29.08.2013 von Kommentar schreiben

Wie aus mir ein Blogger wurde (Blogparade von Alexandra Steiner)

Wie ich Blogger wurde

Was motiviert einen Blogger zu werden und wie hat sich der Blog entwickelt? Mit diesen Fragen hat Alexandra Steiner zu einer Blogparade aufgerufen, an der ich gerne teilnehme.

Zurückblickend beginnt meine Reise als Blogger an verschiedenen Stellen, die mit der Zeit immer mehr ineinander übergegangen sind. Zum einen war das mein seit jeher bestehendes Verlangen nach einer eigenen Webseite, womöglich bedingt durch meine Arbeit als Grafiker und die Notwendigkeit einer Präsentationsplattform für meine Projekte.

Hinzu kam mein Basteltrieb und Neugier für alles Neue. In dem Fall war das Neue ein alternatives, deutsches Content Management System namens contao (bzw. damals noch typolight), womit ich letztendlich meine erste eigene Webseite programmiert habe (und toushenne läuft damit übrigens immer noch).

Der dritte Antrieb stammt vielleicht noch aus meiner Schulzeit, in der mir mit konstant schlechten Noten für Aufsätze der Eindruck vermittelt wurde, dass ich keine ansprechenden Texte schreiben kann. Das kratzte natürlich an meinem Ego und ich hatte innerlich und unwissend schon den Entschluss gefasst, mich gegen diese Fremdeinschätzung zu wehren. Nur an der Universität konnte ich das leider nicht, denn dieses pseudo-intelligent klingende „Akademiker-Deutsch“ lag mir nicht so recht.

Ein Ausgleich, ja fast schon eine Flucht aus dieser zwanghaften Welt der wissenschaftlichen Schreibtradition, musste her und mein Blog war geboren. Ich bin kein Denker, ich bin ein Macher. Und machen kann ich mit meinem eigenen Blog sehr viel.

 

Mein Blog als Notizbuch

Ohne großartige Vorkenntnisse ging es mir zunächst nur um das Schreiben an sich. Ich habe mir keine Blogging Guides vorgenommen, sondern einfach drauf los geschrieben. Mit der Zeit wuchs das Interesse am Internet als Kommunikationsmedium und ich kam genau richtig zum Beginn der Social Media Ära.

Mein Blog wurde dadurch zu meinem persönlichen „Nachschlagewerk“, wo ich Gelerntes verarbeiten und in handlichen Portionen notieren konnte (daher hieß es ursprünglich auch „Journal“ und nicht Blog). Diese Sucht, ständig neue Beiträge zu schreiben ging dann einher mit meinem Wissensdurst und ich lernte viel über die Kommunikation in sozialen Medien.

My Blog is my Castle

Inzwischen spiegelt mein Blog quasi meinen Werdegang im Internet wider. Es ist mein persönliches Schreibwerk, das mir niemand nehmen kann, meine bedeutendste Referenz. Und ich bin stolz darauf.

 

Im Wandel der Zeit

Anfang 2012 (der erste noch öffentliche Beitrag ist von Januar 2011) fasste ich den Entschluss, die Sache mit mehr Sportsgeist anzugehen und regelmäßig zu bloggen. Da Sport bis dahin den Großteil meines Lebens bestimmt hatte, war ich der Auffassung, dass eine Verbesserung nur durch Kontinuität erzielt werden kann. Und tatsächlich: die Zahl der Artikel stieg konstant, die Zahl der Besucher ab diesem Zeitpunkt ebenfalls (wobei nicht unbedingt konstant). Bilingual war der Blog zu diesem Zeitpunkt übrigens auch schon, da ich selbst zweisprachig aufgewachsen bin und die meisten Informationen im englischsprachigen Raum gefunden habe. Um meine Texte einem breiteren Publikum zugänglich zu machen schrieb ich also sämtliche Artikel sowohl auf Deutsch als auch auf Englisch.

Ende 2012 hatte ich den Blog dann soweit, dass ich genug Besucher erreichte, um für Werbekunden attraktiv zu sein. In den Monaten darauf folgten dann die Gewerbeanmeldung und bezahlte Beiträge. Doch so richtig war ich damit nicht zufrieden, denn ich wusste eigentlich nicht so richtig Bescheid darüber, wer meinen Blog überhaupt liest.

Seit Mai etwa konzentriere ich mich daher wieder auf meine Leser, auf Beziehungen zu anderen Bloggern und auf die Kommunikation mit Kollegen in der Branche (d.h. auch jene die nicht selbst bloggen). Und da ich mich nun doch immer mehr mit dem Gedanken anfreunden kann, auch beruflich in diese Richtung zu gehen konzentriere ich mich wieder auf die deutschsprachige Szene und schreibe fast ausschließlich auf Deutsch.


Von Grau über Pink und Rot bis schlussendlich hin zum Grün hat mein Blog viele gestalterische Entwicklungen mitgemacht. Wieder begründet sich dieser Drang wohl in meiner kreativen Natur. Mit einem neuen Fokus, einer klaren Mission und frischer Motivation durch das bevorstehende Ende meines Studiums fühle ich mich in den letzten Monaten richtig wohl mit dem was ich tue und werde glücklicherweise auch hin und wieder von meinen Lesern, aber auch Bekannten aus meinem Umfeld, bestätigt.

 

Ausblick

Wie meine Zukunft und die meines Blogs aussieht weiß ich nicht, ich weiß nur dass demnächst die Zeit des Studierens vorbei ist und ich mir eine schöne Stelle im Bereich Social Media, Online-Marketing und/oder Sport suchen werde. Dass ich das Bloggen aufgebe wage ich aber zu bezweifeln, dafür ist die Leidenschaft einfach zu groß.

 

In diesem Sinne ein großes Dankeschön an Alexandra Steiner für den Anstoß einer tollen Beitragsserie. Alle Artikel sammelt sie hier in ihrem Blog. Mir hat es Spaß gemacht, die anderen Beiträge zu lesen und ich finde es immer wieder interessant zu hören, wie andere Blogger eigentlich Blogger geworden sind und wie sie sich dadurch persönlich und beruflich weiterentwickelt haben.

 

Meine Tipps für Blogger

Aus ein paar Jahren Erfahrung als Blogger kann ich dir folgende Tipps an die Hand geben:

  • Recherche und Learning by Doing ist gut, aber ein Rat von Experten ist (meistens) noch besser. Selbst wenn er nur aus Fachbüchern oder Gesprächen im Internet stammt.
  • Sei du selbst und zeig es auch. Ein individuelles Blog-Design ist nur der eine Aspekt, der andere sind authentische Artikel und deine eigene Meinung. Du musst nicht immer mit den Meinungsführern d’accord sein, sondern kannst auch deine Sichtweise zu einem Thema darstellen und Diskussionen mit deinen Lesern anregen.
  • Setz dir Ziele. Ein Hobby-Blog ist toll, aber noch besser sind „professionelle“, zielführende Blogs. Vor allem für dein Personal Branding eignen sich Blogs hervorragend.
  • Gib nicht auf!

 

Sport Special

Sportler haben vielfältige Möglichkeiten mit dem Bloggen zu beginnen. Privat könnte zum Beispiel über persönliche Trainingsfortschritte berichtet werden – natürlich inkl. der angewandten Trainingsmethoden sowie gewonnen Erkenntnisse und Erfahrungen, damit das Ganze auch für andere interessant wird. Fitnessstudios könnten das Prinzip aufgreifen und Customer Stories veröffentlichen, in denen sie Kunden auf ihrem „Leidensweg“ begleiten.

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