12.09.2013 von Kommentare: 8

Kontinuität im Bloggen - Nur die Routine führt zum Erfolg

Routine beim Bloggen

Qualität und Kontinuität sind ausschlaggebende Erfolgsfaktoren beim Bloggen.

Sie entstehen in erster Linie durch Motivation und Leidenschaft.

Diese Motivation wird wiederum aufrechterhalten und verstärkt durch eine aktive Leserschaft (Community), den Kompetenzerwerb (Learning by Doing) und Anerkennung. Dadurch verbessert sich stetig die Leistung und der Blog bzw. Blogger wird zu einer Marke. Deren Bekanntheit wird durch Qualität (v.a. im Blog) kontinuierlich gesteigert und der Kreislauf schließt sich.

Aber wie halte ich meine Motivation aufrecht und wie schaffe ich mir als Blogger eine feste Routine?

Stellen wir uns das Bloggen doch mal als Sport vor:

Es gibt jede Menge Konkurrenz, es erfordert Leidenschaft, ein gewisses Talent und natürlich viel Training. Wer sehr gut ist kann sich zum Profisportler entwickeln und im besten Fall von dem leben, was ihm am meisten Spaß macht. Das ist doch eine gute Motivation, oder nicht?

 

Das tägliche „Training“ eines Bloggers

Ganz so einfach ist es leider nicht, denn die meisten werden den Sprung zum Profiblogger nur dann schaffen, wenn sie ausreichend Zeit (und Geld) in ihr Training investieren. Für viele Berufstätige ist das quasi unmöglich, sodass eigentlich schon im Voraus der Entschluss gefasst werden muss, sich dem Bloggen Vollzeit zu widmen. Vor allem finanziell nicht ohne Risiko...


Wer sich traut diesen Schritt zu gehen braucht viel Disziplin, um sein Ziel zu erreichen. Denn wie heißt es so schön: "Hard Work Beats Talent".

Eine feste Routine hilft dabei, das Ziel vor Augen zu behalten und könnte zum Beispiel so aussehen:

  • Der Tag beginnt mit Schreiben, solange wie die Wörter auf dem (virtuellen) Papier einen Sinn ergeben. Ablenkung ist hier absolut tabu!

    Manche Blogger hören gerne Musik, andere stören sich daran. Hier wirst du für dich herausfinden müssen, ob und wenn ja, mit welcher Musik du gut arbeiten kannst. Ich schreibe gerne ohne, in den seltensten Fällen mit rein instrumentaler Begleitung. Am schlimmsten sind Songs, bei denen ich mitsingen kann, das lenkt total ab.

    Außerdem nutze ich ein festes Blog Post Questionnaire (Copywriting Scorecards von ProBlogger*), wodurch ich die grundlegende Vorgehensweise und Struktur neuer Artikel standardisiere. Das spart Zeit und ich kann direkt mit dem eigentlichen Schreibprozess beginnen.

  • Vormittags, wenn du keinen vernünftigen Satz mehr zu Papier bringst, könntest du andere Artikel oder Bücher lesen (ich nehme mir jeden Monat Zeit für mindestens ein Fachbuch und dessen Rezension) und dich dadurch inspirieren lassen. Auch wären die paar Minuten vor der Mittagspause eine gute Gelegenheit den Feed-Reader zu checken, um sich über aktuelle Themen zu informieren.

    Beim Lesen anderer Blogs mach ich mir parallel Notizen und erstelle eine Liste der Beiträge, die ich kommentieren möchte. Das mache ich aber nicht jetzt, sondern abends (siehe unten).

  • Mittags ist es dann an der Zeit, die im Voraus geschriebenen Artikel (nicht zwangsläufig die vom Morgen, sondern auch die von Vortagen) Korrektur zu lesen, in das Blog-CMS einzufügen, mit Bildern zu bereichern (Bildrecherche und -bearbeitung eingeschlossen), für Suchmaschinen zu optimieren und nach einer letzten Frontend-Vorschau zu veröffentlichen.

    Hier findest du eine detaillierte Liste der Dinge, die nach dem Schreiben eines Artikels (aber vor der Veröffentlichung!) zu tun sind als Infografik.

  • Nachmittags ist die Zeit, um sich bspw. auf Aufträge zu konzentrieren (viele Blogger sind Speaker, Coaches, Designer, Programmierer, Autoren, SEOs, etc.) oder anderen/neue Bereiche des Blogs zu konzipieren (z.B. Ebooks schreiben oder Email-Kampagnen planen).

  • Abends stehen geistig weniger anstrengende Tätigkeiten auf dem Plan. Dazu gehören z.B. Emails abarbeiten, ToDo-Listen für den nächsten Tag schreiben, den Redaktionsplan updaten oder mit anderen Bloggern kommunizieren. Auch die Promotion deines neuen Blog-Artikels über soziale Netzwerke und das Kommentieren anderer Blogs kannst du jetzt erledigen.

  • Ganz wichtig: Arbeite nicht rund um die Uhr, sondern zieh einen klaren Schlussstrich unter deinen Arbeitstag. Das Handy darf den restlichen Abend gern im Arbeitszimmer liegen bleiben (vorausgesetzt du arbeitest zu Hause), während du dich um die Familie oder den Haushalt kümmerst.

  • Mein Tipp: Über den gesamten Tag verteilt ist dein Notizbuch dein ständiger Begleiter, denn die Erfahrung zeigt, dass bei vielen Bloggern die besten Ideen in den unpassendsten Momenten kommen. Darauf musst du also vorbereitet sein!


Dazu sei auch noch gesagt, dass es beim Schreiben viel auf die Kreativität ankommt, die sich nur schlecht in einen zeitlich festen Rahmen eingrenzen lässt. Mein Rat an dieser Stelle ist, zu schreiben, wenn du Lust hast zu schreiben. Selbst wenn es nur zehn Minuten sind. Wichtiger ist die gesamte ToDo-Liste des Tages, dein Ziel sollte die Abarbeitung derer sein. Wann genau welcher Eintrag erledigt wird ist nicht so wichtig und wird von Person zu Person unterschiedlich sein. Viel wichtiger ist, dass du dein Tagesziel erreichst, denn nur so kannst du morgen nach vorne schauen und musst nicht erst die liegengebliebene Arbeit von gestern aufholen.

 

Fazit: Geld ist nicht alles.

Leidenschaft und Motivation – sie sind der Motor deiner Arbeit.

Vergiss niemals, aus welcher Motivation heraus du angefangen hast zu bloggen, denn ich verspreche dir, dass irgendwann der Zeitpunkt kommt, an dem du plötzlich die Chance hast, viel Geld zu verdienen.

Doch genau dann wird deine intrinsische Motivation durch eine externe ersetzt und deine eigentlichen Ziele vernachlässigt. Genau dann geht es plötzlich nicht mehr um deine Leser, die Anerkennung und deine Kompetenzerweiterung, sondern nur noch um einen Blog als Mittel zum Zweck. Und spätestens wenn deine Leser das merken, bröckelt das Grundgerüst deines Erfolgs.

Viele sagen, der Blog ist dein Baby, das du behüten und großziehen musst. Ich sage, es sind deine Leser, um die du dich kümmern musst.

 

In diesem Sinne hoffe ich, dass dir der Artikel gefallen hat und bitte dich um deine Meinung: Hast du eine feste Routine? Wie stehst du als Blogger zu deinen Lesern und was erhoffst du dir als Leser?

 

Als „Cooldown“, so wie sich das nach jedem Training gehört, möchte ich dir einen sehr inspirierenden Vortrag von Dan Pink bei TED über die Motivation von Menschen nahelegen:

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Kommentare

Kommentator

Kommentar von Aljoscha Laschgari

Hallo Robert!
Bereichernder Artikel! Dankeschön!

Meine Routine habe ich in meinem Artikel "Wie sieht mein Blogger Alltag aus?" niedergeschrieben. Dieser Artikel ist auch Teil einer Blogparade.

Robert Weller

Antwort von Robert Weller

Hi Aljoscha,
vielen Dank und dir viel Erfolg bei der Blogparade! Bin gespannt zu hören, wie so ein Tag bei anderen aussieht und ob sie auch solche Langschläfer sind :P

Kommentator

Kommentar von Kai Thrun

Geld ist nie(!) eine Motivation, sondern immer ein Resultat. Ansonsten kann ich da natürlich nur beipflichten :)

Robert Weller

Antwort von Robert Weller

Naja, wissenschaftlich gesehen ist Geld schon eine Motivation, da wir intrinsisch und extrinsisch unterscheiden. Aber die Diskussion, welche davon nun die wirkungsvollere ist, erklärt Dan Pink ja ganz gut ;-)

Mir reicht es, wenn wir uns darauf einigen können, dass Geld für uns Blogger keine Motivation sein sollte.

Kommentator

Kommentar von Wolfgang

Hallo,

eine sinnvolle Struktur ist offensichtlich wichtig, das merke ich auch gerade. Danke für die hilfreichen Ausführungen... ;)

Grüße
Wolfgang

Robert Weller

Antwort von Robert Weller

Sehr gerne Wolfgang, danke für deinen Kommentar! Darf ich fragen wobei du es gemerkt hast? Bist du neu beim Bloggen?

Kommentator

Kommentar von Linda

Schöner Artikel :)
Ich bin auch Neu-Blogger und merke schon jetzt, dass ich mir nen Plan aufstellen muss, damit ich alles schaffe, was zu tun ist :). Nicht die Zeit ist manchmal das Problem, sondern die fehlende Organisation. Aber da hilft mir jetzt Trello :)
Da ich freiberuflich von zuhause aus arbeite, kann ich mir meine Tage aber gut einteilen.

Robert Weller

Antwort von Robert Weller

Hi Linda, schön, dass du den Weg zum Bloggen gefunden hast und auch schön dich hier zu sehen! :-)

Trello hatte ich auch mal, war mir nur fürs Bloggen dann aber doch zu "kompliziert", quasi umfangreich. Insgesamt aber echt ein gutes Tool.

Kommentator

Kommentar von Kathrin Pyplatz

Hey Robert,

ich finde Deine Artikel wirklich hilfreich. Ich bin ein vielleicht Blogger - mir fehlt der letzte Schubs in die Richtung :-)

Robert Weller

Antwort von Robert Weller

Hey Kathrin, danke für deine Meinung!

Dein "vielleicht" klingt schon mehr nach einem Sein als einem Nicht-Sein, von daher ich dir nur raten (was auch sonst): Leg los! Ich will bald von dir hören mit mindestens der Idee, dem Namen oder sogar der Adresse deines Blogs ;-)

Gerne kannst du dich jederzeit bei mir melden wenn du Fragen hast. Rund um Blogs kann ich sicher helfen und wenn nicht kenne ich jemanden. Willkommen in der Blogosphähre ;-)

Kommentator

Kommentar von Kathrin Pyplatz

Danke,

gut, dann werde ich das mal in Angriff nehmen.
Werde berichten! :-)
Grüße

Kommentator

Kommentar von Eddy

Wie gut, dass es Twitter gibt: so wurde ich erst heute auf diesen Beitrag aufmerksam gemacht ;-)

Meiner Meinung nach hättest Du eigentlich zwei Beiträge schreiben sollen: einen zur Kontinuität im Bloggen, und den zweiten über die Einstellung des Bloggers zu seinen Lesern.

Letzteres finde ich nämlich viel wichtiger als ersteres - und in diesem Beitrag hier kam es mir viel zu kurz.

Ich teile Deine Ansicht und möchte Dein Fazit gern doppelt unterstreichen: Geld ist nicht alles. Die Leser sind alles!

Mein aktuelles Projekt (Link ist hinterlegt) greift diese These auf. Und dort werden die Leser "die Macht haben" ("die Möglichkeit" klingt mir zu schwach *g*), über die Qualität eines Blogs zu urteilen.

Robert Weller

Antwort von Robert Weller

Hi Eddy, danke für deinen Kommentar. "Erst heute" ist immer noch besser als gar nicht, wenn du mich fragst :D

Dein Projekt klingt spannend, geht das eine Richtung wie Trusted Shops, quasi als Art Gütesiegel für lesenswerte Blogs?

Kommentator

Kommentar von Anna Franzen

Lieber Robert,
deinen Vergleich mit dem Profisportler finde ich richtig gut, da hast du mich echt abgeholt.
Wenn es aber nicht möglich ist den Job zu kündigen um gleich morgens mit dem texten anzufangen (was meine beste Zeit wäre), was rätst du einem dann? Wie blogge ich nebenberuflich am besten? Hast du da Tipps?
Viele Grüße
Anna

Robert Weller

Antwort von Robert Weller

Hallo Anna,

nebenberuflich Bloggen heißt leidenschaftlich gerne schreiben. Es darf dabei nicht ums Geld gehen, sonst wird es schnell ein Zwang oder eine Verpflichtung.

Mein Tipp: Analysiere deinen Tagesrhythmus, bzw. genauer gesagt deinen Biorhythmus. Dazu musst du dich einfach mal einen Tag lang "bewusst wahrnehmen" (Gadgets wie Fitnesstracker o.ä. können helfen, um z.B. deinen Schlafrhythmus zu betrachten). Jeder Mensch hat am Tag mehrere Hochs und Tiefs. Ein Hoch haben viele uns früh morgens (bei mir beginnt das so gegen 7:30 Uhr und hält bis etwas 11 Uhr an). Wenn du zu dieser Zeit schon deinem Beruf nachgehen musst, dann such dir ein weiteres Hoch. Ich hab z.B. noch eins ab etwa 21/22 Uhr. Richte dir einfach diese Zeit zum Schreiben ist.

Wichtig ist, dass du einen Schreibrhythmus entwickelst und dir diese Zeit regelmäßig nimmst – keine Ausreden, keine Alternativen. Es muss ja auch nicht täglich sein. Aber Sportler müssen Disziplin entwickeln. ;-) 

Ich hoffe damit kommst du weiter!

Liebe Grüße,
Robert

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