15.08.2013 von Kommentar schreiben

Die Folgen einer fehlenden Webseite (Studie)

Studie: Wirtschaftliche Folgen einer fehlenden Firmen-Homepage

Visitenkarten gehören seit jeher zur Erstausstattung eines jeden Unternehmers, denn sie dienen dazu, neuen Kontakten etwas in die Hand zu drücken, mit dem sie sich auch später noch einen erinnern und bei Bedarf in Verbindung treten können.

Das gleiche Prinzip gilt auch online, doch viele Unternehmen erkennen die Chance nicht, auch im Internet mit einem guten ersten Auftritt zu punkten und dadurch in Erinnerung zu bleiben.

Die OCM Internet GmbH hat sich diesem Problem in einer Studie angenommen und ist der Sache auf den Grund gegangen. Sie identifizieren die Gründe für eine fehlende Firmenwebseite, wirtschaftliche Folgen und erarbeiten verschiedene Lösungsansätze.

 

Ein Hinweis vorab: Die Studienergebnisse sind durchaus kritisch zu betrachten, da einige markante Aspekte unberücksichtigt bleiben. Außerdem erscheint mir die eigentliche Problemstellung nicht ganz zeitgemäß. Mehr dazu am Ende des Artikels.

 

Gründe für eine fehlende Firmenwebseite

  • Kosten
    Eine Webseite kostet Geld, da sind wir uns einig. Viele, v.a. kleine Unternehmen bewerten jedoch nicht den langfristigen Nutzen, sondern lassen sich von den Kosten abschrecken. Dabei steigert eine qualitativ hochwerte (sowohl technisch, gestalterisch und vor allem inhaltlich) Webseite die Wahrnehmung durch Kunden. Wichtig ist hierbei, klein anzufangen und mit realistischen Zielen zu arbeiten. Es gibt nichts schlimmeres, als eine nie fertig werdende Online-Baustelle mit „Under Construction“-Schildern als Landing Page.

  • Rechtliche Unsicherheit
    Gerade privat haftende Unternehmer/n scheuen oft vor den rechtlichen Gefahren einer Webseite zurück (das fängt oft schon beim Impressum an), da sie wirtschaftlich keine Abmahnungen verkraften wie das große Unternehmen teilweise einfach in Kauf nehmen. Wer sich jedoch gut informiert und ggf. spezifischen Rat vom Fachanwalt einholt, ist auch hier auf der sicheren Seite.

  • Arroganz
    Ein Portfolio renommierter Kunden zu führen ist kein Garant für eine rosige Zukunft. Es ist zwar ein Zeichen der Qualität, aber es gibt auch Konkurrenten mit derselben Qualität. Potenzielle Kunden bilden sich ihre eigene Meinung – zunehmend, wenn nicht fast schon ausschließlich – mithilfe des Internets. Wer den Interessenten nicht da schon abholt hat ihn quasi schon verloren. Erfolg ist also kein Grund, nicht noch besser zu werden ;-)

 

(Wirtschaftliche) Folgen einer fehlenden Webseite

Unternehmen ohne Webseite agieren nicht zukunftsorientiert, denn die jüngere Generation sucht zunehmend weniger in Printmedien nach Informationen. Wer also im Internet, sprich Suchmaschinen, nicht auftaucht, existiert quasi nicht.

Das belegen auch ein Vergleich der Jahre 2008 bis 2012 bei Statista sowie die folgende BITKOM-Studie zur Internet-Nutzung in Deutschland (2011):

Internet-Nutzung in Deutschland 2011


Wer gefunden wird, aber mit der eigenen Webseite nicht punkten kann, gewinnt ebenso wenig oder verliert sogar noch an Seriosität. Die Ansprüche der Internetnutzer hinsichtlich Optik, Usability und v.a. Inhalt steigen stetig, der Kampf um die Aufmerksamkeit der Zielgruppe wächst kontinuierlich. Eine Firmen-Homepage will also gut durchdacht sein.

 

Kritik an der Studie

Die Autoren der „Studie“ geben leider keine Auskunft über ihre Quellen, sodass die Aussagen wohl eher als persönliche Einschätzungen und Erfahrungen betrachtet werden sollten. Und wie Christian Schnettelker in seiner Auseinandersetzung mit der Studie bemerkt, fehlt auch die Definition einer „Firmen-Homepage“, sodass der Gegenstandsbereich dieser Diskussion reine Interpretationssache bleibt. Vor allem der Aspekt des Blogs wäre hier eine wichtige Unterscheidung bzw. Ergänzung gewesen.

Prinzipiell sollte also nicht die allgemeine Vorteilhaftigkeit einer Firmenwebseite im Vordergrund stehen (also das WARUM?), sondern eine Analyse der Probleme bei der Umsetzung (sprich das WIE?). Die vorgeschlagenen Lösungsansätze sind nämlich eher halbherzig…

 

Eine kleine aber feine Website mit den nötigen Basisinformationen wie Öffnungszeiten, Anschrift und Wegbeschreibung reicht völlig aus.“

– Klar, im Punkto Auffindbarkeit in Suchmaschinen (für Leute, die keine Visitenkarte bekommen haben) wird es mit dem Bisschen aber schwierig.

 

Inzwischen gibt es hochwertige Webdesigner, die kostengünstig gute Basishomepages erstellen.“

– Das mag zwar stimmen, das sagt aber noch nichts über den Inhalt der Webseite aus. Blogs als Alternative würden hier gut passen, denn auch sie sind kostengünstig realisierbar und bieten im Punkto Aktualität dank neuer Beiträge einen Mehrwert für Interessenten.

 

Fazit

Die Studie nennt die fehlende bzw. schlechte Internetanbindung als weitere Ursache für das Fehlen einer Webseite. Damit bin ich allerdings nicht ganz einverstanden, da immer mehr „offizielle Unternehmenstätigkeiten“ (USt.-VA oder Steuererklärungen) online abgewickelt werden müssen und Unternehmer zunehmend unter Druck gesetzt werden. Wo ein Wille, da auch ein Weg.

Insgesamt macht die Studie aber einen guten Eindruck und ist ein guter Denkanstoß. Die Autoren erkennen wichtige Probleme und präsentieren sie auf internetanbieter.com in sehr ansprechender Form. Wer noch keine Homepage hat, sollte nach dem Lesen hoffentlich überzeugt sein, das zu ändern. Ich rate aber dennoch dazu, sich auch mit dem WIE? zu schäftigen bevor es ans Eingemachte geht.

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