31.03.2014 von Kommentare: 8

Wie schreibe ich gute Online-Texte?

Gute Online-Texte schreiben

Ohne Text funktioniert eine Webseite nicht.

Aber Online-Texte funktionieren anders als die auf Papier.

Warum? Weil wir Bücher meist in unserer Freizeit lesen, zur Entspannung und als Ausgleich zum Arbeitsalltag. Im Internet lesen wir jedoch oft aus einem anderen Grund: wir suchen Informationen. Und wenn wir die nicht schnell finden, hören wir auf und suchen weiter. Auf einer anderen Webseite.

Genau genommen lesen die meisten von uns gar nicht Wort für Wort, sondern überfliegen nur die Artikel. Diejenigen Autoren, die sich dieser Tatsache bewusst sind und ihre Texte entsprechend gestalten, erhöhen ihre Chance darauf, ihre Leser zu halten.

Aber wie muss ich einen Online-Text gestalten, damit er gelesen wird?

 

Du bist auf dem Sprung oder suchst nur etwas Bestimmtes? Dann nutze folgende Sprungmarken um direkt zu einzelnen Abschnitten zu wechseln:

  1. Lesehilfe durch Sprungmarken und Eye-Catcher
  2. Keywords: Denken wie die Zielgruppe
  3. Einen passenden Schreibstil entwickeln
  4. Fazit: So schreibe ich gute Online-Texte

 

Lesehilfe durch Sprungmarken und Eye-Catcher

Im Durchschnitt wird nicht einmal ein Drittel des gesamten Textes gelesen. Und dabei wird gerade mal die Hälfte der Informationen überhaupt wahrgenommen.

Sprungmarken sind eine relativ einfache Hilfe für Leser, sich in einem längeren Artikel zu orientieren und schneller zu den gesuchten Informationen zu gelangen. In Blogs ist die Umsetzung mittels Anker-Links auch recht einfach.

Ebenso wichtig ist auch die visuelle Lesehilfe durch Eye-Catcher. Durch das Hervorheben der wichtigsten Textpassagen oder auch unterstützenden Grafiken können wir dem Leser schnell den Inhalt eines längeren Artikels vermitteln. Zudem bleiben diese Inhalte dann besser in Erinnerung.

Auch Überschriften, Listen und eine sinnvolle Struktur erleichtern die Aufnahme und Verarbeitung von Informationen aus einem Text. Warum gerade das Bloggen mit System wo wichtig ist, habe ich in diesem Artikel hier beschrieben.

 

Keywords: Denken wie deine Zielgruppe

Ich sehe hin und wieder vereinzelte Keywords in Blogartikeln, wo ich mich frage, wieso sie dort verwendet werden. Mein erster Gedanken ist da natürlich der, dass sie nur dem Zweck der Suchmaschinenoptimierung (SEO) dienen. Das ist ja an sich auch nicht verkehrt, nur bringt das mehr dem Blog selbst einen Vorteil als dem Leser, der mit dem Inhalt angesprochen werden soll.

Ziel verfehlt würde ich sagen, denn für dieses Keywords zu ranken, wenn es die Zielgruppe nicht sucht, ergibt für mich keinen Sinn. Bei der Wahl der richtigen Keywords ist es besser, sich in die Lage der Zielgruppe zu versetzen und zu überlegen, nach welchen Begriffen sie die Informationen suchen würde. Möglicherweise kennen sie die branchenspezifischen Fachbegriffe gar nicht, sondern umschreiben die gesuchte Information. Generell ist mein Rat:


Für den Leser schreiben, für die Suchmaschinen optimieren.


Ist dein Titel optimiert, die Seitenbeschreibung konkretisiert und Bilder enthalten, dann ist dein Beitrag schon besser optimiert als viele andere. Wenn du dann noch wichtige Passagen durch Fettschrift hervorhebst und interne Links platzierst um dadurch auf weiteren relevanten Content zu verweisen, dann ist das meiner Ansicht nach schon genug für die SEO.

Falls du motiviert bist, das volle Potenzial auszuschöpfen, interessiert dich vielleicht mein Artikel Blog Post SEO – 7 Tipps zur Optimierung.  

 

Einen passenden Schreibstil entwickeln

Zu guter Letzt hilft ein passender Schreibstil deinem Leser dabei, die bereitgestellten Informationen schnell zu erfassen. Im Detail möchte ich auf diesen Punkt nicht eingehen, sondern auf einen anderen Artikel verweisen, in dem ich genau diese Thematik beschrieben habe. Aber keine Sorge, hier das Wichtigste in Kurzform:

  1. Schreibe so, dass es jeder versteht
  2. Schreibe so kurz wie möglich und so lang wie nötig
  3. Nutze bildliche Sprache
  4. Verzichte auf Fachbegriffe
  5. Schreibe in aktiver Form
  6. Vermeide Rechtschreibfehler
  7. Bleib authentisch

 

Fazit: So schreibe ich gute Online-Texte

Der erste Eindruck zählt. Nutze Struktur, visuelle Lesehilfen und einen ansprechenden Ton um bei deinen Lesern zu punkten. Sie sind dein Fokus. Versetze dich in ihre Lage um mit dem richtigen Text dein Ziel zu erreichen.


Eine Musterlösung hierfür gibt es nicht, denn jeder Autor verfolgt mit seinem Text ein eigenes Ziel. Die hier aufgeführten Tipps sind auch nur Erfahrungswerte, wie sie bei mir im Blog funktionieren. Ich empfehle daher auch noch weitere, ähnliche Artikel zu lesen und in deinem Blog alle Optionen auszuprobieren.

 

STOPP! Bevor du gehst würde ich mir sehr über deinen Kommentar freuen. Was ist für dich der größte Unterschied beim Lesen am Bildschirm im Vergleich zum Papier? Kommentar schreiben

 

Lesetipps:

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Kommentare

Kommentator

Kommentar von Astrid Eishofer

Dieser Text ist das perfekte Abbild seines Inhalts: Gute Tipps, einfach formuliert. Eine wunderbare Hilfe für meine Zielgruppe (klein,- und mittelständische Betriebe und Grüner). Wird gerne geteilt :-)

Robert Weller

Antwort von Robert Weller

Vielen Dank, was anderes hätte ich bei diesem Thema aber auch nicht abliefern dürfen, ohne meine Glaubwürdigkeit zu verlieren ;-)

Kommentator

Kommentar von Barbara Huber (Schriftstellerin)

Super Zusammenfassung! Sehe ich genauso!

Robert Weller

Antwort von Robert Weller

Danke!

Kommentator

Kommentar von Aljoscha Laschgari

Der größte Unterschied ist, dass es am PC / Mobile Device die größere Möglichkeit der Ablenkung gibt. Meiner Meinung nach ist es wichtig, Ablenkungen auf einer Webseite auf einem Minimum zu halten. Hast Du hier ziemlich gut umgesetzt, wie ich finde!

Robert Weller

Antwort von Robert Weller

Guter Punkt, Aljoscha und danke für die Blumen! Mobile wird immer wichtiger, das gilt die Optimierung nicht nur dem Layout, sondern auch dem Content!

Kommentator

Kommentar von Thomas

Echt gelungener Beitrag. Wird wieder mal Zeit das wir versuchen das ganze in ein Podcast Interview mit Dir zu packen.

Was mir hier noch fehlt ist. Das nicht nur der Content gut sein muss sondern auch Probleme für den Leser aufzeigen soll und wenn möglich eine mögliche Lösung sofort mitzuliefern.

fg
Thomas

Robert Weller

Antwort von Robert Weller

Wenn es ein Problem zu lösen gibt, stimme ich dir zu Thomas. Aber nicht jeder Beitrag bezieht sich auf ein Problem (zum Beispiel meine Buchrezensionen) ;-)

Kommentator

Kommentar von Steve Naumann

Hallo Robert,

grundlegend sehe ich das wie Du. Es muss möglich sein, den Text in einem Beitrag schnell erfassen zu können. Auch beim Überfliegen.

Sprungziele machen meiner Meinung nach Sinn für Besucher, die über Suchmaschinen auf die Seite kommen und explizit nach etwas bestimmtes suchen. Das meiste, was einen Leser in meinem Beitrag erwartet, fasse ich in der Einleitung zusammen.
Auf eine Kernaussage, die sich vielleicht in der Überschrift oder dem Titel befindet, gehe ich meist am Schluss eines Artikels ein.

Und - wie ich gern immer wieder erwähne - ist so vieles von den Zielen des Beitrags, dem Blog und dessen Zielgruppe abhängig.
Dennoch ist meiner Meinung nach der Grundsatz (wie Du bereits schreibst) überall gleich: Erst die Leser, dann die Suchmaschinen.

Beste Grüße
Steve

Robert Weller

Antwort von Robert Weller

Hi Steve, danke für deine Einschätzung.

Ich finde Sprungmarken schaden nicht. Wer sie nutzen will (weil er, wie du sagst, z.B. auf der Suche nach etwas Bestimmten ist) kann das tun, wer das nicht will kann sie ohne davon beeinflusst zu werden einfach ignorieren. Aber ansonsten freut es mich zu hören, dass wir der gleichen Ansicht sind!

Kommentator

Kommentar von Thomas

Ich denke, das ist eine sehr gute Anleitung. Ich persönlich teste gerade bei längeren Beiträgen das Unterteilen auf mehrere Seiten. Das hat den Vorteil, das der Besucher nicht gleich von einem sehr langen Text erschlagen wird, und die Unterthemen sich besser auf entsprechende Keywords optimieren lassen.

Robert Weller

Antwort von Robert Weller

Hi Thomas,

an sich eine gute Idee, ich persönlich mag es allerdings nicht. Kenne das von Seiten wie z.B. t3n.de aber meinen Geschmack trifft es nicht. Hast du denn schon Insights dazu, wie die weiteren Seiten geklickt/gelesen werden?

Kommentator

Kommentar von Thomas

Ich habe das bis jetzt nur in einem Artikel ausprobiert. Auf einer neuen Seite, wo meine Freundin und ich über diverse Produkte und Anregungen aus dem Haushalt schreiben: www.brotfrei.de - Runtastic App
Hier mal die Auswertung laut Analytics:
- zweite Seite etwa 20% weniger Ansichten wie Seite 1
- Besuchszeit liegt etwa 33% höher
- Die Einstiege sind etwa 50% von Seite 1

Robert Weller

Antwort von Robert Weller

Okay, ich hab jetzt keine konkreten Vergleichswerte, aber so in etwa hätte ich es erwartet. Ist die Frage, ob die Mehrseitigkeit beim "Scannen" eines Textes hilft (da sind dann ja wieder Klicks dazwischen) und wie es sich bei mobilen Geräten verhält - da muss ja ggfs. die komplette Seite erneut geladen werden.

Kommentator

Kommentar von Thomas

Mobile Geräte habe ich noch nicht ausgewertet. Aber das die Besuchszeit auf der 2ten Seite ca. 33% höher liegt finde ich schon gut. Das bedeutet im Umkehrschluss, das alle Besucher, die auf Seite 2 landen sich wirklich für das Thema interessieren.

Robert Weller

Antwort von Robert Weller

...oder, dass der "interessante" Content erst auf Seite zwei anfängt ;-)

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