16.06.2014 von Kommentare: 4

Für Web-Content Geld bezahlen? Nur wenn die Qualität (und der Preis) stimmt!

Für Web-Content bezahlen

Gestern endete meine Blogprade zum Thema Paid Content, heute ist es Zeit für ein Fazit.

Es kamen zwar sehr viele sehr unterschiedliche Kommentare zusammen, aber so wirklich weit liegen die Meinungen nicht auseinander. Sofern die Qualität stimmt und die Möglichkeit besteht, sich vorab einen Eindruck des Inhalts zu machen oder sogar erst nach dem Konsum zu bezahlen, sind viele Leser bereit für Content im Web zu bezahlen.

Nur wenige lehnen die Bezahlung von Web-Content komplett ab, sondern definieren stattdessen Kriterien z.B. hinsichtlich des Formats (Ebooks & Whitepaper anstelle von Standard-Blogposts), des Preises (Cent-Beträge statt Euros) und der Bezahlform (One-Time-Payment oder Abo).

Der erfreuliche Konsens dieser Blogparade könnte also lauten: Paid Content hat unter bestimmten Umständen eine Zukunft (in der Blogosphäre). Wie genau diese Umstände aussehen und welcher Zeitraum hier die Zukunft definiert bleibt abzuwarten.

Nachfolgend findest du die gesamte Auswertung inklusive Statistik und allen Beiträgen.

 

Die Blogparade-Auswertung in Zahlen

In den vier Wochen sind insgesamt 19 Beiträge eingegangen, mit einer durchschnittlichen Länge von 700 Wörtern. Die Blogparade erhielt hier im Blog 27 Kommentare und grob summiert ca. 100 in allen teilnehmenden Blogs zusammen. Hinzu kommen weitere Kommentare bei Facebook, Google+ und Twitter – insgesamt also ein sehr erfreuliches Ergebnis.

Aber genug zur Statistik, die fallen denn die Meinungen der anderen aus?

 

Die Blogparade-Teilnehmer

Und hier sind die Teilnehmer! Die ersten drei Blogs möchte ich besonders hervorheben, da die dort entstandenen Diskussionen noch weitere sehr interessante Meinungen hervorgebracht haben. Mein Dank gebührt dennoch ALLEN Teilnehmern, ich freue mich sehr über die rege Beteiligung und kann es kaum erwarten, die nächste Blogparade mit euch zu schreiben ;-)

 

  1. Michael Firnkes: Können Blogger Qualität liefern? Und wird sie als solche erkannt?

Vielleicht wird die Gesellschaft den Spam-Content allmählich leid. Vielleicht kommt es zu einer Rückbesinnung. Ich fürchte, dass die Frage “Funktioniert Paid Content” bis dahin warten muss.

 

  1. Peer Wandiger: Ist Paid Content die Zukunft für Blogger und Websites?

Paid Content wird sicher in Zukunft von mehr Nutzern akzeptiert werden. Es ist einfach eine gewisse Umgewöhnungsphase notwendig. Dennoch halte ich es für keinen Trend, der sich auf breiter Basis durchsetzen wird.

 

  1. Claudia Kauscheder: Würdest du für Web-Inhalte Geld bezahlen?

Bei vielen Inhalten, bei denen mir so richtig “ein Licht aufgegangen ist” oder bei denen mein Herz zu hüpfen begonnen hat – da hätte so ein Mikro-Bezahlsystem (das ich allerdings zu dem Zeitpunkt schon hätte kennen müssen …) ganz sicher einen Klick von mir bekommen.

 

  1. Andreas Voetz: Paid Content – Sinn und Unsinn

Klar würde ich für gute Inhalte bezahlen und vor allem auch bezahlt werden. Allerdings nicht für die gesamte Seite, sondern für ausgesuchte Artikel, die dem Leser einen Mehrwert bieten.

 

  1. Jan Pötzscher: Würde ich für Webinhalte Geld bezahlen?

Nein [ich würde nicht für Blog-Content bezahlen]. Zumindest kein Geld. Ich würde jedoch – und das mache ich auch sehr gern – mit meinem Netzwerk bezahlen, indem ich Beiträge teile, sie kommentiere, sie like.

 

  1. Thomas Oelsner: Würdest du für Bloginhalte bezahlen?

Ich denke die Zeit ist reif dafür, ausgewählte Inhalte gegen Bezahlung anzubieten. Fachwissen ist teuer und warum sollte man das nicht auch gegen einen keinen Obulus weitergeben. Ich denke, dass hier natürlich auch der Preis und vor allem eine einfache Zahlmethode ausschlaggebend sind.

 

  1. Jens Hetke: Geld für Webinhalte bezahlen – ja oder nein?

Ja [ich würde bezahlen] aber es kommt auf den Content an! Das Problem an dieser Thematik ist eher der in den Köpfen der Konsumenten immer noch verankerte Gedanken, dass im Internet alles kostenlos sein muss!

 

  1. Katharina Türmer: Die Kostenlos-Gesellschaft versus Paid Content

Mein Blog liefert Informationen. Und dafür wäre im Tausch Geld ganz nett. Aber nicht von jedem, sondern von dem, der es mir freiwillig gibt. Denn viel wichtiger als Geld ist mir der Leser.

 

  1. Michi Leesch: Bezahlung für Webinhalte

Ich selbst bin bereit für sehr gute Inhalte zu bezahlen. Bei freiwilliger Bezahlung durch Tweets oder Likes bin ich sofort dabei. Aber solange es sich um sehr gute Inhalte und bekannte und vertrauenswürdige Blogger mit einem guten Ruf handelt bin ich auch bereit niedrige Beträge unter einem Euro auszugeben.

 

  1. Henrik Stamm: Würdest du für Webinhalte zahlen?

Der Markt wird hauptsächlich von klickgeilem Klatschjournalismus, welchen man überall findet, dominiert. An sich ist diese Tatsache gar nicht mal so schlimm. Jedoch zeigen derartige Presseerzeugnisse einfach nicht die Qualität, welche ich für Geld erwarte.

 

  1. Norman George: Sag mal, würdest du für Webinhalte Geld bezahlen?

Paid Content steckt in Deutschland noch in den Kinderschuhen und das Modell wird es sicherlich nicht ganz einfach haben, kurzfristig richtig Fahrt aufzunehmen. Darüber hinaus müssen gewisse Kriterien erfüllt sein, um Inhalte kostenpflichtig anbieten zu können.

 

  1. Tanja Beck: Paid Content: Eine Gesellschaft rettet sich selbst?

Die eigentliche Herausforderung ist die Umgewöhnung der Nutzer auf ein neues System. Kostenlos geht nicht mehr, kann nicht mehr gehen. Gerade weil Wissen und professionelle Neugier ein Schatz unserer freiheitlichen Demokratie sind.

 

  1. Maike Thöne: Würde ich für Blogbeiträge zahlen?

Paid Content sehe ich nicht bei Blogs, aber die Eigenwerbung, die man ausübt, ist unbezahlbar für Job, Selbstbewusstsein und eigenen Entwicklungsmöglichkeiten.

 

  1. Katharina Heder: Blogparade: Paid Content oder wie gut ist mein Inhalt?

Würde ich für meine Inhalte Geld bezahlen? Nein. Niemand würde mir dafür Geld bezahlen, solange es … kostenlose [Alternativen] gibt. Da strengt man lieber den eigenen Kopf an, als sich die Informationen geballt zu holen. Faulheit – so mein Fazit – siegt eben nicht immer.

 

  1. Dominic Spinner: Würdest du für Webinhalte Geld bezahlen?

Mir geht es nicht um’s Geld, mir geht es um die Sache an sich. Wenn ihr meinen Blog lest und teilt, macht ihr mich glücklich, und nicht, wenn ihr mir 5 Cent in’s Sparschwein werft!

 

  1. Katharina Lewald: Paid Content – Mein Beitrag zur Blogparade

Das Schlimmste ist, wenn man merkt, dass der Blogger die Inhalte eigentlich nur schreibt um damit Geld zu verdienen und sich womöglich gar nicht wirklich anstrengt, sondern die monetären Ziele vor Augen hat. Das habe ich schon oft gesehen und sowas schreckt mich einfach ab.

 

  1. Dennis Hüggenberg: Würdest Du für Webinhalte Geld bezahlen?

Würde ich für Inhalte im Netz bezahlen? Ja, auf jeden Fall. Wenn ich weiß, dass ich mir der Inhalt ein Problem löst, zahle ich gerne einen Beitrag dafür. Sehe ich eine Zukunft für Pay Content & Blogger? Ja. Ich gehe davon aus, dass in Zukunft immer mehr Blogs kostenpflichtige Inhalte nach dem Freemium-Modell anbieten werden.

 

  1. Peter Adler: Paid Content

Ich stehe bestimmt nicht auf dem Standpunkt “Geiz ist geil” sondern eher auf “Geist ist geil”. Für mich stellt sich gar nicht die Frage, ob ich für meine Bloggerei etwas verlangen würde, Besuche der Leser und Anerkennung sind Lohn genug (für mich).

 

  1. Stefan Schütz: Würde ich für Web-Content zahlen?

Vermutlich würde ich einfach weniger oder anders lesen, wenn ich für die Inhalte zahlen müsste. Mir würde sicher der Facettenreichtum fehlen. Vielleicht wäre das aber auch die Möglichkeit einer Neujustierung, Umorientierung und Auslese.

 

Hinzu kamen weitere Kommentare von Lesern, deren Antwort auf meine Frage sehr unterschiedlich ausfiel. Einige würden für Content bezahlen, wenn sie ihn vorher (an)lesen können, anderen würden nicht bezahlen, weil viele Inhalte nur Reproduktionen sind.

 

Insgesamt verspricht das Thema also eine interessante Zukunft und ich bin sehr gespannt wie sich Paid Content in Deutschland und speziell der Blogosphäre entwickeln wird.

 

Du hast die Blogparade verpasst, möchtest aber trotzdem gerne deine Meinung dazu kundtun? Gerne! Du kannst entweder direkt einen Kommentar schreiben, oder auch gerne den ersten Artikel hier kommentieren. Ich freu mich!

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Kommentare

Kommentator

Kommentar von Bloggen für schlaue Frauen

Na das lässt ja hoffen ;)

Allerdings darf man nicht vergessen, dass die Antworten hier von Personen kamen, die selbst bloggen und viele davon hoffen bestimmt, entsprechend selbst Geld mit ihren Inhalten verdienen zu können. Ergo sind diese natürlich auch aufgeschlossener, selbst für Inhalte zu bezahlen - sie sehen eben auch den Aufwand, der dahinter steht. Insofern wäre es eigentlich viel interessanter, ob die nicht-bloggende MASSE auch bezahlen würde ... ;) Auch bei Krautreporter ist es doch so, dass es "immer dieselben" sind, die bei sowas mitmachen ...

Nur noch mal eine Anmerkung dazu :) Ansonsten wie immer vielen Dank für die tolle Blogparade! Liebe Grüße, Katharina

Robert Weller

Antwort von Robert Weller

Hey Katharina,
der Gedanke kam mir auch schon. Wie so oft hängt es eben bei jedem individuell auch von der Zielgruppe ab. Aber das ist im Marketing ja quasi Standard ;-)

Liebe Grüße, Robert

Kommentator

Kommentar von Claudia Kauscheder

Hallo Robert!

Danke für das Thema ansich - und die tolle Zusammenfassung der Blogparade!

Den Gedanken von Katharina hatte ich auch schon und mich gefragt, ob ich VOR meinem eigenen Engagement als Bloggerin auch bereit gewesen wäre, für Inhalte zu zahlen ... Da ich vorher schon lange und viele Blogs verfolgt habe, lautet meine Antwort: ja, wäre ich (unter den in meinem Artikel geschriebenen Bedingungen) :-)

Sonnige Grüße,
Claudia

Kommentator

Kommentar von Thomas

Ja, das sehe ich auch so. Die Content-Schaffenden wollen natürlich dafür entlohnt werden. Und die Konsumenten wollen so wenig wie möglich dafür bezahlen. Das ist ja auch Okay.

Allerdings setzt sich in den letzten Jahren immer mehr die Auffassung durch alles um sonst zu bekommen zu wollen. Dieser Trend zeichnet sich in allen Branchen in Deutschland ab. Allerdings sieht man aus US-Webseite Angebote, für die in Deutschland niemand zahlen würde.

Robert Weller

Antwort von Robert Weller

Ja da hast du Recht Thomas, nur wer fängt an diese Mentalität kostenlos zu brechen? Die Content-Schaffenden oder die Konsumenten? Letztendlich ja wogl nur im Kollektiv ersterer, oder?

Kommentator

Kommentar von Ivana

Lieber Robert,

danke dass du dieses Thema noch einmal für G+ herausgekramt hast! :) Es ist in unserem Arbeitsbereich ja ein Dauerbrenner, der mal mehr mal weniger die Gemüter entfacht.

Ich habe mir (noch) nicht alle Beiträge durchgelesen, aber zum Thema Paid Content habe ich einen ganz pragmatischen Zugang:
Ich als Bloggerin, idealerweise Expertin in meinem Gebiet, biete Lösungsansätze, Empfehlungen und Tipps - also, eine DIY-Anleitung. Diese stelle ich grundsätzlich immer kostenlos zur Verfügung.
Kommt mein/e Leser/in jedoch in seinem/ihrem Problem nicht weiter, traut sich das nicht zu oder will professionelle Hilfe zu genau diesem Problem, würde ich dafür eine Entlohnung verlangen. Das ist also eine Dienstleistung, die ich anbiete. Dieses Problem und die Lösung dazu, könnte man als in-depth-case-study für einen Mini-Betrag der breiten Öffentlichkeit anbieten.

Ich bin für ein Stufenmodell des Paid Content. Wer den Anfang machen muss? Wir. Wenn wir unsere Arbeit nicht als wertvoll genug auffassen, werden das auch die anderen nicht tun. "Gratis-Zeug" gibt es genug im Netz. Das heißt nicht, dass es per se schlecht ist, aber professionelle Dienstleistungen kosten - auch wenn der Vertriebskanal das Internet ist.

Ich denke, es wird immer User geben, die bereit sind für gute Qualität zu bezahlen.

LG,
Ivana

Robert Weller

Antwort von Robert Weller

Hi Ivana, danke für deinen Kommentar. Deinen Ansatz halte ich für sehr vielversprechend, ist aber so gesehen nochmal ein anderes Thema, denn konkret ging es uns ja darum, mit dem Content selbst Geld zu verdienen. Also nicht darum, mit Content Kunden zu akquirieren, sondern erstellte Inhalte zu monetarisieren.

Aber so wie du bin auch ich der Meinung, dass wir Blogger den Anfang machen müssen. Nicht zwangsläufig, indem wir alle unsere Inhalte nur noch gegen Bezahlung anbieten, aber eben erstmal durch Aufklärung: "Warum ist unser Content es wert, Geld dafür zu bezahlen?"

Das Problem was ich allerdings auch noch sehe: Wie soll ein Leser "gute Qualität" erkennen?

LG, Robert

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