04.05.2015 von Kommentare: 3

Website-Optimierung durch Tracking, Reflexion und externes Feedback

Erfolgreich im Web durch Optimierung

Dieser Beitrag richtet sich vor allem an Jungunternehmer und Start-Ups - also an all jene, die bisher keine Erfahrung mit einer (WordPress) Webseite hatten. Diese „Anleitung“ soll dabei helfen die ersten Schritte mit der eigenen Webseite zu machen und möglichst viel aus dieser herauszuholen.

Denn manche kennen das Szenario: Du hast gerade erst ein Unternehmen gegründet, befindest dich noch mitten im Aufbau und investierst in eine Webseite mit der Hoffnung, dass diese den erwünschten Reichtum und Kundenzuwachs beschert.

Doch auch wenn eine professionelle Agentur deine neue Webseite erstellt hat, bedeutet das nicht, dass du persönlich keine Arbeit mehr damit haben wirst. Das ist ein weit verbreiteter Irrglaube. Deine Webseite ist zwar wie ein eigenständiger Vertriebsmitarbeiter, der auf Dauer recht günstig für dich arbeitet, aber trotzdem ab und an Einweisungen von dir benötigt.

Doch wenn du auf folgende Dinge achtest, solltest du mit deinem Unternehmen, sowie mit deiner Webseite einen gelungenen Start hinlegen.

 

Der folgende ist ein Gastbeitrag von Christos Papadopoulos. Erfahre mehr über ihn am Ende des Beitrags.

Die Grundlage: Richtiges Tracking

Mit richtigem Tracking ist gemeint, dass du deine Seite mit Google Analytics oder Piwik verbinden solltest, um Daten über deine Seitenbesucher und ihr Nutzerverhalten zu sammeln. Das Tracken von Webseiten mit Tools wie Piwik ist etwas komplizierter für Laien, da die Installation von Piwik auf dem eigenen Server geschehen muss. Daher beschäftigen wir uns ausschließlich mit Google Analytics, was vor allem auf WordPress Webseiten durch entsprechende Plugins (bspw. von Yoast) sehr leicht installiert werden kann.

Die Nutzung eines solchen Tracking-Tools erlaubt es dir, Informationen über deine Seitenbesucher zu sammeln, die dir anschließend helfen können, deine Webseite weiter zu verbessern. Wenn du dich wunderst, warum kein Kunde bei dir anruft, dann kann dir zum Beispiel die Statistik zum Nutzerfluss bei Google Analytics helfen zu verstehen, welchen „Weg“ Seitenbesucher durch deine Webseite machen. Vielleicht ist eine deiner Seiten unübersichtlich oder sogar nicht mehr erreichbar – durch Google Analytics kannst du deine Optimierungsstrategie an handfesten Daten orientieren.

Google Analytics ist ein sehr mächtiges Tool. Es braucht eine Weile bis man alle Funktionen verstanden hat, aber es lohnt sich definitiv sich damit auseinander zu setzen. Ein weiteres Tool was ich dir zum Tracken empfehlen kann, ist Google Webmasters. Nach der Aktivierung von Google Analytics kann auch Google Webmaster mit wenigen Klicks mit deiner Seite verbunden werden. Webmaster zeigt dir an, durch welche Suchanfragen Nutzer auf deine Seite kommen und an welcher Position du dort stehst (wenn auch nicht ganz so genau wie entsprechende SEO- bzw. Ranking-Tools). Unglaublich praktisch! Wieso? Du kannst besser verstehen, woher neue Besucher kommen, du kannst sehen bei welchen Suchbegriffen du bereits auf der zweiten Seite bist und dort optimieren und du kannst vielleicht völlig neue Keywords entdecken, wo du lediglich zufällig rankst. Auch dieses Tool bietet noch viele weitere Funktionen, die dir alle dabei helfen können, die eigene Seite besser zu positionieren. Google Analytics und Webmaster sollten bei jeder Webseite die man betreibt vorhanden sein.

 

Hinterfrage regelmäßig den Nutzen deiner Webseite

Nachdem du nun dank deines Website-Trackings genau weißt, wie sich Seitenbesucher auf deiner Webseite verhalten, kannst du beginnen deine Erfolge zu messen und deine Seite entsprechend zu optimieren.

Ich persönlich hinterfrage bei der Webseite meiner Werbeagentur regelmäßig deren Nutzen und Sinn. Was sollen Seitenbesucher auf dem ersten Blick sehen? Was sind meine Wettbewerbsvorteile, was macht mich besonders? Regelmäßig überprüfe ich meine Seite darauf, ob sie immer noch die Identität meines Unternehmens widerspiegelt.

Vielleicht ändert sich zum Beispiel etwas in deinem Sortiment oder eine neue Leistung kommt hinzu – dann sollte man das möglichst zeitnah auch auf deiner Webseite finden und erfahren! Regelmäßiger Content-Zuwachs und Veränderung ist nicht nur aus SEO-Gründen vorteilhaft, sondern zeigt wiederkehrenden Besuchern auch, dass du deine Webseite pflegst und diese tatsächlich ein Anlaufpunkt für die neuesten Informationen ist.

Wenn deine Webseite nicht auf einem CMS wie WordPress oder Contao aufbaut, wodurch du selbst keine Änderungen machen kannst, dann gibt es für dich zwei Möglichkeiten: Entweder du vereinbarst mit deiner Agentur / deinem Ansprechpartner eine monatliche Pauschale, wofür er diese Änderungen regelmäßig für dich vornimmt, oder du bittest ihn direkt, deine Webseite auf ein CMS umzustellen (inkl. Schulung), sodass du künftig alle Updates selbst vornehmen kannst.

Erstgenannte Methode empfehle ich nicht, da sie zwar hochwertigen Content ermöglicht und eine gewisse Regelmäßigkeit erzwingt, aber auf Dauer teuer ist. Zudem stellt eigener Content – in Annahme, dass dein Dienstleister auch die Erstellung übernimmt – die Philosophie deines Unternehmens einfach viel besser dar.

Ich habe es bereits oft erlebt, dass das digitale Bild eines Unternehmens, überhaupt nicht zu seiner wirklichen Präsenz passt – diesen Bruch empfinde ich als Täuschung, bzw. ist es enttäuschend wenn vor allem das Unternehmen besser ist, als die Internetseite es darstellt.

 

Hole dir Feedback – aber richtig!

Das ist meiner Meinung nach der wichtigste Punkt, den du immer im Auge behalten solltest. Und mit Feedback meine ich so richtig schöne negative, zerstörende Kritik (die du dann in konstruktive Optimierung transformieren kannst).

Wenn du Freunde und Bekannte fragst, wie Sie deine neue Seite finden, dann sagen sie dir wahrscheinlich alle „Gut, Super, Schön“. Aber das sind meistens Außenstehende. Zeig deine Seite den zwei Arten von Experten!

  1. Die thematischen Experten
    Wenn du Immobilienmakler bist, dann zeig deine Seite anderen Maklern. Bist du Tischler, dann zeig deine Seite anderen Tischlern. Das sind die Experten für dein Thema. Sie können dir am besten sagen, ob du thematisch den Punkt triffst, oder irgendwo komplett von der Schiene abweichst. Sie können dir auch versichern, ob inhaltlich alles stimmig ist. Aber auch bei Ihnen musst du darauf achten: im Endeffekt sind diese Experten nicht deine Zielgruppe. Ein Tischler interessiert sich ja nicht für die Buchung eines anderen Tischlers. Es gehört also etwas Feingefühl dazu rauszuhören, welches Feedback möglicherweise wichtig ist und was vielleicht von der eigentlichen Zielgruppe abweicht.

  1. Die visuellen Experten
    Du hast dir bereits Feedback von den thematischen Experten geholt und deinen eigenen Content auf Hochglanz poliert. Super! Nun stell dir vor, die Inhalte auf deiner Seite wären in einer dir fremden Sprache – du verstehst nichts und siehst nur unverständliche Textblöcke:

    Was siehst du? Wie wirkt die Seite optisch auf dich? Welcher Text ist prominent platziert? Welche Blöcke fallen kaum auf? Tipp: STRG (bei OSX „cmd“) und +/- können eine Internetseite vergrößern oder verkleinern – verkleinere deine Seite mal auf ein Format, wo du alles in einem Blick überschauen kannst. Wie wirkt das Ganze? Dieser kleine Trick hilft sehr dabei, die eigenen Inhalte mal aus einer anderen Perspektive zu sehen.

    Ungefähr so, wie du nun deine Seite nur rein oberflächlich wahrnimmst, so sehen es meiner Erfahrung nach auch oft deine Kunden bzw. Seitenbesucher. Sie kennen deine Texte nicht. Sie kennen deren Inhalte nicht und vielleicht wollen Sie diese auch nie kennenlernen. Vielleicht will sich dieser Seitenbesucher nur nach deiner Telefonnummer umsehen, oder möchte sich innerhalb weniger Minuten ein Bild von deiner Arbeit machen.

    Deshalb ist es neben den eigentlichen Inhalten auch extrem wichtig, dass rein oberflächliche zu optimieren (hier im Blog findest du dazu auch Tipps von Robert). Hol dir also von Personen einen Rat, die Ahnung vom Thema Typografie, Struktur und Seitenlayout haben. Das können Webdesigner sein, aber auch genauso Zeitungsjournalisten – es gelten ähnliche Regeln in beiden Bereichen. Suche Personen, die deiner Meinung nach Geschmack in diesem Bereich haben. Solltest du keinen kennen: Bitte Blogger oder Reporter sich deine Seite anzusehen.

 

Wenn du diese zwei Aspekte einer Webseite im Auge hast und optimierst, dann kannst du dir einen entscheidenden Vorteil gegenüber der Konkurrenz einholen. Denn oft wollen Unternehmer die gerade eine Webseite erhalten bzw. gestaltet haben, diese natürlich sofort präsentieren. In den schlimmen Fällen bekommen die Seitenbetreiber dann überhaupt keine Resonanz, oder werden von der negativen Kritik überrascht. Nach einem gefloppten ersten Vorstellungsversuch ziehen sie sich dann zurück und widmen sich dann erst der Optimierung ihrer Seite – oder lassen es ganz bleiben. Du weißt es nun besser, also vermeide diesen Fehler!

Wie sagte Benjamin Franklin so treffend:

By failing to prepare, you are preparing to fail.

 

Hast du diese drei Tipps vor dem Start deiner Webseite beherzigt oder (deshalb) die angesprochenen Erfahrungen gemacht? Was gehört für dich zur Optimierung einer Webseite dazu?

Über den Autor

Christos PapadopoulosChristos Papadopoulos ist Blogger, YouTuber, Inhaber seiner eigenen Werbeagentur AWEOS und verrückt nach Online-Marketing. Sein Debut bei toushenne gab er mit seinem Beitrag "5 Schritte wie du im Web erfolgreich wirst".

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Kommentare

Kommentator

Kommentar von Vladimir

Ich habe für meine Seite zahlreiche Optimierungen laufen. Zum einen habe ich Analytics gut in meinem Blog vernetzt und achte, wo die Leute abspringen und wo sie sich festnageln. Danach habe ich zahlreiche Heatmaps, die mir die Optimierung deutlich erleichtern. Fehlersuche und anderes fällt einem damit deutlich leichter. Und zu guter Letzt und am Wichtigsten :
Ich frage regelmäßig meine E-Mail Fellows, was ihre Interessen, Probleme, Ziele und Projekte sind. Damit kann ich meine Artikel und Texte nochmal gerecht anpassen.

Es sind solche einfachen Dinge, die doch wichtig für den Erfolg sind.

Viele grüße
Vladimir

Robert Weller

Antwort von Robert Weller

Hi Vladimir, danke für dein Feedback. Insights durch Abonnenten zu sammeln ist natürlich immer hilfreich und eine gute Grundlage für die Content Planung, aber in diesem Fall einer "frischen" Webseite haben wohl nur die Wenigsten diese Möglichkeit. Das wäre dann ein erstes Ziel... ;-)

Welches Tool nutzt du für die Heatmaps? SumoMe, oder was professionelleres wie Clicktale oder CrazyEgg?

Gruß, Robert

Kommentator

Kommentar von Vladimir

Hey Robert,

ich nutze dafür SumoMe, das Tool ist einfach unglaublich ressourcenschonend, super einfach zu bedienen und mehr benötige ich gerade in meiner Phase nicht ;)
Sobald es bei mir eine gewisse Zielreichweite überschreitet, werde ich mir den Umsteig auf ein umfangreicheres Tool überlegen (Crazyegg dann vermutlich), aber im Moment muss ich mir darüber keine Gedanken machen, es erfüllt seinen Zweck ;)

Viele Grüße
Vladimir

Robert Weller

Antwort von Robert Weller

Klingt gut, danke für die Rückmeldung!

Aktuell spiel ich ebenfalls mit den Möglichkeiten von SumoMe, hatte aber auch schon Clicktale und CrazyEgg laufen. Das Performance-Issue ist tatsächlich bisher nicht in Erscheinung getreten, von daher gibt's bisher auch von mir gute Noten ;-)

Viele Grüße,
Robert

Kommentator

Kommentar von Frank Albers

Vielen Dank für Deinen Artikel, Christos.
Die Goolge Webmaster Tools habe ich seit Beginn implementiert, muss aber zugeben, dass ich den Verlauf bzw. das Verhalten der Nutzer noch nicht konsequent in der Verbesserungsprozess einbeziehe. Ist mir ehrlich gesagt noch etwas zu kompliziert. Derzeit nutze ich nur die reinen Besucherzahlen als KPI. Ich greife mal die oberen Kommentare auf: Dank an Vladimir und Robert für die Nennung von SumoMe. Das scheint ja - wie ihr sagt - recht einfach zu sein. Ich glaube, das werde ich in den nächsten Wochen mal testen. Ich brauche unbedingt etwas Einfaches ;-)

Liebe Grüße aus Montabaur

Frank

Robert Weller

Antwort von Robert Weller

Hallo Frank,

Google Analytics kann deutlich mehr als es den Anschein hat, setzt aber ein gewisses Know-how voraus. Tools wie SumoMe erleichtern dir die Arbeit erheblich. 

Meld dich, wenn du Unterstützung brauchst!

Gruß, 

Robert

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