26.05.2014 von Kommentare: 3

Social Media Monitoring Tools im Vergleich: Kostenlos vs. kostenpflichtig

Social Media Monitoring Tools im Vergleich

Parallel zu meiner eigenen aktuell ausgerufenen Blogparade zum Thema Paid Content möchte ich heute an einer anderen Blogparade teilnehmen, die sich mit dem Thema Social Media Monitoring und Analytics befasst.

Mein Anliegen ist es, ein professionelles Tool wie Brandwatch (für welches mir im Rahmen meiner Teilnahme an ihrer Blogparade ein Testzugang eingerichtet wurde) mit den plattformeigenen Analysefunktionen der sozialen Netzwerke und kostenlosen Alternativen zu vergleichen.

Die spannende Frage: Lohnt sich die Investition in solche (oft sehr teuren) Tools, oder bringen sie im Vergleich zu günstigen bzw. kostenlosen Alternativen keine Vorteile?

 

Definition Social Media Monitoring

Unter Social Media Monitoring verstehen wir „die Identifikation, Beobachtung und Analyse der von den Nutzern erstellten Inhalte im Internet“ (lt. Stephanie Aßmann). Es geht aber nicht nur um die Beobachtung bzw. Messung von quantitativen Daten, sondern auch um die Aufbereitung und Interpretation.

Mehr zur Definition und den Gründen für Social Media Monitoring findest du in diesem Beitrag.

 

Social Media Monitoring & Analytics mit Brandwatch

Im Rahmen der Blogparade stellt mir Brandwatch einen Pro Account zur Verfügung, damit ich genügend Daten für eine Test-Analyse generieren kann. Da mich in erster Linie die Anwendung als Privat- bzw. Alleinanwender (aus Sicht eines Selbständigen) interessiert, konzentriere ich mich dabei der Analyse vor allem auf meine Social Media Kanäle.

Da ich bei Twitter das größte Netzwerk besitze, beschreibe ich die Funktionen des Tools im weiteren Verlauf am Beispiel dieser Plattform. Der Funktionsumfang dürfte aber für die anderen Netzwerke ähnlich ausfallen.

Social Media Dashboard (am Beispiel Twitter)

Für jede einzelne Plattform existiert ein separates Dashboard, das unterschiedliche Reiter beinhaltet, hier am Beispiel Twitter:

Brandwatch: Twitter Analytics


In diesem Dashboard kann ich folgende Informationen genauer betrachten:

  • Twitter Analytics: Hier sehe ich die Zahl der Tweets (inkl. Retweets, Mentions und Replies), Impressionen und Follower – sowohl in einer übersichtlichen Zusammenfassung als auch im grafischen Zeitverlauf.
  • Owner Activity: Dieser Reiter bietet eine Übersicht der eigenen Tweets sortiert nach Einfluss (gemessen an Impressionen und Interaktionen). Weitere Filtermöglichkeiten zur Eingrenzung der Auswahl anhand der Stimmung (Sentiment), des Orts oder Autors sowie verwendeter Tags sind gegeben.
  • Audience Activity: In diesem Bereich werden mir meine „einflussreichsten“ Follower angezeigt. Das sind v.a. jene, die häufig mit mir interagieren und von deren Reichweite ich dadurch profitiere.
  • Insights: Dieser Tab zeigt mir „Top Stories“ (auch hier wieder gemessen mit einer Mischung aus Reichweite und Interaktion) und in Verbindung mit meinem Account meistgenutzte (aber nicht unbedingt von mir verwendete) Hashtags und erwähnte User.
  • Topics (Tag-Cloud mit oft verwendeten Begriffen)

 

Allgemeine Brandwatch Features

Neben den plattformspezifischen Funktionen bietet Brandwatch im Allgemeinen noch weitere Features, z.B. das Teilen von Dashboards mit Kollegen, die Anwendung von bestimmten Filtern in allen Dashboards (also z.B. alle Plattformen), was für die Verwendung bzw. den Ausschluss spezieller Keywords interessant ist, sowie eine Reihe weiterer Tools:

  • Alerts bei starker Datenschwankung oder Erwähnung von Keywords (analog zu Talkwalker oder Google Alerts).
  • Search Queries zur Generierung von Daten, die auf bestimmten Suchbegriffen basieren.
  • Export der Daten als Excel- oder CSV-Datei.
  • Hinzufügen von Notizen in jedem Dashboard (nützlich für Team-Accounts).
  • Listen zur Gruppierung von Seiten, Orten und Autoren, die als Grundlage für Filter dienen können.
  • Daten-Kategorisierung und Verschlagwortung.
  • Regeln, um erzeugte Daten direkt zu verarbeiten (Kategorisierung, Tagging, Anpassung des Sentiments, etc.).

 

Brandwatch im Vergleich zur offiziellen Twitter Analytik

Twitter bietet seit einiger Zeit auch eine built-in Lösung zur Analyse des eigenen Twitter Accounts (mehr dazu hier). Hier findest du ein Chart mit Interaktionen innerhalb des letzten Monats, eine Auflistung deiner „besten Tweets“ (gemessen an ihrer Reichweite und der Interaktionsrate) sowie einige demografische Informationen zu deinen Followern:

Twitter Follower Analyse

Der wie ich finde interessante Teil ist jedoch der Bereich „Twitter Cards“. Dort siehst du, wie gut deine Twitter Cards im Zeitverlauf performen (Impressionen, Klicks, Interaktionen) – eine gute Grundlage zum Vergleichstest speziell gestalteter Vorschaubilder (mehr dazu auch hier).

 

Kostenlose Twitter Monitoring und Analyse Tools

Den Vergleich zu Brandwatch bzw. Twitter Analytics möchte ich nun noch mit ausgewählten kostenlosen Tools machen. Allen voran mein Lieblingstool Buffer, das zwar an sich kein Monitoring Tool sondern ein Scheduling Tool ist, für die veröffentlichten Beiträge aber simple Analytics Features bietet, nämlich eine „Post Performance“-Analyse bestehend aus Reichweite, Klicks und Interaktionen sowie einer exportierbarer Tabellierung und grafischen Darstellung beim Business Account (10$/Monat).

Buffer Post Analytics

Dazu nutze ich hin und wieder Followerwonk, ein Tool das meine Follower hinsichtlich

  • ihren aktivsten Uhrzeiten (speziell auch für Mentions, Retweets und reguläre Tweets),
  • ihren letzten Aktivitäten,
  • ihrer Gesamtzahl an Tweets,
  • ihrer Social Authority,
  • ihres Geschlecht,
  • ihrer Zahl an Followern,
  • ihrer Interaktionsrate (@mentions & RTs)
  • und weiteren Kriterien wie Tags oder Orte

analysiert und visuell aufbereitet.

Die Grundlegenden Kennzahlen meines Twitter-Accounts kann ich so generieren, aber diese Betrachtung ist insgesamt doch recht oberflächlich. Mit ein Grund warum ich dieses Tool jedoch nutze ist die Kompatibilität zu Buffer, die ebenso beim passenden kostenlosen Monitoring Tool namens mention (oder alert.io) gegeben ist. Mit diesem Tool lässt sich Buffers fehlende Monitoring-Funktion ganz gut ergänzen, auch wenn es für beide keine gemeinsame Oberfläche gibt. Nichtsdestotrotz funktioniert mention sehr gut, wenn es um die Benachrichtigung über neue Ereignisse zu bestimmten Keywords geht. Schon in der kostenlosen Version lassen sich viele brauchbare Daten erzeugen.

 

Mein Fazit zu Brandwatch Analytics im Vergleich zu kostenlosen Tools

Meine „Lieblings-Funktion“ von Brandwatch ist die Analyse der Audience Activity, da ich dadurch Influencer in meinem eigenen Netzwerk identifizieren und bewerten kann. Davon ausgehend kann ich meine künftige Kommunikation enger mit diesen Nutzern verknüpfen und durch stärkere Interaktion meine Reichweite durch zusätzlich gewonnene Mentions und Retweets steigern.

Was mir fehlt ist der zeitliche Aspekt. Wann passieren die Interaktionen, auf welche Uhrzeiten sollte ich meine Aktivitäten fokussieren?

Was mir wiederum sehr gut gefällt und ich bisher bei keinem anderen Tool in der Art finden konnte ist die demografische Auswertung der mit mir interagierenden Nutzer. Für alle meine Follower bietet mir Twitter Analytics zwar entsprechende Daten, aber bezogen nur auf die, die mit mir interagieren – also die, von denen ich direkt profitiere – finde ich sie nur bei Brandwatch. Ich sehe hier, welches Geschlecht, welche Interessen und welchen Beruf diejenigen haben und kann auch hierhingehend wiederum meine Tweets anpassen (z.B. durch passende Tags erweitern).

Brandwatch Demographics


Insgesamt bin ich bzw. meine „Online Identity“ aber wohl noch zu klein, um in vollem Umfang von Brandwatch zu profitieren. Die stolzen Preise ab 600€ pro Monat rentieren sich für mich definitiv nicht. Dazu sei aber gesagt, dass ich das Tool in diesem Fall eher zweckentfremdet habe, denn es wurde ganz klar für Unternehmen entwickelt. Je größer der Buzz im Internet ist, desto größer dürfte wohl auch der Nutzen sein - für große Unternehmen also durchaus einen Blick wert.


Welche Tools nutzt du für dein Social Media Monitoring? Würdest du für Tools bezahlen, oder ist dir der Nutzen aus Monitoring/Analytics ohnehin zu gering?

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Kommentare

Kommentator

Kommentar von Susanne Ullrich

Vielen Dank für den super geschriebenen und fundierten Beitrag, Robert!

Es freut uns sehr, dass die Demographics Komponente von Brandwatch so gut angekommt, denn diese haben wir erst vor kurzem gelauncht und haben damit noch einige spannende Dinge vor.

Für die ganzheitliche Betrachtung von Influencern noch ein Tipp: Wir empfehlen neben dem reinen Kanal-Tracking von Twitter und Facebook auch immer das "klassische" Monitoring mit einer Standard-Query. So findet man nicht nur die Personen, die direkt mit einem interagieren, sondern auch Leute, die zum eigenen Thema oder zu den Wettbewerbern schreiben. Ich weiß, das war nicht die Hauptintention dieses Blogbeitrag-Aspektes, aber der Vollständigkeit halber wollte ich noch einmal darauf hinweisen, dass ein 360° Monitoring, das sowohl Monitoring als auch Analytics beinhaltet, immer die besten Ergebnisse hervorbringt.

Schöne Grüße
Susanne von Brandwatch

Robert Weller

Antwort von Robert Weller

Hallo Susanne,

danke für deine Rückmeldung und willkommen hier im Blog.

Deine Ergänzung ist völlig berechtigt, wie du sagst war meine Analyse eher eine "Bestandsaufnahme". Die Outreach-Möglichkeiten sind noch vielfältiger, die kann ich ja vielleicht im nächsten Beitrag thematisieren ;-)

Kommentator

Kommentar von Steve Naumann

Hi Robert,

mal abgesehen davon, dass ich solche Vergleiche besonders für Social-Media-Tools sehr mag, bin ich noch begeisterter über die Idee seitens Brandwatch, Feedback über eine Blogparade einzuholen. Aus Marketingsicht ebenso bewunderswert. :-)

Beste Grüße
Steve

Kommentator

Kommentar von Robert

Hey Steve, da bin ich deiner Meinung. Allerdings hatte ich die Befürchtung, dass die Rückmeldung nicht mit einer "normalen" Blogparade mithalten wird, weil es eben doch eher nach Marketing bzw. Marktforschung aussieht und sich da nicht jeder drauf einlassen möchte.

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