23.03.2011 von Kommentar schreiben

Gehaltsunterschied: Angestellt vs. Selbständig

Honorarkalkulation

Angestellt oder selbständig? Das fragen sich viele Absolventen im Bereich Kommunikation und Design. Wer den Weg in die Selbständigkeit wählt, wird sich nicht nur mit der Honorarkalkulation beschäftigen müssen, sondern wird wahrscheinlich auch schnell auf verwunderte Arbeitgeber stoßen, die Ihren Kostenvoranschlag als unverschämt und frech bezeichnen.

Klar, sie können es auch nicht besser wissen... Bei ihren eigenen Angestellten mit einer 38-Stunden-Woche und einem Monatsgehalt von bspw. 2.500€ errechnet sich ein Stundenlohn von ca. 15€. Wenn Sie als selbständiger Dienstleister über 70€ verlangen verwundert das natürlich.

Betrachten wir nun also die Selbständigen-Perspektive, um diese Differenz aufzuklären: Da 13 Monatsgehälter aufs Jahr gesehen bei abhängig Beschäftigten üblich sind, gehen wir von einem Jahresgehalt von 4.600€* x 13 = 59.800€ aus. Dazu kommen rund 20% Arbeitgeber-Anteil zur Sozialversicherung (11.960€), sodass sich eine Summe von 71.760€ ergibt. Umgelegt auf 223 Arbeitstage pro Jahr (365 - 104 Tage Wochenende und acht Feiertagen) ergibt sich ein gewünschtes Brutto-Gehalt von 321€ pro Arbeitstag. Bei einer 40-Tage-Woche wären das also 40€ pro Stunde.

Gehen wir nun noch von einer Auslastungsquote von 75% aus, erhöht sich der Stundensatz bereits auf ca. 53€. Noch Unberücksichtigt blieben allerdings bisher sowohl die Betriebskosten (Räumlichkeiten, Ausstattung, Material, etc.), die wir zurückhaltend mit 15% einrechnen, sowie die Umsatzsteuer. Damit ergibt sich bereits ein Stundenlohn von knapp 70€. Und hierbei sprechen wir noch lange nicht von Verzinsung und Gewinn, sondern lediglich vom Erreichen des durchschnittlichen Gehalts eines Angestellten.

Mehrwert für uns Selbständige

  • Wer die richtigen Bezugsgrößen kennt, tritt seinen Geschäftspartnern selbstbewusster gegenüber und lässt sich nicht ständig über den Tisch ziehen.
  • Wer als professioneller Anbieter gegenüber kalkulationserfahrenen Geschäftskunden auftritt wird mit realistischen Preisangeboten eher überzeugen als mit Studenten-Tarifen.
  • Wer seine Buchhaltung konsequent für kalkulatorische Zwecke nutzt, dem geht diese Arbeit auch leichter von der Hand.

Als kleiner Tipp: Notieren Sie sich Ihre investierte Arbeitszeit, um den Wert Ihrer Arbeit realistisch einschätzen zu können. Das hilft enorm bei der Soll-Preis-Kalkulation.

*Branchendurchschnittsgehalt Ende 2010: 4.600€ brutto pro Monat

Weiterführende Links: akademie.de

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