24.10.2013 von Kommentare: 4

3 Social Media Strategien für Selbständige mit wenig Zeit

Social Media Marketing Strategien für Selbständige

"Ich habe keine Zeit, auch noch zu bloggen. Und wann bitte soll ich tägliche Facebook-Beiträge erstellen?" So oder so ähnlich klingt fast immer die Antwort, wenn ich Selbständige frage, warum sie nicht bloggen oder soziale Netzwerke nutzen, um neue Kunden zu gewinnen.

Dabei können Selbständige von Blog, Facebook oder Xing enorm profitieren. Denn wo sonst erreichen wir derart viele potenzielle Kunden, ohne das Büro verlassen zu müssen und ohne nennenswerte Investition (außer der Zeit)? Und wenn unsere Wettbewerber in sozialen Netzwerken aktiv sind, können wir es uns überhaupt noch leisten, nicht mitzumachen?

Um die Ausrede Zeitmangel aus dem Weg zu räumen, zeige ich dir drei Strategien, mit denen du Social Media Teil deiner Marketingstrategie machst und so effizient und zeitsparend wie nur möglich einsetzt.

 

Mit diesem Artikel startet eine Gastartikel-Serie von Sandra Holze, die sich damit beschäftigt, wie Selbständige Social Media (speziell Blogs) für Ihr Geschäft nutzen können. Nicht nur die Kundenakquise, sondern auch das Branding und die Kommunikation stehen dabei im Fokus. Viel Spaß!

 

Strategie 1: Redaktionsplanung

Wenn du dich und dein kleines Unternehmen online vermarkten willst, musst du über längere Zeit am Ball bleiben, bis du Ergebnisse siehst. Je besser du deine Themen planst, umso einfacher wird die tägliche Arbeit und Umsetzung und umso leichter hältst du durch. Ohne Themenplanung passiert es ganz schnell, dass du vor deiner Facebook-Seite oder deinem Blog sitzt und nicht weißt, worüber du schreiben sollst. Diese ziellose Grübelei verschwendet Zeit und ist tödlich für die Motivation. Denn wenn dir nicht schnell eine Idee kommt, verschiebst du den Artikel, weil du noch so viel anderes zu tun hast. Zum Schluss schläft dein Blog ganz ein.

 

Ich plane für mich und meine Kunden sämtliche Themen für den Blog, Email-Newsletter und Facebook in einer übersichtlichen Tabelle.

 

So erstellst du deinen Redaktionsplan:

  1. Lege neben der Datumsspalte eine Spalte für Anlässe an. Überlege dir alle Anlässe, die im laufenden Jahr wichtig sein könnten und trage sie ein:

    • externe Termine: für dein Unternehmen relevante Feiertage (z.B. wenn du ein saisonales Geschäft hast), wichtige Deadlines für deine Kunden (z.B. wenn du Steuerberater bist), Veranstaltungen, Messen

    • interne Termine: geplante Angebote, Aktionen, Kooperationen, neue Produkte oder Dienstleistungen
    Damit gewinnst du den Überblick über alle wichtigen Termine, über die du unbedingt informieren musst bzw. bekommst Aufhänger für deine Kommunikation.

  2. In der nächsten Spalte trägst du Blogthemen ein. Du solltest anpeilen, mindestens 2x im Monat einen neuen Blogartikel zu veröffentlichen. Mit nur 25 Themen hast du deinen Blog ein ganzes Jahr im Voraus geplant.

  3. Weiter geht es mit deinem Email-Newsletter. Ich verschicke meinen wöchentlich und plane die Themen hierfür für 2 Monate im Voraus. Das wöchentliche Schreiben geht dann leichter von der Hand. Auch hierfür gibt es eine extra Spalte.

  4. In einer weiteren Spalte planst du Themen für Facebook. Erstelle alle Themen für eine Woche und stelle sie mit der Timer-Funktion auf Facebook direkt ein. Das wöchentliche Planen ist wesentlich zeitsparender als jeden Tag auf’s Neue zu überlegen, was du posten sollst. Außerdem wirst du merken, dass deine Beiträge strategischer werden und besser durchdacht sind.

 

Hier findest du eine Vorlage für einen Social Media Themenplan und einen Blog-Redaktionsplan als Google Document.

 

Strategie 2: Wiederverwertung

Nachdem du dir die Mühe gemacht hast, tolle Inhalte zu erstellen, solltest du alles aus ihnen raus holen. So kann zum Beispiel aus einem Vortrag eine Präsentation für Slideshare, ein Blogartikel, ein kurzes Video für Youtube und Facebook und 5 Tweets werden. Ändere einfach das Format, kürze oder erweitere und schon hast du neue Inhalte. Denke bei jedem neu erstellen Inhalt darüber nach, wie du ihn andersweitig ausschlachten kannst. Das spart enorm viel Zeit.


Hier ein paar Vorschläge:

  • Verschicke deine Blogartikel als Email-Newsletter. Manche Leute lesen lieber Email, andere lieber Blogs. So erreichst du beide Gruppen und kannst langfristig deine Email-Kontaktliste aufbauen, ohne nennenswerten Mehraufwand. 
  • Erstelle aus deinen Blogartikeln kurze Tipps und Zitate für Facebook und Twitter.
  • Wandele einen Vortrag in einen Blogartikel um.
  • Lade Präsentationen in Slideshare hoch und bette diese dann in einen Blogartikel ein.
  • Erstelle aus einem Video ein Transkript für einen Blogartikel, zB. wird so aus einem Skype-Interview ein geschriebenes Interview.
  • Wenn du deinen Kunden regelmäßig ausführliche Antworten gibst, z.B. in Emails, erstelle daraus einen Blogartikel oder Facebook-Tipp.
  • Biete Workshop-Unterlagen, die normalerweise nur deine Kunden bekommen, als PDF zum Download an.

 

Strategie 3: Automatisierung

Ich bin ein großer Fan von Hootsuite, einer kostenlosen App, mit der du viel Zeit sparst. Denn du kannst aus Hootsuite fast alle sozialen Netzwerke bedienen, Inhalte teilen und mit Leuten interagieren.


So sparst du Zeit:


Über den RSS-Feed Publisher werden deine Blogartikel automatisch an deine Netzwerke verteilt. Du musst den Feed nur einmal einrichten und dich zukünftig nicht mehr um das Tweeten oder Posten neuer Blogartikel kümmern.

Du kannst deine Beiträge für Twitter, Facebook, LinkedIn, Xing oder Google+ im Voraus planen und einstellen. So vergisst du nie wieder wichtige Ankündigungen für Seminare oder Angebote zu verschicken. Übrigens kannst und solltest du auch alte Blogartikel immer wieder einstellen und von Hootsuite verschicken lassen.

Anmerkung von Robert: Ich nutze hierfür Tweet Adder, denn damit kann ich Tweets in regelmäßigen Abständen automatisiert versenden, ohne sie jedes Mal neu einstellen zu müssen.

 

Du kannst Blogartikel, die du beim Surfen findest, mit dem Hootlet Add-on direkt von der Webseite verschicken. Mit der Hootsuite Autoplanung werden die Beiträge automatisch zur besten Uhrzeit verschickt. Noch einfacher geht es kaum.

Anmerkung von Robert: meine Alternative ist die Buffer App. Auch hier lassen sich Tweets direkt von einer Webseite aus „buffern“, sprich für den automatischen Versand vorbereiten und auch hier werden sie zu optimalen (bzw. vordefinierten) Zeiten verschickt.


Solltest du Twitter aktiv nutzen, empfehle ich dir, hierfür auch Hootsuite zu nutzen. Lege dir für deine Listen und Suchergebnisse (z.B. nach Produkten, Branchen, Keywörtern) Streams an. Dann hast du alle wichtigen Personen übersichtlich auf einer Seite vor dir. Die Hootsuite-Ansicht ist viel weniger ablenkend als die Twitterseite. Und das spart auch wieder viel Zeit.

 

Fazit

Wie viel Zeit du in deine Social Media Aktivitäten steckst, hängt letztlich von deiner Marketingplanung ab. Die Frage, wie viel (Zeit und Geld) die Akquise eines neuen Kunden wert ist, musst du dir selbst beantworten. Diese 3 Zeitspar-Strategien können dir dabei helfen, nach und nach Social Media in dein Marketing zu integrieren, ohne dass du Überstunden leisten musst.

 

Im nächsten Teil der Serie: Blog-Artikel erstellen mit der 3-Tage-Technik.

 

Sandra Holze

Über die Autorin

Sandra Holze zeigt Unternehmern und Selbständigen auf www.likesmedia.de und in ihren Online-Kursen, wie sie mit eigenem Blog, Facebook und Twitter neue Kunden gewinnen.

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Kommentare

Kommentator

Kommentar von Robert Weller

Hallo Sandra, vielen Dank für deinen inspirierenden Gastbeitrag. Einen Redaktionsplan führe ich bereits, aber ein paar deiner Ideen zur Wiederverwertung werde ich in Zukunft mal ausprobieren!

Ich glaube ohne "Überstunden" wird es selten gehen, aber sind wir als Selbständige überhaupt etwas anderes gewöhnt? Wir freuen uns doch wenn wir eine hohe Kapazitätsauslastung haben und das Marketing auf nach den Feierabend verlegen müssen. ;-)

Kommentator

Kommentar von Dani Schenker

Hallo Sandra,
Schöner Artikel, vielen Dank dafür.
Ich hab mir vor einer Weile die Pro-Version von Buffer geholt. Finde ich ziemlich gut. Irgendwie dachte ich, dass das mit dem Twittern und so dann wie von allein geht. Aber ist eben immer noch Arbeit.
Dein erster Punkt hat mich aber gleich getroffen... Ich muss meine Aktionen definitiv etwas planen, dann könnte es sicher einfacher werden. Danke.

Robert Weller

Antwort von Robert Weller

Hallo Dani, Buffer ist zwar ein Automatisierungs-Tool, muss aber eben gefüttert werden. Dafür ist es extrem flexibel was das Timing angeht und bedient auch G+ Seiten, LinkedIn-Profile und Facebook. Deswegen kombiniere ich es auch mit anderen Tools wie Tweet Adder, um bspw. meine "alten" Posts ab und an zu promoten.

Kommentator

Kommentar von Sandra Holze

Hi Dani,

das wichtigste ist immer noch die tollen Inhalte zu finden, die du dann auf Twitter teilst. Und natürlich mit Leuten ins Gespräch zu kommen. Das kann dir leider kein Automatisierungstool abnehmen :-)

Viel Spaß bei der Redaktionsplanung. Der Punkt macht den entscheidenden Unterschied hab ich bei mir und meinen Kunden festgestellt.

Gruß Sandra

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Kommentar von Christian Geng

Danke für den Beitrag der Gastautorin Sandra Holze. Ich persönliche würde keinem Einzelunternehmer raten, eine Social-Media Strategie selbst zu erarbeiten und aufzubauen. Sicher, jeder Unternehmer kann am Abend oder in der Mittagspause Zeit finden, einen Beitrag zu bloggen oder auf den Sozialen Medien zu veröffentlichen. Wer jedoch einen echten Brand - eine Marke - professionell aufbauen möchte, sei es mit seinem Namen oder mit seinem Unternehmen, muss dafür den ganzen Tag Zeit haben oder eben eine gute Agentur beauftragen, die für ihn plant und die ihn unterstützt. Noch wesentlicher ist der Aubau eines guten Netzwerkes. Eine Redaktion kann man heute geschickt auf Google+ errichten und die Kosten/die Arbeit teilen.

Robert Weller

Antwort von Robert Weller

Danke für deine Einschätzung Christian. Ich finde deine Wortwahl entscheidend: eine Agentur sollte UNTERSTÜTZEN, aber mit dem langfristigen Ziel dem Kunden zur Selbständigkeit zu verhelfen. Hilfe zur Selbsthilfe sozusagen. Das gleiche bewirkt ja ein Redaktionsplan (kein Team!) – er hilft bei der grundlegenden Organisation und vereinfacht die Prozesse.

Ein Netzwerk aufbauen kann ein Unternehmer denke ich aber selbst auch sehr gut. Der Schritt ist ja schon damit getan, dass er sein "Offline-Netzwerk" ins Internet verlegt. Davon ausgehend kann er sich stetig weiterentwickeln.

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