27.01.2014 von Kommentare: 1

„Corporate Blogs“ Buchautorin Meike Leopold im Interview

Interview mit Meike Leopold

Der Begriff „Corporate Blog“ fällt schnell, wenn es um Social Media bzw. Content Marketing geht. Die Bedeutung von Blogs im Allgemeinen nimmt stetig zu und auch Unternehmen erkennen die Möglichkeiten, die ihnen solche Plattformen bieten.

Viele Firmen wollen schnellstmöglich auf diese Trendwelle aufsteigen, setzen innerhalb kürzester Zeit einen Blog auf und fangen an zu posten. Zumindest für eine kurze Zeit bevor sie die Realität einholt. Vorbereitung ist eben alles, obgleich die technischen Einstiegshürden relativ gering sind. Erfahrene Experten wissen, dass es bei einem neuen Unternehmens-Blog oftmals mehrere Monate der Planung bedarf. Doch guter Rat ist teuer, oder nicht?

Ich sage nein, denn viele Experten geben ihr Wissen auch in anderer Form weiter. So auch die Corporate Bloggerin Meike Leopold, die mir heute in einem Interview ein paar Fragen zu ihrem neuen Buch „Corporate Blogs – Praxistipps für Strategie, Inhalt und Ziele“ beantwortet.

 

Liebe Meike, zunächst willkommen im Blog toushenne! Schön, dass du die Zeit gefunden hast mir und meinen Lesern ein paar Fragen zu beantworten. Stell dich zu Beginn doch am besten kurz vor, ich habe ja nur wenig über dich verraten bisher ;-)

Sehr gerne! Von meinen Wurzeln her bin ich „gelernte“ Journalistin und PR-Frau mit Fokus auf B2B-Kommunikation. Für meinen heutigen Job als Social-Media-Verantwortliche ist das enorm wichtig, denn dafür braucht man ausgeprägte sprachliche und kommunikationsstrategische Kompetenzen.

Meike LeopoldMein Steckenpferd ist der Aufbau und die Pflege von Corporate Blogs. 2008, als Unternehmensblogs noch in den Kinderschuhen steckten, habe ich das NTT DATA Blog ins Leben gerufen und so erfolgreich gemacht, dass es mehrfach ausgezeichnet wurde. Nach meinem Wechsel zu salesforce.com Anfang 2013 war es meine erste Aufgabe als Social-Media-Verantwortliche, ein Blog für die aus der Taufe zu heben – Mitte 2013 ging „DAS Salesforce Blog“ live.

Ich halte regelmäßig Vorträge rund um Social Media Kommunikation und bin an der Münchner BAW als Lehrkraft zum Thema „PR und Social Media“ tätig. Zudem engagiere ich mich unter anderem im Arbeitskreis Social Media des IT-Branchenverbandes Bitkom.

 

Der Grund für dieses Interview ist vor allem die Neuauflage deines Buches „Unternehmens-Blogs“. Erzähl uns doch kurz, warum du es überarbeitet hast und welche Neuerungen darin zu finden sind.

Glücklicherweise gibt es beim Thema „Corporate Blogs“ nicht so ein Trommelfeuer von Neuerungen wie bei Facebook & Co. Trotzdem hatte ich nur ein halbes Jahr nach dem ersten Erscheinungstermin schon wieder viele aktuelle Entwicklungen in der Blogosphäre auf der Liste, die ich gerne in der neuen Version haben wollte – etwa die Ironblogger-Bewegung oder die Initiative Blognetz. Natürlich sind auch einige interessante Praxis-Erfahrungen aus dem Launch von DAS Salesforce Blog mit eingeflossen. Was mich sehr freut ist die Tatsache, dass das neue Buch insgesamt noch lesefreundlicher und übersichtlicher gestaltet ist.

 

Das Blognetz kenne ich und IronBlogger bin ich seit Neustem auch wie du weißt – beides eine tolle Ergänzung für das Buch. Warum trägt es eigentlich den neuen Namen „Corporate Blogs“?

Der Verlag und ich haben uns dafür entschieden, die Bezeichnung „Corporate Blogs“ in den Titel aufzunehmen, da dies ein gut eingeführter Begriff für dieses Medium ist. Auch der Untertitel ist griffiger geworden. Mit „Praxistipps“ kann jeder sofort etwas anfangen. Tatsächlich greife ich in dem Buch ja auf meine vielfältigen Erfahrungen als Blog-Verantwortliche für Unternehmen zurück.

 

Und wie kam es zum Verlagswechsel?

Das ist schnell erzählt: Die Computer-Sparte des ersten Verlages (Pearson) wurde leider im Frühjahr 2013 dichtgemacht. Das war natürlich nicht so prickelnd. Aber ich war nicht die einzige Autorin, die einen neuen Verlag für ihr Buch suchen musste. Mit O’Reilly habe ich gleich einen Glücksgriff getan – viele tolle Autoren publizieren dort, und ich fühle mich als Autorin bis jetzt sehr gut betreut!

 

Das kann ich gut verstehen! Neben Galileo Computing ist es in diesem Bereich mein absoluter Favorit. Und eben weil es ein O’Reilly Buch ist muss ich die Frage stellen: Was haben die Zebras auf dem Buchcover für eine Bedeutung?

Wer mein Buch bis zum Ende durchliest, wird im hinteren Buchumschlag mit einer ausführlichen Beschreibung des „Equus Quagga“ belohnt. Danach sind Zebras ständig in Bewegung, um zu überleben. Sie sind sehr soziale Tiere, sie können sogar lächeln! Und sie flauschen gerne, indem sie sich gegenseitig an unzugänglichen Körperstellen kratzen. Natürlich hauen sie sich auch mal die Köpfe ein, besonders die Hengste, wenn es um ihre „Harems“ geht. Beweglichkeit, Socializing, Flauschen und auch Streitbarkeit – das sind doch schon mal einige unabdingbare Eigenschaften für Blogger. In diesem Blogbeitrag gibt es übrigens noch ein paar nette Interpretationsansätze. ;-)

 

Zebras können lächeln? Wieder was gelernt ;-)

Inzwischen rezensiere ich regelmäßig Bücher über Social Media und verwandte Themen. Hast du einen Tipp für mich, welches ich als nächstes lesen soll (eine Übersicht meiner bisherigen Rezensionen findest du hier)?

Wie wäre es mit Blog Boosting von „Blogprofi“ Michael Firnkes? Das ist absolut lesenswert!

 

Da geb ich dir Recht! Ich muss zugeben, ich habs noch nicht gelesen, aber Michael und ich kennen uns ja nun schon eine Weile und arbeiten momentan auch zusammen an einem Ebook, sodass ich mich schon von seinem Wissen und seiner Erfahrung überzeugen konnte ;-)

Abgesehen von Blogs und deiner Arbeit bei Salesforce, was beschäftigt dich im Alltag und in deiner Freizeit?

Ich interessiere mich sehr für Politik – wegen meines Hintergrundes natürlich ganz besonders für die Netzpolitik in Deutschland. Ich finde, es wird höchste Zeit, dass sich die sogenannte „Netzgemeinde“ zusammenrauft und zu einem ernstzunehmenden Faktor in Politik und Gesellschaft wird. Die meisten Leute, die heute in der Politik das Sagen haben, verstehen nicht, welche Bedeutung das Internet für uns alle hat und dass wir heute an einem wichtigen Scheidepunkt stehen, was die weitere Entwicklung und Nutzung des Internets betrifft. Außerdem bin ich der Meinung, dass Frauen auf den Podien, in Gremien oder bei Diskussionen im oder über das Web absolut unterrepräsentiert sind – dafür gibt es keinen vernünftigen Grund, denn sie sind in Netzfragen genauso kompetent wie Männer. Aber bevor ich hier noch ein ganzes Pamphlet schreibe: Meine weitere Hobbies sind Laufen (Kopf freikriegen!) und Lesen (Horizont erweitern und neue Perspektiven fürs Leben entwickeln). :-)

 

Ich weiß was du meinst…

Sorry, das konnte ich mir jetzt nicht verkneifen :D

 

Du hast auch einen eigenen Blog, starttalking. Warum? Ist es nur ein Hobby oder steckt mehr dahinter? ;-)

Eine Blog-Expertin ohne eigenes Blog? Das wäre ziemlich strange oder? ;) Das Start Talking Blog für mich sehr viel mehr als ein Hobby. Es ist ideal, um regelmäßig über meine Themen, Ideen und Gedanken zu schreiben. Es ist ein gutes Medium, um im Web zu publizieren und gleichzeitig mit anderen Bloggern inhaltlich zu netzwerken und zu diskutieren. Seit ich Iron Bloggerin bin, funktioniert das noch viel besser – die zwei, drei Stunden pro Woche finden sich immer irgendwie.

 

Wo du Recht hast... Hoffentlich schaffe ich das mit meinem neuen Job auch so gut wie du. Wie entstand denn der Name deines Blogs?

„Start Talking“ steht für das, woran ich als Kommunikationsfrau glaube. Im Kern geht es heute in der Unternehmenskommunikation um Dialog statt um einseitige Botschaften – wir stecken immer noch mitten in diesem Paradigmenwechsel. In meinem Buch zitiere ich dazu eingangs den Marken-Experten Tim Leberecht: “In Zeiten der Forderungen nach radikaler Transparenz und der Dauerkonversation auf Blogs, Twitter und Facebook ist die Marke nun keine Botschaft mehr, sondern ein Dialog (…). Es geht bei Marken um gesellschaftliche Relevanz, um Gemeinschaftsgefühle und um Ideale. Kurz – es geht um Bedeutung.“ Besser kann man es nicht sagen, finde ich.

 

Wohl kaum!

Meike, vielen Dank, dass du dich so hast ausfragen lassen. Als kleine „Revanche“ darfst du jetzt gern noch etwas Persönliches, etwas zu mir oder auch gern meinem Blog loswerden.

Ich wähle mal ein Zitat, das mir besonders gut für mein Jahr 2014 gefällt:

„An essential aspect of creativity is not being afraid to fail!“

 

Vielen lieben Dank für das spannende Interview, wir bleiben in Kontakt und tauschen uns weiter über Twitter und Google+ aus! Ich hoffe du bleibst auch noch eine Weile hier, um aufkommende Fragen zu beantworten ;-)

 

In diesem Sinne fordere ich jetzt alle Leser auf, Lob, Kritik, Fragen und Anregungen über die Kommentarfunktion loszuwerden! Wer hat das Buch schon gelesen, wie lautet dein Fazit?

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Kommentare

Kommentator

Kommentar von Meike Leopold

Hallo Robert, vielen Dank für das nette Gespräch und außerdem viel Erfolg für deinen Start in München! Ich hoffe, wir sehen uns bei einem der nächsten Ironblogger-Treffen! lg, Meike

Robert Weller

Antwort von Robert Weller

Ich hab zu danken Meike und ja, ich denke wir sehen uns dort ;-)

lg, Robert

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