27.03.2012 von Kommentare: 4

Was nutzen Facebook, Twitter & Co. eigentlich? Die wichtigsten Social Media Plattformen im Vergleich

Weniger ist manchmal mehr, das gilt auch im Social Media. Einfach nur überall dabei sein bringt keinen Nutzen und ein Unternehmen sollte sich gründlich überlegen, welche Social Media Plattformen zielführend sind. Dass nicht jede Plattform den gleichen Zweck erfüllt ist klar, denn wo Twitter v.a. ein Kurznachrichten-Dienst ist, da sind bspw. YouTube und flickr Content-Plattformen die die eigene Marke im Netz verbreiten und dadurch SEO-technisch Einfluss auf die Unternehmenswebseite nehmen.

Wo genau die Stärken und Schwächen der wichtigsten Plattformen liegen hat Adobe hinsichtlich der Kriterien „Customer Communication“, „Brand Exposure“, „Website Traffic“ und „SEO“ ermittelt und mit Gut, OK und Schlecht bewertet. Nachfolgend sind die Ergebnisse für die hierzulande wichtigsten Dienste gelistet.

  1. Twitter

    Kommunikation: GUT
    Besonders die Keyword-Suche ermöglichen gutes Monitoring und das Aufspüren von Meinungsführern.
    Markenpräsenz: GUT
    Sowohl für Branding-Zwecke als auch in PR.
    Traffic: GUT
    Das Potential ist groß (bzw. steigt mit der Zahl der Follower), zu viel Werbung kann jedoch schaden.
    SEO: OK
    Ist der Twitter-Name der Unternehmensname rankt das Unternehmen evtl. höher in den Suchergebnissen, einzelne Tweets können Aufmerksamkeit zu aktuellen Themen erregen.
     

  2. Facebook

    Kommunikation: GUT
    Auf Facebook werden Meinungen ausgetauscht, Wettbewerbe veranstaltet und Fans freuen sich auf Giveaways.
    Markenpräsenz: GUT
    Sowohl durch Fanpages als auch Facebook Ads.
    Traffic: GUT
    Dank der Share-Buttons erzeugt Facebook viel Traffic
    SEO: OK
    Facebook hat durch die Integration von Microsofts Suchmaschine Bing nur dort Auswirkungen, bei Google nur wenig bzw. nicht lange.
     

  3. Google+

    Kommunikation: GUT
    Gezieltes Sharing durch Circles und Face-To-Face Chats mittels Hangouts.
    Markenpräsenz: GUT
    Google+ Pages tauchen als individuelle Suchergebnisse auf.
    Traffic: OK
    Der Traffic bleibt quasi im Google-Netzwerk, da v.a. Posts geteilt, kommentiert und „geplust“ werden und selbst in den Suchergebnissen auftauchen.
    SEO: GUT
    +1-Empfehlungen sowohl auf der Google+ Page als auch auf der Firmenwebseite wirken sich positiv auf das Suchranking aus.
     

  4. Pinterest

    Kommunikation: SCHLECHT
    Pinterest ist keine Plattform für direkte Kommunikation mit (neuen) Kunden.
    Markenpräsenz: GUT
    User können Marken auf Pinterest folgen, sodass es ein Muss für alle Firmen ist, die sich mittels visuellen Methoden mitteilen können.
    Traffic: GUT
    Vor allem durch den „Pin it“-Button kann zusätzlicher Traffic auf der eigenen Homepage gewonnen werden.
    SEO: OK
    Derzeit sind nur die Links im eigenen Profil als „do follow“ gekennzeichnet, alle anderen sind seit einiger Zeit nofollows.
     

  5. YouTube

    Kommunikation: GUT
    Entertainment, Promotion, Interaktion. YouTube bietet diverse Möglichkeiten zur Kommunikation.
    Markenpräsenz: GUT
    Die Kombination aus einer gut gepflegten YouTube-Seite und der Promotion über gut besuchte Webseiten erhöht die Markenwahrnehmung.
    Traffic: OK
    Der generierte Traffic gehört den Videos, nicht der Unternehmenswebseite (Ein Link in der Videobeschreibung hilft).
    SEO: GUT
    YouTube gehört zu Google und Videos ranken relativ hoch und erzeugen dadurch starke Backlinks.
     

  6. Meine persönliche Empfehlung: StumbleUpon

    Kommunikation: SCHLECHT
    Kommunikation findet nicht statt, „Stumbling“ basiert auf dem Zufallsprinzip.
    Markenpräsenz: OK
    Mit einer bezahlten Kampagne kann die Zielgruppe gut angesprochen und die Marke platziert werden, jedoch ist diese Methode recht teuer.
    Traffic: GUT
    Durch das Zufallsprinzip wird enorm viel Traffic erzeugt, durch gezieltes Teilen von Seiten kann noch mehr Aufmerksamkeit erregt werden.
    SEO: GUT
    Schafft es ein Artikel auf die Spitzenplätze des entsprechenden Tags erreicht er mehr Leute, die wiederrum darauf verlinken und dadurch das Suchmaschinenranking verbessern.

The CMO's Guide to the Social Landscape

Außerdem analysiert Adobe in seiner Studie noch SlideShare, Quora, Delicious, Digg, Flickr, LinkedIn, Reddit und Instagram. In ihrer interaktiven Infografik „The Social Landscape“ kannst du alle Vor- und Nachteile nachlesen (und zur besseren Übersicht auch nach den vier Kriterien ordnen).

Welche Dienste nutzt Du? Nutzt Du sie gemäß ihrer Stärken und Schwächen, oder funktioniert bei Dir ein Dienst besser für etwas anderes?

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Kommentare

Kommentator

Kommentar von russischetastatur

Hallo Robert,
finde die Aufstellung sehr hilfreich. Leider sind die Bewertungskategorien sehr grob gefasst. Mich würde z.B. die Differenzierung von Traffic interessieren. Beispielsweise nach folgenden Merkmalen zielgruppengenau auf der Skala von 1 bis 10 oder in den Schulnoten. Des Weitern sicherlich die Nachhaltigkeit der Besucherströme, z.B. Twitter liefert eher kurzfristig Traffic, dagegen StumbleUpon eher dauerhaft und evtl. auch zielgruppengenau. Dann wie sieht es mit dem inderekten Traffic aus, sprich welchen Einfluss haben die Aktivitäten auf verschiedenen Plattformen auf das Ranking (Backlinks) in den Schuchmaschinen bzw. deren Sichtbarkeit und Reichweite. Neben diesen Punkten spielt auch sicherlich das virale Verbreiten der Inhalte in den Netzwerken. Sollte ich was vergessen haben, bitte ich um Ergänzung. Kurz gefasst geht es mir um die Qualitätskriterien und Quantität von Traffic. Einfach Traffic ist OK zu bewerten, reicht sicherlich nicht aus. Sollte so ein Aufstellung schon geben, wäre ich für die Nachricht sehr dankbar.

Robert Weller

Antwort von Robert Weller

Hallo Andreas,

erstmals danke für deinen Kommentar. Eine Rating-Skala wäre sicherlich interessant, aber wahrscheinlich für eine solch allgemeine Gegenüberstellung zu aufwändig (zielgruppengenau ist schließlich eine spezifische Analyse eines bestimmte Sachverhalts). Hier geht es zunächst nur um die Möglichkeiten (Traffic zu erzeugen) der Plattformen. Über die Qualität/Quantität wird keine Aussage getroffen.

Dass Twitter nur kurzfristig Traffic liefert kann ich nicht bestätigen, es ist vielmehr eine Sache der kontinuierlichen Promotion. Klar, je neuer Artikel, desto interessanter ist er (zumindest wenn es ein Artikel ist der Trends aufgreift o.Ä.), aber man seine Artikel immer wieder aufs neue tweeten. Und StumbleUpon hat ebenfalls so seine Eigenheiten, mehr dazu aber in meinem Artikel über StumbleUpon als Traffic-Quelle.

Kommentator

Kommentar von rusischetastatur

Danke für die schnelle Antwort Robert. Da Du ja über das Thema Traffic berichtest, nach welchen Merkmalen würdes Du Traffic kategorisieren?
Bezüglich StumbleUpon so danke ich für den Tipp. su.pr hat irgendwie Kommunikationsprobleme mit Twitter, gilt evtl. nur für mich. Werde aber deinem Tip befolgen um zu schauen was tatsächlich passieren wird.

Gruß&Dank
Andreas

PS: Finde deine Interpretation bezüglich Blog vs. Facebook sehr interesannt. Wobei ich sehe es etwas anders, sprich die Plattformen ergänzen sich, da diese einander kompensieren. Dazu mal Buchhinweis Social Media Marketing Uwe Hettler S.176.

Robert Weller

Antwort von Robert Weller

Hallo Andreas,

su.pr generiert auf die beschriebene Art und Weise kontinuierlichen Traffic, ich kann dir nur empfehlen StumbleUpon zu nutzen ;-)

Nach welchen Kritierien würde ich Traffic kategorisieren? Ich denke es kommt auf die Art des Geschäfts an. Bin ich ein Blogger der seinen Ruf erweitern will um bspw. als Speaker anerkannt zu werden oder will ich über eine Webseite meine Produkte verkaufen? Daher z.B. folgende Kategorisierung:

  • Zielgruppe, z.B. Herkunft (kommen Besucher aus dem Land in dem du deine Produkte vertreibst?)
  • Conversion (kaufen die Besucher auch tatsächlich meine Produkte?)
  • Returning Visitors (kaufen Kunden mehrmals oder haben sie nicht gefunden was sie suchten?)
  • PC/Mobil (verschiebt sich das Geschäft ins mobile Web, ist meine Seite Smartphone-tauglich, etc.)

Ich denke man muss sämtliche Faktoren berücksichtigen und sein Geschäft bzw. seine Webseite kontinuierlich anpassen.

Kommentator

Kommentar von russischetastatur

Danke noch mal für die Antwort. Evtl interessiert Dich die neue Studie von PwC zum Thema Social Media. Deren Urteil bezüglich Traffic und Social Media Plattformen: "Soziale Medien wie Facebook entwickeln sich zunehmend zu bedeutenden Traffic-Lieferanten für externe Angebote und treten damit in den Wettbewerb mit anderen Traffic-Lieferanten, wie beispielsweise Google." Hier noch ein su Link http://su.pr/1XWveK zum Artikel, die Studie muss angefragt werden, die Zusendung erfolg zügig und ohne wenn und aber. Gruß Andreas

Robert Weller

Antwort von Robert Weller

Vielen Dank, ich schau mal rein!

Kommentator

Kommentar von Ruediger Schmiedt

Es ist immer wieder wichtig von anderen Leute Artikel zu lesen um dadurch auf neue Ideen zu kommen. Toller Artikel und hilfreich. Weiter so. Bin immer wieder dankbar über solche Artikel.

Gruss Rüdiger

Robert Weller

Antwort von Robert Weller

Seh ich auch so Rüdiger, danke für dein Feedback!

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