22.11.2011 von Kommentar schreiben

Gestaltgesetze der Wahrnehmung

Grafik & Design

Die Gestaltgesetze entstammen der Gestaltpsychologie, die sich in den 1920er Jahren zu einer eigenständigen Theorie entwickelte und sich mit der Wahrnehmung der Menschen beschäftigt. Sie untersucht die kognitiven Mechanismen, die es dem Menschen ermöglichen, Phänomäne wahrzunehmen und zu interpretieren.

Die daraus entwickelten Gesetze bezeichnen die Art des Zusammenschlusses einzelner erlebter Teile zu einer Einheit. Hierher rührt auch das Sprichwort "Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile".

Wahrnehmung ist die Grundvoraussetzung fürs Lernen. Als Mediengestalter ist es mein Ziel, Menschen durch die visuelle Gestaltung dabei zu unterstützen. Die Beachtung der folgenden (unter weiterer, hier nicht aufgeführter) Gesetze steigert die Form-Inhalt-Beziehung und führt zu einer leichteren Erschließbarkeit (eine Werbebotschaft wird so bspw. schneller erfasst und verstanden; quasi "erlernt").

  1. Das Gesetz der Nähe

    Elemente, die nahe beieinander stehen, werden als zusammengehörend wahrgenommen. Deswegen kombinieren wir im folgenden Bild jeweils die untereinanderliegenden Punkte zu einer vertikalen Einheit.

    Das Gesetz der Nähe

    Dieses Gesetz ist mit eines der stärksten, sodass es bei der Gestaltung immer berücksichtigt werden sollte. Zusammengehörige Informationselemente sollten daher auch nahe genug beisammenstehen, um den Zusammenhang auch visuell klar erkennen zu können.

  2. Das Gesetz der Kontinuität

    Einzelne Elemente, die entlang bekannter Formen (bspw. einer Linie oder einem Kreis) angeordnet sind, werden eher als zusammenhängend wahrgenommen als andere.

    Das Gesetzt der Kontinuität

    Wichtig dabei sind die Ausrichtung der Elemente an einer deutlich erkennbaren Form sowie die gleichmäßige Verteilung und die Größenverhältnisse.

  3. Das Gesetz der Geschlossenheit

    Die Wahrnehmung des Menschen ist darauf ausgerichtet, in allem was wir sehen Zusammenhänge zu entdecken. Aufgrund dieser Konditionierung erkennen wir sogar dort zusammenhängende Figuren, wo keine sind, wir vervollständigen Einzelelemente und setzen sie in eine Beziehung zu einander (nämlich zu Formen, die eigentlich nicht da sind).

    Gesetz der Geschlossenheit

    Hinzu kommt, dass wir annehmen, dass sich Objekte hinter dem Horizont oder einem Fenster i.d.R. fortsetzen und wir sie daher aus unserer Erfahrung heraus zu einer logischen und einfacheren Form vervollständigen.

  4. Das Gesetz der Gleichheit

    Objekte gleicher Form werden ebenso als zusammengehörend wahrgenommen, wie Objekte gleicher Größer oder Farbe. Wie die folgende Grafik zeigt, dominiert dabei die Gleichheit durch Farbe.

    Das Gesetz der Gleichheit

  5. Interferenzeffekt

    Als Interferenzeffekt bezeichnet man es, wenn sich zwei Aussagen in einer Darstellung zuwiderlaufen und den Betrachter dadurch verwirren.

    Der Interferenzeffekt

    Für Werbedesign ist dieser Effekt möglicherweise ein Mittel, um Aufmerksamkeit zu erregen, im Kommunikationsdesign sollte er hingegen vermieden werden.

  6. Hicks Gesetz

    Das Hicks Gesetz besagt, dass die Zeit, die Menschen für eine Entscheidung brauchen, mit der Anzahl der zur Verfügung stehenden Optionen steigt. Man kennt dieses Gesetz auch unter dem Leitsatz „Weniger ist mehr“,

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