14.10.2013 von Kommentare: 1

Die Fakten zu Googles Author Rank und Authorship (Infografik)

Die Fakten zum Author Rank und Google Authorship

Du kennst bestimmt diese coolen Profilbilder in den Suchergebnissen, richtig?

Vielleicht weißt du auch, dass die irgendwie mit Google+ zusammenhängen, oder?

Aber weißt du auch, was genau dahinter steckt? Kennst du Google Authorship oder den Unterschied zum Author Rank?

Eine nette Infografik gab mir den Anstoß das Thema aufzugreifen, jedoch wollte ich nicht einfach eine 0815-Anleitung zur Integration des Markups schreiben, davon gibt es schließlich schon genug. Nein, ich wollte etwas tiefer graben und sehen, was eigentlich hinter diesen zwei Begriffen steht, was Google dazu bewegt hat Authorship einzuführen und wie wir als Autoren unsere Autorität verbessern können.

 

Eines vorab: Google Authorship ist noch kein offizieller Rankingfaktor, obgleich ein Zitat von Googles Chairman Eric Schmidt Anfang des Jahres noch etwas anderes vermuten ließ:

“Within search results, information tied to verified online profiles will be ranked higher than content without such verification, which will result in most users naturally clicking on the top (verified) results. The true cost of remaining anonymous, then, might be irrelevance.”

 

Denn erst im September sagte John Mueller noch im Webmaster Central Hangout:

“We don’t use Authorship for ranking”


und räumt damit vorerst wieder auf mit dieser Vermutung.

 

Aber fangen wir vorne an…

 

Die Geschichte des Author Ranks

Der Author Rank geht bis ins Jahr 2005 zurück, wo Google ein Patent mit dem Namen „Agent Rank“ angemeldet hat. Dadurch sollte es populären bzw. vertrauenswürdigen „Agenten“ möglich sein, bessere Search Rankings zu erzielen als anonyme Agenten (indem Suchmaschinen sämtliche Quellen identifizieren, die auf einen Agenten zeigen und dadurch dessen Glaubwürdigkeit bewerten).

Im Jahr 2011 startete Google dann eine „portable identity platform“ (besser bekannt als Google+) als Grundlage digitaler Identitäten, wodurch sich Autoren im Internet über ihren Content (genau über das rel=“author“-Markup) identifizieren konnten.

Die Idee hinter Google Authorship war, in den Suchergebnissen neben einem Profilbild des Autors auch einen Link zu dessen Google+ Profil darzustellen, inklusive der Followerzahl (als Trust-Element). Ich schreibe hier war, denn das "Experiment" Authorship wurde im August 2014 von Google aufgrund der geringen Nutzung durch Autoren und des geringen Mehrwerts für Suchende beendet. So sahen Suchergebnissen mit Authorship aus:

Google Authorship in Suchergebnissen

Google Authorship war also ein Methode um Autoren darzustellen. Der Author Rank hingegen ist das Maß an Vertrauenswürdigkeit und existiert weiterhin! 

 

(SEO) Vorteile des Author Ranks

Die eigentliche Intention von Google war die Vermeidung bzw. Reduktion von Duplicate Content, die Forcierung qualitativ hochwertigen Contents, die Anpassung an veränderte („sozialere“) Suchalgorithmen und die Qualitätsverbesserung der Suchergebnisse indem nicht nur Bots über das Ranking bestimmen, sondern auch die User Einfluss nehmen können. Dadurch ergeben sich einige Vorteile für Autoren:

  • Suchergebnisse werden durch Autorenbilder persönlicher und erregen mehr Aufmerksamkeit als Einträge ohne Profil.
  • Vertrauenswürdigkeit der Inhalte (und des Autors) steigt, wodurch sich wiederum die Interaktionsrate zwischen Autor und Publikum sowie die Klickraten erhöhen.
  • Der Author Rank verbindet nicht nur Publisher (also die Webseite, auf der Inhalte veröffentlicht werden), sondern vor allem die Urheber, sprich Autoren, mit ihrem Content.


Ganz nebenbei ist Google+ hinter Facebook das zweitgrößte soziale Netzwerk, die aktive Teilnahme am Geschehen dort ist also ohnehin nicht uninteressant…

 

Nun aber zur zweiten eingangs gestellten Frage, wie ich als Autor meinen Author Rank verbessern kann.

 

(Mögliche) Einflussfaktoren auf den Author Rank

Tobias Gillen von den netzpiloten macht es kurz:

„Wichtig ist, wer Follower hat.“

 

Klar, das ist äußerst provokativ, aber er hat schon Recht. Auch wenn es noch weitere Einflussfaktoren auf den Author Rank gibt (geben könnte?):

  • Aktivität des Autors bei Google+ (Circle Count)
  • Performance seiner Inhalte (+1, Shares, Kommentare)
  • Verbindung (und Vergleich) zu anderen vertrauenswürdigen Autoren
  • Anzahl der Webseiten, auf der ein Autor Artikel veröffentlicht hat
  • Autorität auf anderen sozialen Plattformen wie Twitter oder Facebook (womöglich auch YouTube, da die Video-Plattform eng mit Google+ verbunden ist)
  • Page Rank einzelner Inhalte (eine Idee von Tom Anthony: Authored RageRank)

 

Eine Möglichkeit seinen eigenen Author Rank zu verbessern dürfte also (entgegen aller Gerüchte) das Schreiben von Gastbeiträgen für andere populäre Webseiten sein. Dabei profitieren nämlich sowohl Publisher als auch Autor durch Klicks und Autorität.

Eine andere ist… nicht wirklich neu. Denn über die Bedeutung von qualitativ hochwertigem und für die Zielgruppe interessantem Content ist sich hoffentlich jeder inzwischen bewusst. Es bringt nichts, ein möglichst breites Themenspektrum im Blog abzudecken, wenn die Expertise bzw. Qualität der Beiträge nicht hoch genug ist, oder ein Großteil der Inhalte für die Leser irrelevant ist, weil die Zielgruppe aufgrund der Themenvielfalt zu heterogen ist. Besser ist es, sich auf eine Nische oder zumindest ein enges Themenfeld zu konzentrieren und eine aktive Leserschaft / Community zu unterhalten.

 

Ausblick

Für jeden, der Content im Web verbreitet führt dem Anschein nach kein Weg um den Author Rank vorbei. Mein Vorschlag ist daher, möglichst früh mit der Attribution von Content zu beginnen, um gegenüber der Konkurrenz einen kleinen Vorsprung zu haben, wenn/falls Google den Author Rank endgültig in den Algorithmus integriert.

Aber abgesehen davon stellt sich mir derzeit noch die Frage, ob es überhaupt schon genug aktive Google+ Nutzer, um die Vertrauenswürdigkeit von Links ausreichend zu bewerten. Was meinst du?

 


Ergänzende Links:

Google Authorship Markup Guide zur Implementierung in deine Webseite
Was ist besser? rel=publisher oder rel=author?

 

Infografik (klicken zum vergrößern, oben links Hovern zum pinnen)

Google Authorship Integration

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Kommentare

Kommentator

Kommentar von Urs E. Gattiker

Lieber Robert
Danke für diesen Beitrag. Interessant sind da viele Sachen wie z.B.:

1. Die Linke Hand (CEO Schmidt - Author Ranking wird genutzt) weiss nicht unbedingt so was die rechte Hand macht (John Mueller - Author Ranking nicht wichtig)

2. Du fragst: Gibt es "genug aktive Google+ Nutzer, um die Vertrauenswürdigkeit von Links ausreichend zu bewerten."

Google hat bis jetzt eigentlich noch nie Vertrauenswürdigkeit oder Trust bewertet. Viel mehr ist es doch die Masse - d.h. desto mehr Tweets mit einem Link zu Deinem Blog oder aber Links zur Webseite von anderen Webseiten/Blogs - umso besser?

Da ist Google+ ein weiteres Teil des Puzzles - nicht mehr oder nicht weniger.

3. Für mich ist die Hauptfrage: Wie nutzt Google die Daten von Google+ genau. Niemand weiss dies so genau - auch Google wohl nocht nicht... ABER:

a) jeder Link auf ein Suchresultat mit Deiner Foto als Autor wird gezählt
b) Die Suchresultate mit Fotos werden vermehrt in den Top 3 Resultaten präsentiert
etc.

WAS SAGT DAS mir?
Google+ wird sich weiter entwickeln aber wohin es geht ist noch nicht so genau festgelegt. Das es sich jedoch auf die Suchresultate auswirkt ist klar ersichtlich. Deshalb kann man Google+ in Sachen SEO Auswirkungen nicht ignorieren.

Was denkst Du Robert?
Grüessli Urs E. Gattiker

Robert Weller

Antwort von Robert Weller

Danke für deinen Kommentar Urs.

Die Frage nach der Zahl aktiver Google+ Nutzer zur Bewertung der Vertrauenswürdigkeit von Links rührt daher, dass Suchergebnisse in der personalisierten Suche wohl stärker von den Aktivitäten des eigenen Google+ Netzwerks abhängen. Wer kleine Circles hat, wird womöglich auf das Problem stoßen, hauptsächlich "gelikte" Links aus seinen Kreisen zu finden. Über die Qualität wird dabei zwar nichts gesagt, aber wie du richtig erkannt hast, macht es vor allem die Masse aus. Die in diesem Fall dann aber fehlt...

Aber ansonsten sehe ich es wie du: der Einfluss von Google+ auf das Search Ranking dürfte in Zukunft weiter steigen, sodass es nicht mehr ignoriert werden sollte.

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