22.09.2014 von Kommentare: 4

Checkliste: Rechtliche Risiken bei der Verwendung von Bildern in Social Media

Bilder in Social Media: Rechtliche Risiken

Wie wir wissen sagt ein Bild mehr als tausend Worte.

Das Thema Bilder oder generell visuelle Medien zählt aktuell zu den größten rechtlichen Herausforderungen im Social Web, wie auch eine Leser-Umfrage im Rahmen der Buchverlosung von „Social Media und Recht“ hier im Blog ergeben hat.

Das kann ich gut nachvollziehen, denn dazu fallen auch mir spontan einige Fragen ein… Welches Bild darf  ich für meinen Blog nutzen? Darf ich meinen Blogartikel mit dem Bild dann auch über soziale Medien bewerben? Muss ich den Urheber nennen oder sogar verlinken? Muss dieser Hinweis auf dem Bild platziert werden oder im Text?

Ein heikles Thema! Bei der Verwendung von Bildern Dritter ist immer Vorsicht geboten, aber wo genau liegen die Gefahren und wie finde ich heraus, ob und für welche Zwecke ich ein Bild nutzen darf?

 

 

Die Rechtsanwältin Kathrin Schürmann beantwortet einige der oben gestellten Fragen im Dr. Web Magazin, wobei für sie ganz klar gilt: Keine Verwendung von Fotos ohne Lizenz. Sie empfiehlt auch über erworbene Lizenzen Buch zu führen um bei nachträglichen Lizenzänderungen seine Rechte zu kennen.

Besondere Vorsicht gilt bei der Verwendung von Bildern in Social Networks, denn viele Plattformen lassen sich Nutzungsrechte von Bildern in Beiträgen übertragen. Doch nur in den seltensten Fällen sind wir selbst zur Unterlizensierung befugt. Eine Verwendung solcher Bilder ist aufgrund dieses Verstoßes also abmahnfähig!

Hinzu kommt, dass auch selbst geschossene Fotos nicht immer frei verwendbar sind, da ggfs. das Motiv geschützt sein kann. Der Fotograf Henri Cartier-Breson sagte einst:

„Fotografieren ist wie Bogenschießen: Richtig zielen, schnell schießen, abhauen“


Nur ist das Abhauen gerade im Social Web so gut wie unmöglich…

Christian Solmecke und Jakob Wahlers erklären den Unterschied zwischen dem Recht am Bild (=Urheberrecht) und dem Recht am Motiv sehr gut in ihrem Werk „Recht im Social Web“. Zudem gehen sie auf die verschiedenen Arten von Bildern ein (z.B. Fotografien oder Grafiken) und unterscheiden die Art der Verwendung (z.B. Rezensionen, Berichterstattung, Teilen und Verlinken von Bildern oder der Abbildung zum Weiterverkauf).

 

Thomas Schwenke hat für diesen Zweck in seinem Buch „Social Media Marketing & Recht“ (Rezension lesen) eine Checkliste mit wichtigen Fragen zusammengestellt, die du vor der Verwendung eines Bildes beantworten solltest. Mit seiner Erlaubnis habe ich sie visuell etwas aufpoliert, sodass du sie (völlig risikofrei!) über Facebook & Co. teilen kannst ;-)

 

Bildrechte Checkliste

Je nachdem wie deine Antworten auf diese Fragen ausfallen, darfst du ein Bild ohne weitere Vorkehrungen verwenden (wenn kein Schutz besteht, du eine Einwilligung hast oder es ausnahmsweise nutzen darfst) oder eben nicht. Dann solltest du, sofern es dir möglich ist, die entsprechenden Rechteinhaber zu kontaktieren, zunächst den Sachverhalt klären oder auf ein anderes Bild ausweichen.

 

Das Zitat als Ausnahme vom Grundsatz des Zustimmungserfordernisses sowie eine weitere beschreibt Dr. Carsten Ulbricht auch in seinem Buch:

  1. Fremde Inhalte als Zitate verwenden
    Das Zitatrecht (§ 51 UrhG für alle die es nachschlagen möchten) ermöglicht die Verwendung geschützter Werke unter gegebenen Voraussetzungen. Hierzu zählt die Kennzeichnung, z.B. durch Anführungszeichen, ein angemessenes Verhältnis der kopierten Inhalte zu den eigenen sowie eine entsprechende Quellenangabe des Zitats.

  2. Creative Commons Lizenzmodelle
    Die Creative Commons (kurz CC) sind ein System vorformulierter Lizenzverträge die es Autoren ermöglichen – ähnlich dem Prinzip „Open Source“ – der Öffentlichkeit auf einfache Weise Nutzungsrechte einzuräumen. Im nächsten Beitrag dieser Reihe werde ich noch näher auf dieses System eingehen, da viele Stockarchive Bilder unter der CC-Lizenz kostenlos zur Verfügung stellen.

 

Eine Unsicherheit bleibt jedoch auch bei CC-lizensierten Bildern aus Stockarchiven, so viel kann ich schon vorwegnehmen: Wir wissen nämlich nie genau, ob die Bilder dort wirklich vom Urheber selbst oder zumindest mit dessen Einverständnis zur Verfügung gestellt wurden.

Der sicherste Weg Bilder online zu verwenden ist meiner Ansicht der, und so versuche ich es auch hier im Blog zu handhaben, Bilder bzw. Grafiken selbst zu erstellen oder zumindest von zuverlässigen Quellen zu beziehen. Bestenfalls mit einer schriftlichen Nutzungserlaubnis.

Und sind wir doch mal ehrlich: ein paar Cent pro Bild zu bezahlen ist wirklich nicht die Welt, oder? Vor allem wenn wir bestimmte Motive immer wieder verwenden können…

 

Du bist gefragt! Wie sicherst du dich bei der Verwendung von Fotos online ab?

Die in diesem Beitrag empfohlenen Bücher findest du auch bei Amazon:

(Diese Links sind Amazon-Partnerlinks. Ich erhalte bei deinem Kauf eine kleine Provision, wobei für dich keine zusätzlichen Kosten entstehen. Ich reinvestiere dieses Geld ausschließlich hier in den Blog.)

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Kommentare

Kommentator

Kommentar von Janett Reimann

Lieber Robert,

vielen Dank für diesen hilfreichen und informativen Beitrag! Ich werde ihn gleich mal bei Twitter verbreiten. :)

Die Angst vor Abmahnungen ist ja allgegenwärtig. Wenn ich mich auf die Suche nach einem Bild für meinen Blog oder einen Social-Media-Beitrag mache, dann geht das nicht ohne diese nagende Unsicherheit, die mich jedes Mal arg zweifeln lässt, ob ich dieses oder jenes Bild nun tatsächlich bedenkenlos nutzen kann oder nicht.

Ich will da echt kein Risiko eingehen! Daher greife ich lieber in die Tasche und kaufe meine Bilder für ein bis zwei Dollar das Stück. So bekomme ich jedenfalls eine Lizenz, in der steht, dass ich das Bild teilen und sogar verändern darf. Ich hoffe, dass ich so der Abmahnfalle entkommen kann. Die Lizenzen archiviere ich alle fein säuberlich in einem Ordner, damit ich im Fall der Fälle „etwas in der Hand habe“.

Beste Grüße
Janett

Robert Weller

Antwort von Robert Weller

Hi Janett,

vielen Dank für dein Feedback. 1-2$ sind wirklich nicht viel und häufig lassen sich Bilder ja mehrfach verwenden, v.a. wenn du sie verändern darfst.

Aber hast du mal überprüft wie es mit der Nutzung in sozialen Netzwerken aussieht? Das ist ja nochmal eine Stufe heikler...

Beste Grüße, 

Robert

Kommentator

Kommentar von Maximilian Schilke

Ausschließlich eigene Werke. Bei Zitaten bin ich auch Vorsichtig. Da scheinbar es auch ein Copyright für Zitate gibt. Also wenn Berühmte Persönlichkeiten einen Spruch ablassen, darf man den wohl nicht einfach auch verwenden. Selbst wenn man Mann der Person dabei schreibt. So etwas habe ich mal irgend wo im Internet gelesen.
Weiter muss man ja bei Kinderfotos auch vorsichtig sein. Es sei denn man kann belegen das man das selbe ist und keine andere Person dabei zu sehen ist, also auch kein anderer Minderjähriger. Den auch bei Bildern der eigenen Kinder könnte da vielleicht später dann ein Urteil einem vielleicht im Nach hinein dann zur Kasse bitten.
Oder aber ich mache alle Personen so Unkenntlich das keiner diese wieder erkennen kann.

Robert Weller

Antwort von Robert Weller

Hi Maximilian,

Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste - gute Einstellung. Das Zitatrecht ist noch relativ einfach, da geht's z.B. um das Verhältnis vom eigenen Werk zum zitierten. Außerdem verjährt der Anspruch, wenn der Autor schon eine bestimmte Zeit verstorben ist - in Bezug auf deine Berühmtheiten...

Das mit Minderjährigen hatte ich so auch noch nicht gehört, danke für die Ergänzung, schau ich mir mal näher an!

Kommentator

Kommentar von Petra Söhner

Vielen Dank für die umfangreiche und kompetente Aufklärung in Sachen Text- und Bildrechte.
Gerne teile ich den Artikel auf meiner g+ Seite. Viele Socialweb-User gehen in Unwissenheit viel zu leichtfertig mit Bildmaterial um.
2012 habe ich eine Community (nonprofit) auf g+ gegründet und kläre unsere User von Zeit zu Zeit zum Urheberrecht auf. Gerne empfehle ich Ihren wissenswerten Blog weiter.

Robert Weller

Antwort von Robert Weller

Herzlichen Dank, Petra (ich hoffe das Du ist ok, so handhabe ich das hier im Blog gerne)! Für das Lob, deinen Kommentar und das Teilen!

Wie heißt es so schön: Unwissenheit schützt vor Strafe nicht" - du tust deinen Mitgliedern definitiv was Gutes! Wie heißt denn die Community?

Kommentator

Kommentar von Petra Söhner

Vielen Dank Herr Weller und das Einkreisen auf g+. Auf meiner Profilseite finden Sie die Verlinkung zu der g+ Community.

Robert Weller

Antwort von Robert Weller

Nichts zu danken Frau Söhner, schau ich mir an! ;-)

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