Kommentar von Vera Nentwich

Hallo Robert,
machen wir uns doch nichts vor. Wir schauen alle auf die Verpackung. Ich habe mein Blogdesign zum Jaheswechsel auf ein von Profis erstelltes Design umgestellt und achte auch bei jedem Artikel auf eine ansprechende Aufmachung. Auf einen Schlag habe ich meine Besucherzahlen verdoppelt.
Im Web, wo alle nur scannen und nicht lesen, ist Optik enorm wichtig.
Gruß,

Vera

Robert Weller

Antwort von Robert Weller

Hallo Vera,
mir gefällt es gut! Optimierungspotenzial besteht immer, aber ich denke die Zahlen sprechen hier in den meisten Fällen für sich.

Danke für deinen Kommentar (und dein Beispiel) :-)

Grüße, Robert

Kommentator

Kommentar von Ivana

Servus!

An diesem Beitrag habe ich mir fast die Zähne ausgebissen. Ich denke jetzt schon eine gefühlte Ewigkeit darüber nach... insofern: good stuff!

Zuerst wollte ich dir widersprechen und in Matthias' Richtung argumentieren, dass die Zielgruppe die Dame ist, aber nein. Das geht nicht! All unsere Figuren nützen uns nicht, wenn wir kein Spielbrett haben. Auch wenn all unsere Figuren verschwinden, bleibt doch das "zu bespielende Feld" - unsere Dialoggruppen! Insofern, hatte Matthias in meinen Augen nicht ganz Recht...

Aber was ist denn nun mit dem Design? Die Dame? Könnte eigentlich gut passen, denn sie ist flexibel einsetzbar und oftmals auch der letzte "Rettungsanker" des Königs.

Muss/Kann ich dir also doch zustimmen? Ich habe mir noch keine fixe Meinung gebildet, aber ...deine Chancen stehen ganz gut. ;)

Liebe Grüße aus Wien!

Robert Weller

Antwort von Robert Weller

Hallo Ivana,

schön zu hören, dass ich solche Gedanken ausgelöst habe. Ich bin gespannt auf dein finales Urteil (auch wenn du am Ende doch nicht mit meiner Meinung gehst - macht ja nichts!). Das Spielbrett sind aber doch eher die diversen Content-Plattformen, meinst du nicht?

Liebe Grüße,
Robert

Kommentator

Kommentar von Ivana

Die einzelnen Content-Plattformen und Kanäle würde ich eher den anderen Spielfiguren zuordnen...aber wie gesagt, es hat sich noch nicht alles gesetzt.
Sobald ich mit meinen eigenen Gedanken auf einem grünen Zweig komme, lasse ich es dich wissen! ;)

LG

Robert Weller

Antwort von Robert Weller

Die Content-Plattformen sind doch (bis auf die eigenen) für alle Spieler dieselben... Wie auch immer, wir warten ;-)

Kommentator

Kommentar von Ralph

Content Design als Erfolgsfaktor: Der erste Eindruck zählt!

Stimme voll zu ;)

Beste Grüße

Ralph

Robert Weller

Antwort von Robert Weller

Danke, Ralph! :-)

Kommentator

Kommentar von Dennis

Moin Robert,

Ich stimme dir zu - ein Design, was auf die Zielgruppe und die Content-Arten zugeschnitten ist, ist superwichtig.

Aber ich könnte mich nicht so klar wie du für Design (als Queen) entscheiden, weil ich glaube, dass Kontext fast noch wichtiger ist.

Design steckt für mich in Kontext mit drin. Kontext heißt mit der Situation, dem Ort , der Zeit und allem zu arbeiten. Bei Facebook bedeutet richtiges Design nicht das gleiche wie in der E-Mail.

Auf dem Blog nicht das Gleiche wie bei Instagram.

So oder so - die Grundaussage deines Artikels würde ich genauso unterschreiben. Design ist wichtig.

Liebe Grüße von LBN
Dennis

Robert Weller

Antwort von Robert Weller

Hi Dennis,

danke für dein Feedback. Ich verstehe was du meinst, wie gesagt sehe auch ich das so, dass "Design" als mehr verstanden werden muss als nur die visuell gestalterische Kompenente.

Vielleicht tauschen wir uns da mal näher aus? ;-)

Kommentator

Kommentar von Christoph

Hallo,
das ein Artikel gut gelungen ist (meist) sieht man immer an der Diskussion in den Kommentaren (hier der Fall ;) )! Also ich würde die These unterschreiben, dass es eine Symbiose ist. Kein einziger Indikator kann ohne eine wechselseitige Beziehung irgendwelche Erfolge bringen. Wenn ich Mist wunderschön verpacke, dann erhalte ich kurzfristig vielleicht mehr messbaren Erfolg, aber längerfristig wird der Erfolg nicht bestehen bleiben und wieder abebben. Andererseits kann ich auch den geilsten Inhalt haben, der eigentlich so abgedruckt in ein Buch gehört, aber wenn es nur eine Wall-of-Text ist und keine Bilder und andere Auflockerungen existieren und das Design und die Usability dem Benutzer nicht zugängig sind, dann wird das auch nichts...

Es bedarf immer der Optimierung aller Faktoren, wie man diese für sich selbst priorisiert und wann die anderen nachgezogen werden, dass ist auch von jedem Anwendungsfall selbst abhängig.

Viele Grüße
Christoph

Robert Weller

Antwort von Robert Weller

Hallo Christoph,

weise Worte! Den Punkt der Priorisierung haben wir so bisher noch nicht diskutiert, ist aber sicherlich auch ein interessanter Faktor zur Content- (und Design-)Optimierung. Vielleicht darf ich die Idee aufgreifen, um daraus bei Zeiten einen weiteren Artikel zu schreiben? :-)

Viele Grüße,
Robert

Schreibe deinen Kommentar

Du willst deinen Text formatieren oder einen Link platzieren? Kein Problem, du findest eine Anleitung hierzu in den Kommentarrichtlinien.