04.04.2016 von Kommentare: 7

Berufsbild Content Marketing Manager – Aufgaben, Qualifikation & Perspektiven

Berufsbild Content Marketing Manager

Bloggst du? Produzierst bzw. publizierst du regelmäßig (digitale) Inhalte aus Gründen des Reputationsaufbaus, der Umsatzsteigerung oder anderen typischen Marketing- bzw. Businesszielen?

Ja? Würdest du dich dann als Content Marketing Manager bezeichnen?

Falls ja, bist du mit deiner Einschätzung definitiv nicht allein, aber ist sie korrekt? Oder sagen wir, berechtigt?

Doris Eichmeier befürchtet, dass "der "Content Marketing Manager“ auf etliche Kollegen stoßen [wird], die der Überzeugung sind, sie wären ebenfalls Content-Profis, weil sie Content produzieren, zum Beispiel PRler, Werber, Social-Media-Manager oder Website-Texter. Manchem ist die Bandbreite und der mögliche Verantwortungsgrad dieses neuen Berufs nicht klar". 

Das liegt zum Großteil daran, dass das Berufsbild "Content Marketing Manager" noch gar nicht so eindeutig definiert ist. Ich habe mich daher für diesen Artikel mit anderen Content-Experten wie Klaus Eck, Miriam Löffler, Carsten Rossi oder Doris Eichmeier zusammengetan, um dir eine möglichst genaue Vorstellung dieses Berufes zu vermitteln.

 

Weißt du, ...?

  • Welche Aufgaben Content Marketing Manager verantworten
  • Welche Fähigkeiten gute Content Marketing Manager auszeichnen
  • Welche Ausbildung nötig ist und welche Möglichkeiten es gibt
  • Wie viel Content Marketing Manager verdienen
  • Welche Perspektiven Content Marketing Manager haben
  • Wo der Unterschied zu "Content-Strategen" liegt

Bonus: Mach den Selbsttest und finde heraus, ob du das Zeug zum Content Marketing Manager hast! ;-)

Welche Aufgaben verantworten Content Marketing Manager?

Wenn ich mit Kollegen spreche fällt mir immer wieder auf, dass unser Berufsalltag komplett anders aussieht. Der Begriff "Alltag" passt schon gar nicht, da es scheinbar keinen typischen Tagesablauf gibt. Dabei sind die Aufgaben, die wir verantworten, im Grunde relativ ähnlich (wenngleich die folgende Liste sicherlich nicht vollständig ist).


Aufgaben eines Content Marketing Managers
 

Im Kern dreht sich natürlich alles um Content – um die Planung, Produktion, Publikation und Promotion, aber auch um die Erfolgsmessung. Und im erweiterten Sinne auch um die Kooperation mit internen und externen Stakeholdern, Dienstleistern sowie die Verankerung von Content Marketing als "Philosophie" im Unternehmen selbst. 

  1. Management/Organisation
    Je nach Schwerpunkt verbringt ein Content Marketing Manager viel Zeit mit dem Management von Mitarbeitern (internen und externen), Prozessen und natürlich dem Content selbst. Es gibt so viel, was wir organisieren können, dass wir unsere Aufgaben unbedingt priorisieren müssen – gemäß den definierten Ziele.

  2. Themenplanung
    Das Ergebnis der Konzeption kann unter anderem ein Themenplan sein. Sinn und Zweck dieser ist, dem gesamten Content-Marketing-Team einen Gesamtüberblick zu verschaffen, welche Inhalte mit welchem Nutzen produziert und wo, wann und in welchem Format sie publiziert werden sollen.

    Der Content Marketing Manager fungiert hierbei meist auch als Koordinator für Content-Produzenten (intern und extern, für alle Gewerke). Er weist also bspw. einzelnen Autoren bestimmte Blogartikel-Themen zu, brieft Designer für Infografiken, Präsentationen und andere visuelle Inhalte oder stimmt sich mit externen Dienstleister ab. Oder um es mit Doris' Worten zu sagen:

Was in den Alltag gehört wie das Amen in die Kirche: Verbindliche Veröffentlichungstermine sowie regelmäßige Meetings mit allen Beteiligten - mit einem Redaktionsteam sowie mit den Managementspitzen der Kommunikationsabteilungen. Der Content Marketing Manager tritt an, um erstmals einen praktikablen Überblick über alle Unternehmensinhalte zu gewährleisten und um neue disziplinübergreifende Content-Ideen zu entwickeln und zu verwirklichen.

Sobald wir im Team arbeiten, werden Excel-Tabellen bzw. Google Spreadsheets schnell zu kompliziert, sodass wir entsprechende Tools einsetzen müssen. Wie Doris weiß, ist hierfür "sehr viel Vorabanalyse nötig, aber langfristig könnte ein solches Tool vor allem für größere Unternehmen sinnvoll sein, weil es für zeitsparende Routinen und Effizienz sorgt". Die Auswahl dieser Tools obliegt auch dem Content Marketing Manager, weshalb eine gewisse Expertise im Umgang mit verschiedenster Software (z.B. HubSpot, Scompler oder linkbird) definitiv von Vorteil ist.

  1. Produktion
    Derzeit sind Content Marketing Manager häufig Einzelkämpfer in Unternehmen, wodurch ihnen auch die Content-Produktion obliegt. Schreibtalent sind dann ebenso gefordert wie organisatorische und v.a. kommunikative Fähigkeiten. Es wird nämlich nicht ausbleiben, sich zwecks Content-Ideen mit Kollegen aus anderen Abteilungen abzustimmen. Zur Produktion gehören neben Texten gegebenenfalls auch aufwändigere Inhalte wie Events (oder in kleinerem Umfang auch Webinare). Diese müssen konzipiert (siehe Punkt 1), beworben (siehe Punkt 4), live durchgeführt und nachbearbeitet werden.

  2. Distribution & Content Promotion
    Durch die aktive (!) Verbreitung schöpft der Content Marketing Manager das volle Potenzial seiner Inhalte aus. Über Social Media zum Beispiel können wir unseren Content – mehrfach in diversen Formaten – auf der eigenen Seite, in Gruppen/Communities oder durch Paid Media auch an ganz konkrete Zielgruppen ausspielen. Außerdem können wir gezielt auf sogenannte Influencer (das können sowohl Personen als auch Blogs bzw. (Online-)Magazine sein) zugehen und unseren Content seeden. Einen schönen Erfahrungsbericht und Performance-Vergleich unterschiedlicher Promotion-Methoden findest du bei Olaf Kopp. Darüber hinaus stehen uns weitere "Hebel der Content Promotion" zur Verfügung (Quelle: Mirko Lange/Scompler):


8 Hebel der Content Promotion

  1. Erfolgsmessung
    Durch die Bewertung der eigenen Content-Marketing-Maßnahmen kann der Content Marketing Manager sein Portfolio optimieren. Zudem muss er (ich zitiere Doris) "allen Content-Mitarbeitern und der Führungsspitze deutlich  machen, dass Content-Qualität Unternehmensziele unterstützt und dass diese (meist indirekt) Einfluss auf den Umsatz hat. Also sollte er Metriken erarbeiten, um Content-Effizienz kontrollieren und bei Bedarf optimieren zu können. Eine jede Content-Art hat aber eigene Ziele und braucht andere Messgrößen - da sollte man nicht allzu "digital-dogmatisch" vorgehen" (ich erinnere an dieser Stelle gerne nochmals an mein Content-Polygon zur Kategorisierung von Content-Formaten).

Fähigkeiten, die gute Content Marketing Manager auszeichnen

Je nach Position innerhalb eines Teams unterscheiden sich auch die Anforderungen.

Ist der Content Marketing Manager Einzelkämpfer in einer "klassischen" Marketingabteilung (bestehend aus Kollegen für SEM, Performance-Marketing, E-Mail-Marketing und Social Media), dann braucht er vor allem Selbstbewusstsein, Durchsetzungs- und Durchhaltevermögen, eine Leidenschaft für Zahlen zwecks Controlling und natürlich sehr viel Schreibpraxis. Stet er hingegen "weiter oben" in seiner Abteilung bzw. im gesamten Unternehmen, desto eher braucht er Softskills und Leadership Skills. Dazu gehört auch, nicht nur selbst die definierten Ziele und erfolgsbestimmenden Faktoren im Auge zu behalten, sondern auch sein Team in die entsprechende Richtung zu lenken.

 

Wo mir einfällt, kennst du eigentlich den Unterschied zwischen einem Boss und einem Leader? :-)


Unterschiede zwischen einem Boss und einem Leader
Klicken zum Vergrößern. Quelle: www.officevibe.com

 

In beiden Fällen (also Einzelkämpfer oder Teamleiter) kommt eine gewisse Präsentationskompetenz (und Charisma) hinzu, um andere von neuen Ideen und Visionen zu überzeugen, sowie ausgeprägte kommunikative Fähigkeiten, um sowohl intern als auch mit externen Kooperationspartnern zu verhandeln. Hartnäckigkeit und Ehrgeiz, aber auch Flexibilität gehören (in gesundem Ausmaß) ebenfalls zum notwendigen Skillset eines Content Marketing Managers.

Doris meint außerdem, dass sich eine Art verbindliche Beschlussfähigkeit früher oder später bezahlt macht:

Man muss die Hoheit über Abgabetermine besitzen und diese auch bei Bedarf deutlich machen. In Unternehmen versanden Content-Aufträge häufig, weil sie nicht Prio1 haben. Eine natürliche Autorität kann also nicht schaden – Gute „Chefs vom Dienst“ in den Redaktionen haben genau diese. Weil gerade im Content-Bereich sehr viel geschieht – vor allem bei den Tools – muss der Content-Manager versuchen, auf dem Laufenden zu bleiben und sich mit Kollegen aus anderen Unternehmen auszutauschen. Die Erfahrungen anderer sind gerade in einem jungen Berufsbild wie diesem unschätzbar wertvoll.

Mach den Selbsttest: Bist du ein Content Marketing Manager?

Beantworte die Fragen im Worksheet und finde heraus, ob du das Wissen, die Fähigkeiten und die richtige Einstellung hast, um diesen Beruf zu meistern.

Bonus: In einem Bewerbungsgespräch musst du häufig spontan auf unangenehme Fragen reagieren. Welche das sein könnten, erfährst du auch in diesem Worksheet.

Worksheet kostenlos downloaden

Wie hast du beim Test abgeschnitten? Hast du schon alles, was es braucht, oder drückst du besser nochmal die Schulbank, bevor du dich auf eine solche Position bewirbst?

 

Welche Ausbildung ist nötig und welche Möglichkeiten gibt es?

Geht es nach Klaus Eck, ist Content Marketing keine Erstausbildung, denn "letztlich setzt das Content Marketing einige Erfahrungen in redaktioneller Hinsicht wie in Marketing und PR voraus. Entsprechende Studiengänge oder Praxiserfahrungen halte ich für sehr sinnvoll. Zu theoretisch sollte das Vorgehen beim Content Marketing nicht sein. Aus diesem Grunde lohnt es sich, interdisziplinäre Erfahrungen gesammelt zu haben".

Ich sehe das ähnlich, zumal auch ich weder (Content) Marketing noch Kommunikation studiert hab. Zumindest nicht im Hauptfach ... Viel Wissen habe ich mir durch ein grundlegendes Interesse und Eigeninitiative erarbeitet, wodurch irgendwann das eine (v.a. mein Blog) zum nächsten führte. Auch Leute wie Miriam wissen nicht so genau, wie sie zu Content-Strategen wurden:

Ich habe einfach mit den Themen, die heute im Rahmen von „Content Marketing“ und „Content Strategie“ diskutiert werden, seit meinem 1. Job bei Amazon als Managing Editor immer gearbeitet. Mal aus Webmanagement-Perspektive, als Projektleiterin, Konzepterin, Texterin, als Business Development-Managerin, PR-Tante, oder als Produkt- & Marketingverantwortliche im crossmedialen Umfeld.

Vieles lässt sich wohl tatsächlich durch das Verschlingen zahlreicher Bücher und Blogs erlernen – zumindest in der Theorie. Eine spezifische Ausbildung hilft dann, dieses Wissen in der Form zu strukturieren, dass du es praktisch anwenden kannst.

Buchempfehlungen (Vorsicht: Werbung!)


The Content Code Die Content-Revolution Think Content! Buchcover


... sowie viele weitere englischsprachige Titel. Wirf einfach mal einen Blick in meine Lesempfehlungen.


Diese Links sind Amazon-Partnerlinks, wodurch ich bei deinem Kauf eine kleine Provision erhalte. Für dich entstehen dabei keine zusätzlichen Kosten und du kannst sicher sein, dass ich dieses Geld ausschließlich hier in den Blog reinvestiere.

Durch eine Ausbildung – sei es ein Seminar, Lehrgang oder Studium – kannst du die "Lücken" schließen, die du dir selbst nicht oder nur schwer erarbeiten kannst. Klaus zum Beispiel legt bei seiner Dozentur am FH Joanneum besonders viel Wert auf Content-Analyse und Content-Controlling, "weil sich darüber herausarbeiten lässt, welche Inhalte besonders gut funktionieren und sich mehrfach nutzen lassen. Im Mittelpunkt von allem steht dabei die Content Konzeption: Mit welchen Ideen erreiche in der Customer Journey meine Stakeholder wann wo am besten? Und mit welchen Maßnahmen kann ich die Reichweite und Attraktivität meiner Inhalte vergrößern".


Ich selbst habe dabei die Erfahrung gemacht, dass es bei der Aus- bzw. Fortbildung weniger auf die Einrichtung ankommt, als auf die Dozenten. Zumal bisher kaum eine (für Marketing oder ähnliche Studiengänge) renommierte Universität einen entsprechenden Studiengang etabliert hat. Korrigiere mich bitte, wenn du anderer Meinung bist.

 

Ausbildungsmöglichkeiten zum Content Marketing Manager

Zu den prominenteren Ausbildungsmöglichkeiten gehört das Masterstudium "Content-Strategie" an der FH Joanneum in Graz. Dort lehren unter der Leitung von Heinz Wittenbrink erfahrene Dozenten wie eben Klaus Eck oder Doris Eichmeier. Ich zitiere letztere:

Am Joanneum Graz werden die Studenten zu Content-Strategen ausgebildet. Sie sind berufstätig, kommen aus unterschiedlichen Unternehmen und uns Lehrenden wird immer wieder klar: den „Standard-Content-Manager“ kann es nicht geben, weil ein jedes Unternehmen andere Bedürfnisse hat. Die einen brauchen dringend SEO-Know-how, andere journalistische Kompetenz, andere müssen erst ihre Marke definieren, um passende Themenfelder erobern zu können. Dementsprechend vielfältig ist das Studienangebot aufgestellt: Von Content-Modelling, ersten Programmierkünsten, journalistischen Text- und Videoübungen, Marketing- und Markenwissen und vieles mehr. Ein großer Schwerpunkt liegt in der Methodenauswahl: Mit welchen Mitteln analysiere ich Content und Verbraucherbedürfnisse, um im Anschluss passendes Content-Marketing praktizieren zu können?

 

Ein weiteres attraktives Angebot bietet die Bayerische Akademie für Werbung und Marketing (BAW). Mirko Lange hat dort zusammen mit klugen Köpfen wie Carsten Rossi und Stephan Tiersch einen Content-Strategie-Lehrgang eigens für das SCOM-Framework ("SCOM" steht für Strategisches Content Marketing) ins Leben gerufen. Darüber hinaus wird Content Marketing an der BAW auch in anderen Studiengängen gelehrt (unter anderem von mir ;-) ).

Ebenfalls erwähnenswert sind die Seminare der eMBIS, die ursprünglich von Miriam Löffler und mittlerweile von Michael Firnkes (der Co-Autor von Blog Boosting) geleitet werden, sowie das Programm der Leipzig School of Media.

 

Content Marketing Manager Gehalt – Wie viel investieren Unternehmen?

Ja, diese Headline habe ich bewusst provokant formuliert, denn vieles spricht für die Revolution von Content in Unternehmen. Wer bereit ist zu investieren erarbeitet sich einen Wettbewerbsvorteil, den die Konkurrenz nur schwer – und das heißt vor allem durch ein hohes Investment – wieder wettmachen kann. Content Marketing wirkt langfristig, darum lohnt es sich möglichst früh damit anzufangen.

Die entscheidende Frage für uns an dieser Stelle ist natürlich die des Gehalts.

Wie viel verdient ein Content Marketing Manager? Lohnt sich die Ausbildung überhaupt?

Je nach Bundesland verdienst du zwischen 28.000 Euro und 48.000 Euro brutto pro Jahr (Quelle: gehalt.de). Die besten Gehälter bekommst du übrigens in München, Frankfurt, Stuttgart und Düsseldorf.


Content Marketing Manager Gehalt in Deutschland
Bruttogehälter für Content Marketing Manager in Deutschland


Inwieweit sich diese Gehälter unternehmens- bzw. agenturseitig unterscheiden, kann ich leider nicht beurteilen. Erfahrung spielt jedoch sicherlich eine entscheidende Rolle, mal ganz abgesehen von der eigentlichen Position (die ja wiederum von deinen Fähigkeiten abhängt).

 

Welche Perspektiven hat der Beruf des Content Marketing Managers?

Wenn es nach Doris geht, ist "das Anstellen eines Content (Marketing) Managers eine der wichtigsten Investitionen, die ein Unternehmen aktuell tätigen kann. Mit seinen Kenntnissen trägt er zur Content-Qualität bei, die in Zeiten des Content-Overflows Bedingung ist und macht diese messbar. Viele Unternehmen sind, seien wir mal ehrlich, noch sehr weit davon entfernt. Weil es aktuell noch kaum Content-Strategen oder Content-Marketing-Profis gibt, müssen Unternehmen Quereinsteigern eine Chance geben, sich zu bewähren".

Die größte Herausforderung, so Miriam, wird dabei sein, "in einem Unternehmen die Unterstützung zu bekommen, die man braucht: Zeit, Budgets, Support beim Content-Controlling, Möglichkeiten zum Testen von Inhalten usw. Das Internet ist kein „Neuland-Thema“. Die meisten Unternehmen müssen verstehen, dass sie langfristig eine zweite Firmen-Niederlassung leiten müssen – im digitalen Raum. Und diese muss man ebenso professionell aufbauen, wie einen „Offline-Firmenstandort“. Und - die Leute, die diese Präsenz in Schwung bringen können, brauchen ihren festen Platz im Organigramm (Content-Management-Abteilung) – sprich, ein Marketing-Mitarbeiter kann langfristig nicht immer noch alle Content-Themen en passant mitjonglieren".

Und Klaus ist der Meinung, dass es "in vielen Unternehmen ... zu wenige Experten für die eigene Content-Strategie und für das Content-Marketing [gibt]. Das eröffnet sehr gute Berufsperspektiven für Content Strategen und Content Marketiers. Viele klassische Disziplinen wie PR und Marketing werden durch die neuen Entwicklungen auf den Kopf gestellt. Dadurch ist der Lernstoff, der derzeit in entsprechenden Studiengängen vermittelt wird, nicht immer State of the Art. Journalisten sind noch keine Content-Marketing-Professionals. Dazu gehört weit mehr. Wer seine Expertise in einem Content Marketing-Studium nachweisen kann, wird davon in den kommenden Jahren sicherlich auf dem Arbeitsmarkt profitieren". 

 

Das klingt, wenn du mich fragst, ziemlich vielversprechend!

Und ich kann dir aus eigener Erfahrung versprechen, dass dieses Themen- bzw. Berufsfeld extrem viel zu bieten hat und sich ständig neue Herausforderungen auftun, die es zu bestehen gilt! :-)

 

Doch Moment!

Warum habe ich jetzt Berufsfeld geschrieben und nicht Beruf oder Berufsbild wie bisher?

Ich hoffe, dass dir das nach diesem Zitat von Carsten Rossi klar wird. Denk mal drüber nach.

Content Marketing ist für mich eine Methode, ein Framework und ein Mindset - aber sicher keine Disziplin oder ein Beruf. Aus diesem Grund halte ich auch die Etablierung der Position eines Content Marketing Managers auf lange Sicht nicht für sinnvoll. Content Marketing darf kein neues Funktions-Silo sein, sondern sollte verstanden werden als eine inhalts- und prozessprägende Praxis für eine moderne Linienorganisation innerhalb von Kommunikation und Marketing. Dort sollte es dann Content Strategists, Content Manager und Channel Manager geben aber keine gesonderte Meta-Position für Content Marketing Manager. Ich sehe das ähnlich kritisch wie die Erfindung der "Chief Digital Officer" oder (mittlerweile) der Enterprise Community Manager. Als Katalysator für eine begrenzte Zeit mag so etwas eine Symbolwirkung haben, als langfristige Position schadet es mehr als es nutzt, weil es den Ressourcenverteilungskampf innerhalb von Organisationen nur noch verschärft. Wenn das Framework Content Marketing ein Paradigmenwechsel werden soll, muss es die Gesamtkommunikation bis in alle Facetten prägen und darf keinesfalls "neben" etwas stehen.

 

Im Überblick: Expertenmeinungen zum Beruf des Content Marketing Managers

Berufsbild Content Marketing Manager - Expertenmeinungen
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Kommentare

Kommentator

Kommentar von Jörg

Ein wirklich interessantes Berufsbild. Aber wie weißt man nach das man es kann? Eine Ausbildung direkt gibt es ja nicht.

Robert Weller

Antwort von Robert Weller

Hallo Jörg, was genau meinst du? Eine Ausbildung gibt es mit dem Masterstudium in Graz durchaus, nur ist das eben keine GRUNDausbildung.

Wenn du bereits Erfahrung im Marketing, PR, Kommunikation o.ä. hast, dann ist eine entsprechende Fortbildung im Content-Marketing kein Problem. Und dann müsstest du dich auch selbst so gut einschätzen können um zu sagen, ob du es "kannst" oder nicht. ;-)

Hast du dir das Worksheet denn mal angeschaut?

Kommentator

Kommentar von Vladimir

Einen Masterabschluss für 28k €?
Ich glaube so macht niemandem den Content Marketing Manager schmackhaft. Und Erfahrung ist gerade in so einem Berufsfeld das A und O.
Schreiben lernt man meistens nur durch Erfahrung. Nur wenige werden als Shakespeare geboren. Sicherlich ganz interessant für Agenturen, aber die jetzt genau darauf achten, dass du eine explizite Ausbildung zum CMM hast.. da bin ich mir nicht sicher. ;)

Dennoch schönes Ding!

Beste Grüße,
Vladimir

Robert Weller

Antwort von Robert Weller

Hi Vladimir,

ein Masterstudium, gerade berufsbegleitend, kostet nunmal Geld, da liegt Graz nicht unbedingt über dem Durchschnitt. Hinzu kommt, wie angesprochen, das Verhältnis von Angebot und Nachfrage. Da aktuell erst wenige Hochschulen eine solche Ausbildung anbieten, sind die Preise eben noch höher. Und ohne das jetzt direkt mit einem MBA vergleichen zu wollen, richten sich die "Einstiegsbarrieren" wohl auch künftig nach dem Stellenwert, den derart spezifisch ausgebildete (Führungs)Kräfte in Unternehmen innehaben werden.

Was das Schreiben angeht: Erfahrung alleine reicht meines Erachtens nicht, wobei du das wahrscheinlich mit "learning by doing" gleichsetzt. Zumal Schreiben auch nur ein Teil des Aufgabenfeldes ist ... ;-)

Für dich kommt eine solche Aus-/Fortbildung also eher nicht in Frage?

Gruß,
Robert

Kommentator

Kommentar von Vladimir

Ja, das ist mir schon klar. Aber wird auch die Zukunft letzten Endes zeigen. Kannst du erfahrungsgemäß schon was sagen, ob sich da schon tatsächlich was entwickelt? Also ab Nachfrage nach dieser Spezialisierung entsteht?

Exakt, ich meine Learning by Doing und habe alle meine bisherigen Erfolg nur durch Learning by Doing zu verbuchen. Dass das Schreiben nur ein Teil davon ist, ist mir schon klar ;) Aber ich bin ein sehr großer Fan von Selbststudium. Wenn ich etwas nicht weiß, oder in etwas besser werden will, dann lerne ich es selbst. Dazu muss ich kein staatliches Lehrinstitut besuchen.

Meinen Entschluss zum Bildungssystem habe ich mal auf Medium niedergeschrieben: https://medium.com/@vladimirk/warum-ich-unser-bildungssystem-verlasse-221a97d375bb#.t5ah0kc0a

Für mich persönlich kommt sowas daher überhaupt nicht in Frage. Aber ich bin immer sehr interessiert an der Entwicklung!

Beste Grüße,
Vladimir

P.S.: Dein Buch liegt bei mir bereits auf dem Schreibtisch, kommt aber durch zahlreiche Projekte im Moment nur schleppend voran. Sobald ich es durch habe bekommst du ausführliches Feedback. ;)

Robert Weller

Antwort von Robert Weller

Hallo Vladimir, 

ich bin auch ein Freund von learning by doing, aber häufig kostet es unnötig viel Zeit. Da bietet es sich einfach an, von erfahrenen Personen zu lernen.

Ob eine Nachfrage da ist: Ja, definitiv, aktuell vor allem als Weiterbildung/Zusatzqualifikation. Und ich bin sicher sie wird weiter zunehmen. Die Frage wird nur sein, ob es eine Spezialisierung wird, mehrere (z.B. Content Marketing und Content-Strategie) oder schlicht ein neuer Standard. Wir werden sehen...

Viele Grüße, 

Robert

PS: Ich freu mich auf dein Feedback! ;-)

Kommentator

Kommentar von Pascal

Studienabschlüsse dieser Art sind mir immer etwas suspekt aus verschiedenen Gründen

1) sind die Dozenten auch wirklich Praktiker und wissen wovon sie reden? An Unis wird oft reine Theorie gelehrt
2) Kann man das Wissen nicht auch schneller und billiger im Eigenstudium aneignen und dabei noch Erfahrungswerte sammeln?

Die großen Vorteile von solch einem Abschluss sind sicherlich die Networking Chancen. Wenn solch ein Abschluss von Arbeitgebern anerkannt wird und dadurch Türen öffnet, ist das natürlich auch eine feine Sache.

Robert Weller

Antwort von Robert Weller

Hi Pascal,

1) Diese Bedenken teile ich, deswegen sag ich ja auch, dass es vor allem auf die Dozenten ankommt. Natürlich kann und muss nicht jeder von ihnen ein bekannter Meinungsführer bzw. Macher sein, aber uns hilft das im ersten Schritt eine Einschätzung vorzunehmen. Denn wenn sich das Institut um "Hochkaräter" bemüht, würde ich zunächst davon ausgehen, dass das Angebot einen vernünftigen Stellenwert besitzt.

2) Bis zu einem gewissen Maß kann man sicherlich viel im Selbststudium erarbeiten, so wie es auch Vladimir beschreibt. Allerdings dauert das häufig länger und bedeutet nicht zwangsläufig auch Praxiserfahrung. Schau dir doch mal die Facebookseite der FH Joanneum an, da erhältst du einen ganz guten Eindruck "aus der Praxis". 

Mit der Anerkennung eines solchen Abschlusses sprichst du einen wichtigen Punkt an. Denn wenn es deinen (künftigen) Arbeitgeber nicht interessiert, musst du die Entscheidung komplett alleine treffen, sozusagen. Dann ist es schnell eine Kosten-Nutzen-Frage. ;-)

Kommentator

Kommentar von Ivana

Servus Robert,

super Beitrag, liest sich, wie ein typischer Tag im Leben der Ivana B. ;)

Die Ausbildung ist in der Tat noch ein großer Schwachpunkt. Ich kann nur sagen, dass für den Job neben einer guten Allgemeinbildung, solide Kenntnisse im Online-, Marketing-, PR-, SEO- und Kommunikationsbereich notwendig sind. Dazu kommt eine große Portion Neugierde für neue digitale Entwicklungen und die Liebe (Empathie) zum Menschen. Der I-Punkt ist natürlich die praktische Erfahrung.

Alles in allem ein spannendes Arbeitsfeld, das viel fordert und viel gibt.

Liebe Grüße
Ivana

Robert Weller

Antwort von Robert Weller

Wie jetzt, du hast typische Tage, Ivana? ;-)

Würdest du dich als Content Marketing Manager bezeichnen? Wie sieht denn dein Werdegang aus?

Was habt ihr in Österreich eigentlich für Optionen, also mal abgesehen von Graz? Soweit ich weiß gilt Österreich in dem Bereich ja mindestens genauso weit entwickelt wie Deutschland ... spiegelt sich das auch in den Ausbildungsmöglichkeiten wieder?

Liebe Grüße,
Robert

Kommentator

Kommentar von Uwe Thellmann

Das Content Management ist ein Wettbewerbsfaktor für viele Unternehmen. Entsprechend werden gute Leute intensiv gesucht. Mit einer spitzen Positionierung kann ein Content Manager seinen Marktwert steigern. Eine spezielle Branchenpositionierung, die aufzeigt, dass man die Zielgruppen und Einkaufs Personen kennt und Ihre Sprache spricht, ist ein Wettbewerbsvorteil. Schließlich wird ein Großteil des Marketings der Zukunft Content Management sein.

Robert Weller

Antwort von Robert Weller

Unternehmen suchen geeignete Fachkräfte, das stimmt. Aber aktuell, so zumindest mein Eindruck, sind noch nicht alle von ihnen bereit auch entsprechend in sie zu investieren. Schnell machen Unternehmen Abstriche bzw. stellen falsche (d.h. zu hohe) Erwartungen an diejenigen, die sie einstellen. Dass das für beide Seiten unbefriedigend endet, ist absehbar. Ich hoffe sehr, dass Unternehmen hier langfristig denken.

Kommentator

Kommentar von Ernst Dennstedt

Ich finde eure Initiative, hier eine formale Ausbildung anzustreben, prinzipiell in Ordnung.

Ich möchte aus meiner Praxis 2 Aspekte zur Anregung hier anführen, wobei ich zum besseren Verständnis anfügen möchte, dass meine Kunden in der IT-Branche sind und typischerweise kleinere Unternehmen, 10 bis 100 Mitarbeiter:

1) Content Marketing, welches aus der Sicht eines Marketers wie oben beschrieben, funktioniert vielleicht in großen Unternehmen, aber in KMUs eher nicht, obwohl die ebenfalls großen Bedarf an diesem Thema haben.

Warum?

Aus meiner Sicht weitet sich der Vertrieb aus in Richtung Marketing, nicht umgekehrt. Weil es in kleineren Unternehmen schlicht und einfach kein Marketing gibt.

Und: 95% aller Content Marketer (Ausnahmen bestätigen die Regel) haben keine Ahnung, was der Kunde wirklich will - ich meine wirklich will und nicht das, was die Marketer glauben, das der Kunde möchte.

Das wissen in der Regel nur die Leute aus dem Verkauf, die aber dazu kaum befragt werden und wenn doch, dann kommen praktisch keine Informationen zurück.

Hier gibt es leider immer noch große Barrieren zwischen Marketing und Vertrieb. Tipp: jeder Content Marketer der diese Hürden in seinem Unternehmen überwinden kann, wird besonders erfolgreich sein. Da würde es sich lohnen, Zeit zu investieren.

Um nun wieder an euren Artikel anzuknüpfen: Leute mit Selbstbewusstsein, die obiges Wissen haben und es verstehen, als selbständige Anbieter dieser Dienstleistungen sehr eng und partnerschaftlich mit echten (und die guten sind dabei eher die schwierigen) Vertriebsleuten zusammenzuarbeiten, haben beste berufliche Aussichten.

2) Ein Kommentar weiter oben sieht sich eher im Selbststudium bestätigt. Das sehe ich ähnlich, allerdings aus Sicht des Vertriebs.

Ich komme aus dem Vertrieb, arbeite dabei als Selbständiger fast immer nur mit Erfolgsprovisionen, weil der Verdienst, wenn es funktioniert, wesentlich höher ist denn als Angestellter.

Durch die immense Mobilität und der Verbreitung von Smartphones hat sich aber auch im B2B der Vertrieb in den letzten 4 - 5 Jahren massiv gewandelt.

Ich selber hatte so um 2011 / 2012 immer größere Mühe zu neuen Kunden zu kommen. Die bis dahin gängigen Methoden funktionierten einfach nicht mehr.

Deshalb habe ich für mich selbst eine Leadgenerierungsmaschine gebaut, die mich in meiner Tätigkeit des Verkaufs von Business Solutions bestens unterstützt.

ad 1) das tut es jetzt wirklich super

ad 2) ich habe mir diese Kenntnisse mühsam in try & error angeeignet - alle Interessierten können meinen Leidensweg in meinem Posting "Verdammt ich brauch dich, ich brauch dich nicht, verdammt ich..." nachlesen. Das ist eine wahre Geschichte aus der Praxis.

ad 3) über viele Content Marketing - Postings in den diversen sozialen Medien kann ich nur müde lächeln und denken - der Schreiber hat Methodenkompetenz aber keine Ahnung vom praktischen Einsatz.

Ich kann jedem, der sich mit dieser Thematik beschäftigen möchte nur raten, laufts ein paar Wochen oder Monate (wenn das in eurem Unternehmen möglich ist) mit einem guten Vertriebler, der nach dem Konzept "Trusted Advisor" arbeitet, mit und hört besonders gut auf 2 Dinge:
1) was der Interessent wirklich wissen will
2) was der Vertriebler wirklich sagt und wie er es sagt

Warum Trusted Advisor?
Dazu gibt es auch einen Blogpost für alle die es interessiert.

Ich verspreche euch: Alle die Augen und Ohren weit offen halten und die richtigen Schlüsse draus ziehen können, werden Erkenntnisse erhalten, die euren Erfolg im Content Marketing wirklich in die Höhe pushen, wenn ihr versteht dieses Wissen in eure Arbeit zu integrieren.

Ich hoffe, ich konnte euch ein wenig Einblick in das gesamte Spektrum zeigen ohne euch dabei zu fadisieren und wünsche euch allen alles Gute und wirklich viel Erfolg. Es ist in diesem Bereich Goldgräberstimmung für die wirklich guten Leute ;-)

Ernst J. Dennstedt MBA

Robert Weller

Antwort von Robert Weller

Hallo Ernst,

danke für deinen ausführlichen Kommentar.

Was das Problem der "Kleinen" in Punkt 1 anbelangt, stimme ich dir größtenteils zu. Allerdings würde ich, was das Wissen um Kunden anbelangt, differenzieren: Im Marketing sind Bestandskunden nur eine (meist kleinere) Zielgruppe, den Kern der Arbeit bilden wohl eher potenzielle Kunden. Die können wir nicht "kennen", aber wir sind bemüht, sie kennenzulernen. Eben durch Zuhören, wie du in Punkt 2 empfiehlst und wie ich einem Artikel über Buyer Personas auch beschreibe.

Ich glaube schon, das Marketing und Vertrieb generell zusammenarbeiten – zumindest beim Inbound Marketing – aber wer den Hut aufhat ist wohl häufig noch unklar. Da sind wir ja auch fast schon wieder bei der Diskussion um die Unterschiede zwischen Content Marketing und Inbound Marketing ...

Dennoch, über die Bedeutung dieser Zusammenarbeit sind wir uns einig und deinen Vorschlag, als Marketer mal im Vertrieb zu lauschen, kann ich nur unterstützen! ;-)

Viele Grüße,
Robert

 

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