22.07.2013 von Kommentare: 1

Social Media Risiken: Potenzielle Gefahren für Unternehmen

Social Media Risiken - Potenzielle Gefahren für Unternehmen

Die Zahl der sozialen Plattformen wächst und wächst, die Auswahl für Unternehmen wird zunehmend schwieriger. Die Frage nach lukrativen Investitionen beschäftigt so gut wie jede Marketing- oder Kommunikationsabteilung. Viele Verantwortliche überstürzen es aber und übernehmen sich vor allem beim Einstieg ins Social Web.

So vielversprechend die Vorteile von Twitter, Google+ und Co. auch klingen, so hat doch jede dieser Plattformen ihre ganz eigenen Tücken. Für Unternehmen gilt hier ganz besondere Vorsicht, um nicht den Kostenrahmen zu sprengen oder am eigentlichen Ziel vorbei zu schießen.

Dieser Beitrag widmet sich den Risiken neun großer Plattformen und zeigt, wie sich Unternehmen dort trotzdem sicher bewegen können.

 

Die Grundgedanken dieses Artikels stammen von SM2, Gründer einer Social Monitoring Plattform, die sich in Form einer Infografik mit diesem Thema auseinander gesetzt haben. Ich teile nicht jede ihrer Meinungen zu den einzelnen Netzwerken, sondern habe die Argumente kritisch reflektiert und um meine eigenen Erfahrungen ergänzt.

Auch deine Meinung interessiert mich sehr! Vielleicht könntest du dir ein paar Minuten Zeit nehmen und deine persönlichen Einschätzungen und Erfahrungen in einem Kommentar mit uns allen teilen?

 

Twitter: Suchtgefahr

Twitter Risiken

Die Gefahr von Twitter ist der Suchtfaktor, denn es ist so simpel wie SMS-Schreiben. Mit stetig wachsendem Netzwerk wird das schnell zeitintensiv und die eigentlichen Marketingabsichten geraten in den Hintergrund. Um die Verantwortlichen nicht im Rausch der Kurznachrichten zu verlieren sollten Unternehmen konkrete Ziele abstecken und frühzeitig über Automatisierungsmöglichkeiten nachdenken.

 

Google+: Ganz oder gar nicht

Google+ Risiken

Dass Google+ sich im Parallelbetrieb zu Facebook nicht lohnt, so wie es SM2 behaupten, sehe ich anders. Anfangs war die Argumentation noch nachvollziehbar, da Google+ die kritische Masse für lohnenswerte Kommunikation noch nicht erreicht hatte. Inzwischen ist das Netzwerk aber gewachsen und überzeugt nicht nur mit nutzerfreundlicher Bedienoberfläche, sondern wirkt sich auch vorteilhaft auf das Suchmaschinenranking aus. Spätestens dadurch ist es definitiv zu einem lukrativen Social Media Tool geworden, das auch ganz unabhängig von der Aktivität auf Facebook profitabel ist.

Die Stolperfalle für Unternehmen ist für mich eine andere. Google verknüpft seine Dienste immer mehr miteinander, sodass einzelne Angebote erst in Kombination miteinander richtig effektiv werden (z.B. Authorship plus Google+ Profil und Seite). Das bedeutet natürlich einen größeren Aufwand bei der Einrichtung und Pflege. Hier müssen sich Unternehmen Grenzen setzen und ggf. Arbeit an externe Dienstleister abgeben.

 

Facebook: Anspruchsvolle Nutzer

Facebook Risiken

Facebook ist das größte soziale Netzwerk, entsprechend hoch sind auch die Erwartungen der Nutzer. Für Unternehmen muss hier qualitativ hochwertiger Content absolute Priorität haben, ebenso die direkte Kommunikation bzw. Interaktion mit den Nutzern. Unternehmen die diese Erwartungen nicht erfüllen und den Nutzern keinen Mehrwert bieten, gehen schnell im Newsstream unter und werden nicht weiter beachtet.

 

Pinterest: Falsche Erwartungen

Pinterest Risiken

Pinterest hat sich vor allem als Traffic-Quelle bewährt. Für viel mehr aber leider nicht. Klar kann man Emotionen visuell besser einfangen und über eine Plattform wie Pinterest oder Instagram gut transportieren, für den Vertrieb oder die Kommunikation mit Followern eignet sich Pinterest aber wenig, trotz zahlreicher Marketing Tipps und (überwiegend amerikanischer) Erfolgsgeschichten.

Unternehmen die Pinterest nutzen sollten sich daher bewusst sein, dass die Plattform ein Mittel zum Zweck ist. Ein Blog oder Online-Shop ist eine notwendige Voraussetzung, um überhaupt einen Nutzen zu generieren.

 

YouTube: Kostenfalle

YouTube Risiken

Nicht nur die Videoproduktion ist aufwändig und teilweise recht kostenintensiv, auch die richtige Vermarktung will gekonnt sein. Unternehmen sind hier gut beraten, sich im Punkto Suchmaschinenoptimierung professionellen Beistand zu suchen. Die beste Videokreation hat schließlich kaum einen Effekt, wenn niemand das Video anschaut.

 

Instagram: Starker Spieltrieb

Instagram Risiken

Den größten Spaß bieten bei Instagram die vielfältigen Fotofilter. Doch so stark der Spieltrieb auch sein mag, Unternehmen sollten darauf achten, hochwertige Fotos zu schießen. Ich spreche hier aus ähnlicher Erfahrung, denn Bildbearbeitung ist in Photoshop & Co. zwar möglich, aber ab einer bestimmten Grenze übersteigt der Aufwand den Nutzen. Professionell geschossene Fotos (und das heißt nicht mit perfektem Licht und im goldenen Schnitt sondern die perfekte Inszenierung des eigentlichen Motivs) ersparen viel Arbeit in der Nachbereitung.

 

Tumblr: Kontrollverlust

tumblr Risiken

Mit zunehmender Einfachheit steigt auch der Kontrollverlust, so SM2. Diese Meinung teile ich, denn der Blog ist die einzige "soziale Plattform", über die ein Unternehmen die volle Kontrolle haben kann. Aber eben nur bei selbstgehosteten Blogs. Wer sich Freeblogs wie tumblr, Blogger oder Wordpress.com bedient befeuert lediglich eine weitere Plattform im Netz, die quasi von heute auf morgen nicht mehr verfügbar sein könnte.

Unternehmen, die den Sinn von Corporate Blogs erkannt haben und sich die Mühe machen, regelmäßig Artikel zu schreiben, sollten dann auch in eine eigene Plattform investieren. Der Aufwand ist nicht viel größer, ein Wordpress Blog zum Beispiel ist in nur wenigen Minuten aufgesetzt und einsatzbereit und verleiht dem Betreiber die absolute Kontrolle über die veröffentlichten Inhalte. Ganz zu schweigen von den umfangreichen Gestaltungsmöglichkeiten des Blogs...

 

SM2 führen weiter Foursquare auf und beschreiben Check-In Rewards als mögliche Schwachstelle. Das kann ich mir gut vorstellen, habe aber selbst keine Erfahrungen mit der Plattform, sodass ich hierzu keine Stellung nehmen kann. Gleiches gilt für LinkedIn. Ich nutze die Plattform selbst nicht aktiv, daher lass ich die Aussage mal so stehen. Wer kann hierzu etwas beitragen?

 

Quintessenz

Lass dich nicht von den verlockenden Möglichkeiten blenden und dir von unseriösen Beratern erstaunliche Erfolge versprechen, sondern konzentriere dich auf eine objektive Analyse der Gegebenheiten und möglichen Auswirkung. „Gewusst wie“ ist der Schlüssel zur erfolgreichen Kommunikation im Social Media. Der Erfolg im Marketing kommt dann fast wie von selbst.

 

Sport Spezial

Die Sportbranche hat ihre ganz eigenen Tücken, da die Zielgruppe heterogener kaum sein könnte. Sport- & Fitnessstudios haben daher das Problem, dass sie ihr Angebot breit streuen müssen, um wirklich ihre gesamte Zielgruppe anzusprechen. Ich empfehle hier einen langsamen Einstieg. Es zahlt sich aus mit nur einem Netzwerk zu starten, dort eine gewisse Routine und Automatisierung zu entwickeln und Follower „zu aktivieren“, bevor man zum nächsten Netzwerk übergeht.

 

Auch interessant sind die rechtlichen Risiken bei der Verwendung von Bildern in Social Media, denn dort lauern Gefahren, denen wir uns nicht unbedingt bewusst sind! Eine kleine Checkliste soll dabei erste Hilfe leisten.

 

Wie bereits eingangs erwähnt interessieren mich deine Einschätzung zum Thema und deine Erfahrungen im Umgang mit sozialen Netzwerken. Wo siehst du Stolperfallen für Unternehmen und wie können sie umgangen werden?

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Kommentare

Kommentator

Kommentar von Christos Papadopoulos

Sehr gut zum Punkt gebracht! Vor allem bei Pinterest habe ich den Eindruck das kleinere Unternehmen dieses soziale Netzwerk zu viel Gewicht geben. So wird ein Großteil der Zeit in Pinterest investiert, wenn nicht einmal eine einfache Facebookseite existiert. Natürlich macht es bei einigen Branchen bestimmt Sinn, aber in den meisten Fällen die ich erlebt habe - nicht.

Robert Weller

Antwort von Robert Weller

Danke Christos! Ich weiß was du meinst, oft fehlt die genaue Plattform- und Zielgruppenanalyse, wodurch wertvolle Ressourcen in Unternehmen falsch eingeteilt werden...

Aber mehr als regelmäßig auf die Wichtigkeit solcher VORAB-Analysen hinzuweisen können wir kaum tun ;-)

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