30.09.2013 von Kommentare: 2

Virales Marketing durch Social Seeding

Social Media Marketing durch Content Seeding im Social Web

Wie wird Content viral?

Deine Marketingidee kann noch so genial sein, wenn sie sich nicht verbreitet ist sie wertlos.

Die strategische und zielgruppengerichtete Verbreitung von Botschaften im Internet nennen wir Seeding (vom englischen seed = säen). Social Seeding ist eine spezielle Form und beschreibt die Streuung von Botschaften in Social Media. Das Ziel ist es, einer Marketingkampagne durch geschickte Platzierung in sozialen Netzwerken so viel Starthilfe zu geben, dass sie sich danach wie ein Lauffeuer von selbst verbreitet.

Ganz abgesehen von den Eigenschaften einer viralen Kampagne stellt sich also für Marketer die Frage, wie sie diese kritische Masse erreichen.

Eine Antwort hätte ich vielleicht parat…

 

Die Gründer der Blog Marketing-Plattform rankseller starten mit sociopo eine Social Seeding Plattform, die genau diesen Zweck erfüllt. Auf der Webseite beschreiben sie die Plattform als „einen Online Marktplatz, auf dem Werbetreibende mit Personen (Publisher) zusammenkommen, die über große Reichweiten in sozialen Netzwerken wie Facebook, Twitter, Google+ und Pinterest verfügen. So können Werbetreibende ihre Informationen gezielt in sozialen Reichweiten verbreiten. Publisher wiederum können sich so den Betrieb Ihrer Social Network Accounts finanzieren“.




Dass dieses Konzept theoretisch aufgehen kann, zeigt bspw. eine Studie von Dan Zarella, der soziale Netzwerke (neben Blogs und Emails) ganz klar als Seeding Medium identifiziert. Er beschreibt hier außerdem noch die wichtigsten Aspekte, die eine virale Kampagne erfüllen muss, um sich wirklich erfolgreich zu verbreiten.


Vorteile von sociopo für Marketer und Publisher

Werbetreibende profitieren in unterschiedlicher Art und Weise vom Social Seeding. Zum einen können sie zielgruppenspezifisch ihre Reichweite erhöhen indem sie entsprechende Publisher auswählen und dadurch eine Schnittstelle zu potenziellen Kunden herstellen. Zum anderen werden Social Signals für Suchmaschinen immer wichtiger, sodass sich folglich auch das Ranking der beworbenen Webseiten verbessert.

Die Gründer Cevahir Ejder und Coskun Tuna sagen aber ausdrücklich, es geht “nicht um Likes, sondern um Posts von Texten, Links, Videos, Bildern, etc. – eben alles was man als User auf Facebook, Twitter, Google+ und Pinterest verbreitet”.

 

Für Publisher geht es ums Geld verdienen mit sociopo. Die Plattformen erleichtert ihnen das Auffinden themenrelevanter Kampagnen und garantiert eine pünktliche Auszahlung der Einnahmen. Zudem steht ihnen ein Partnerprogramm zur Verfügung, womit sie zusätzliche Einnahmen generieren können.

 

Vorsicht ist allerdings bei der Kennzeichnung bezahlter Posts geboten, denn das Telemediengesetz (TMG) schreibt vor:

Kommerzielle Kommunikationen müssen klar als solche zu erkennen sein. (§6 I, 1)

 

(Rechtliche) Risiken bezahlter Posts

Werber setzen mit bezahlten Artikeln (sei es in Blogs oder sozialen Netzwerken) auf Mund-zu-Mund-Propaganda und nutzen dabei ganz bewusst das Vertrauensverhältnis zwischen Autor und Leser. Neben einer Empfehlung gewinnen sie dadurch wertvolle Links und verbessern so gleichzeitig ihr Ranking in Suchmaschinen.

Für Autoren (egal ob Blogger oder Netzwerker) kann es jedoch negative Folgen haben, wenn sie solche Beiträge nicht entsprechend kennzeichnen. Eine Abmahnung wäre schon bitter, viel gravierender wäre aber der Vertrauensverlust bei den Lesern.

Es wird wohl immer Auftraggeber geben, die die Kennzeichnung bezahlter Artikel verhindern wollen, sodass die Entscheidung letztendlich beim Publisher liegt, ob diese moralische und rechtliche Linie überschritten wird.

 

Daher hier nochmals ausdrücklich der Hinweis, dass auch in diesem Artikel ein paar Links mir dabei helfen, mein nächstes Buch zu finanzieren. Wahrscheinlich wird es dieses oder dieses (nein, keine Amazon-Partnerlinks), eine Rezension folgt natürlich ;-).

 

Mein Fazit zu sociopo: Ausprobieren

„Das WIR gewinnt“, so hieß es doch noch vor kurzem. Im Wahlkampf hat es nicht ganz geklappt, aber vielleicht klappt es ja hier.

Bisher konzentrieren sich die ausgeschriebenen Kampagnen zwar hauptsächlich auf Facebook, aber vielleicht entdecken Marketer bald auch gut vernetzte Twitter-User als nützliche Werbepartner, wer weiß? Pinterest bleibt wahrscheinlich sehr branchenspezifisch und bei Google+ könnte ich mir vorstellen (und hoffe es), dass es seitens der Publisher nur ungern für Werbung „missbraucht“ wird.

Es bleibt also abzuwarten, inwieweit andere Netzwerke nachgefragt werden.

Die Idee an sich gefällt mir aber sehr gut und ich würde es durchaus in Betracht ziehen, relevante Botschaften in meinem Netzwerk zu teilen (natürlich nur in Maßen und immer transparent kommuniziert).

 
Und du? Würdest du deine Reichweite „verkaufen“ oder andersrum die Reichweite anderer Influencer für eigene Botschaften nutzen? Was sagst du zu sociopo, schafft die Plattform es auf die Erfolgsspur? 

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Kommentare

Kommentator

Kommentar von Fabian

Eigentlich eine super Idee, aber die Publisher sollten darauf achten, sich nicht mit zu viel und agressiver Werbung unglaubwürdig zu machen und somit Leadverluste in Kauf zu nehmen.
Aber solange die Werbung einen wirklichen Mehrwert für die Leser schaffen kann, ist das natürlich genial!

Robert Weller

Antwort von Robert Weller

Hey Fabian, willkommen bei toushenne und danke für deinen Kommentar =)

Ich seh das genauso. Gegen Werbung (sofern sinnvoll für die Leser) spricht ja nichts, solang es sich in Grenzen hält. Publisher die ihren Umsatz maximieren wollen werden auf lange Sicht aber ihre Leser verlieren.

Kommentator

Kommentar von Sven

Es ist auf jeden Fall eine Sache die man sich näher anschauen sollte. Der Gedanke dahinter ist auf jeden Fall gut. Aber wie Fabian schon richtig gesagt hat, man kann sich hier als Publisher schnell seine eigenen Kontakte verbrennen.

Anders gedacht, stellt sich dann die Frage, wie wertvoll sind Kontakte für den Auftraggeber. Ich werde es mir auf jeden Fall mal anschauen. Danke erstmal für die ausführliche Beschreibung. War für mich auch neu.

Gruß Sven

Robert Weller

Antwort von Robert Weller

Hey Sven, danke für deine Einschätzung. Sowas ist immer eine Gratwanderung, aber ich glaube richtig dosiert können beide Seiten davon profitieren. Schaus dir an, ich bin gespannt auf dein Fazit =)

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