28.07.2014 von Kommentare: 2

Content & Design - Worauf es bei der Konzeption einer Website wirklich ankommt

Konzeption einer Webseite - Content & Design

Content comes first!

Oder doch erst das Design?

Was, wenn ich dir sage, dass beide nicht an erster Stelle stehen?

Du hast deine Webseite – egal ob Shop, Blog oder „normale“ Firmenwebseite – sicher aus einer bestimmten Motivation heraus erstellt, oder? Um dich und dein Unternehmen bekannter zu machen oder deine Produkte und Dienstleistungen zu vermarkten. Aber wie bist du vorgegangen? Hast du (wie viele andere auch) ein vorgefertigtes Template in einem kostenlosen CMS installiert und direkt angefangen, deine Webseite mit Inhalten zu füllen?

Wenn ja, dann solltest du weiterlesen und herausfinden, ob es nicht Zeit ist, deine Webseite von Grund auf zu überdenken.

Wieso? Weil kein Standard-Template deine Anforderungen erfüllen kann!

Du verfolgst deine eigenen Ziele, hast deine eigene Zielgruppe. Und genau diese beiden Aspekte sind es, die bei der Konzeption einer Webseite an oberster Stelle stehen!

Daher mein Appell: Rethink Your Website!

 

Ziele & Zielgruppe

  1. Definiere die Ziele deiner Webseite
    Bevor du auch nur annähernd mit der Gestaltung deiner Webseite beginnst, solltest du dir über deine Absichten im Klaren sein. Was ist der Sinn und Zweck der Seite, welche Ziele verfolgst du? Überleg es dir gut, denn darauf basieren alle weiteren Schritte.

  2. Identifiziere deine Zielgruppe
    Nachdem du das Was? beantwortet hast stellt sich die Frage nach dem Für wen?. In Abhängigkeit von deinem Ziel wirst du einen bestimmten Personenkreis (oder manchmal auch mehrere) ansprechen wollen. Es ist wichtig, dass du dir Gedanken über diese Personen machst und nicht nur ihre Bedürfnisse kennst, sondern auch ihre Anforderungen und Erwartungen an (d)eine Webseite.

  3. Produziere Inhalte die deine Zielgruppe interessieren
    Jetzt wo du deine Zielgruppe identifiziert hast und sie beschreiben kannst weißt du, für welche Inhalte sie sich interessieren. Beachte bei der Content Planung die Buyer’s Journey und produziere Content für alle Stufen des Kaufprozesses, von der „Awareness“ über die „Conversion“ und den „Close“ bis hin zum anschließenden „Delight“. Mehr zu Personas und der Buyer‘s Journey kannst du hier nachlesen.

 

Teil 1 der Konzeption deiner Webseite ist hiermit – fast – abgeschlossen. Eine letzte extrem wichtige Frage ist noch offen:

Stimmen die Erwartungen meiner Leser mit meinen Zielen überein?

Wenn ja, dann geht’s jetzt endlich an die inhaltliche und optische Gestaltung. Wenn nicht, dann musst du leider nochmal von vorne anfangen.

 

Content & Design

  1. Erfülle alle Bedürfnisse deiner Besucher
    In erster Linie muss dein Content die Bedürfnisse deiner Leser erfüllen. Content Design wird demnach immer mehr zu einem Erfolgsfaktor. Indizien ob dir das gelingt sind beispielsweise die durchschnittliche Besuchszeit, Seitenaufrufe pro Sitzung und natürlich jegliche Form der wünschenswerten Interaktion – Shares, Kommentare, Newsletter-Anmeldungen, etc.

    Falls keine dieser Kennzahlen deinen Gefallen findet triffst du mit deinem Content wohl noch nicht ganz ins Schwarze. Passen deine Inhalte in die Buyer’s Journey? Sind sie für deine Zielgruppe leicht zu konsumieren? Woher kommen deine Besucher und mit welchen Erwartungen? Werden diese Erwartungen auch erfüllt?

  2. Gestalte die Navigation deiner Webseite möglichst intuitiv
    Die Bedienbarkeit deiner Webseite ist sehr wichtig für das „Erlebnis“ deiner Besucher. Achte auf eine logische Struktur deiner Seiten (Hauptseiten, Unterseiten, Gruppierungen, Archive, etc.) und vor allem ein einfaches Menü, anhand dessen deine Besucher die Seite problemlos navigieren können.

  3. Passe die Formatierung deiner Inhalte/Texte an deine Zielgruppe an
    Die meisten von uns suchen im Netz vor allem nach Informationen und haben freilich nur wenig Zeit. Gut formatierte Inhalte – d.h. vor allem Texte – sind unerlässlich, wenn du einen guten Eindruck bei deinen Besuchern hinterlassen willst. Kurze Sätze, kurze Absätze und eine einfache (bzw. an deine Zielgruppe angepasste) Sprache helfen dabei deine Inhalte schneller zu konsumieren und dadurch deine Besucher schneller an ihr Ziel, nämlich die gesuchten Informationen, zu bringen. Mehr zum Formatieren von Webtexten kannst du hier nachlesen.

  4. Halte deinen Content stets aktuell
    Dieser Punkt bedarf wohl keiner weiteren Erklärung. Sowohl Google als auch deine Leser freuen sich über aktuelle Inhalte. Falls du bereits eine Webseite hast oder sogar bloggst lohnt sich vielleicht mal ein Blick ins Archiv. Ich bin fast sicher, dass du den einen oder anderen Artikel aktualisieren kannst. Mir persönlich hilft mein Redaktionsplan bei der Verwaltung meiner Webinhalte.

  5. Halte dich beim Webdesign an dein Corporate Design
    Eine gute Ausgangsbasis für dein Webdesign ist dein vorhandenes Kommunikationsdesign. Nutze die Farben aus deinem Logo (und natürlich das Logo selbst), die Schrift aus deinen Printmedien und vorhandene Designelemente und einen Wiedererkennungswert zu schaffen. Überdenke auch an dieser Stelle nochmal, ob die Optik deiner Webseite zu deiner Zielgruppe passt. Ein Tipp von mir: nicht alle Männer mögen Pink ;-)

  6. Optimiere deine Webseite auch für mobile Endgeräte
    Die Zahl der „Mobil-Surfer“ wächst stetig, viele deiner Leser werden in Zukunft von unterwegs auf deine Webseite zugreifen. Da auch sie zu deiner Zielgruppe gehören können, willst du sie nicht (unfreiwillig) durch eine nicht oder nur schlecht an Smartphones angepasst Webseite verlieren. Teste, wie deine Webseite auf unterschiedlichen Geräten angezeigt (Stichwort: Responsive Webdesign) wird und korrigiere mögliche Anzeigefehler!

 

Wie? Das war’s schon? Keine Design-Tutorials, Templates oder Vorlagen?

Nein, natürlich nicht! Denn das käme deinen Anforderungen nicht annähernd nahe genug. DU bist der einzige, der deine Webseite gestalten kann. Zumindest konzeptionell...

 

Website-Technologie

  1. Nutze ein System das sowohl deinen als auch den Anforderungen deiner Leser gerecht wird
    Bei der Auswahl des richtigen Systems tun sich viele schwer, weil sie keine Erfahrungen bzw. Vergleichsmöglichkeiten haben. Es ist aber enorm hilfreich von Anfang an ein passendes Content Management System zu wählen, um hinten raus nicht an technischen Grenzen zu scheitern. Für Blogger eignet sich bspw. Wordpress, für große Unternehmensseiten Typo3. Es gibt aber durchaus auch „Allzweck-Lösungen“ wie Joomla, Drupal oder Contao. Ich selbst nutze hier Letzteres und bin sehr zufrieden damit, allein schon weil mir die Wordpress-üblichen Spam-Kommentare erspart bleiben. Ich empfehle jedem einen Blick in die jeweiligen Testinstallationen zur persönlichen Einschätzung der Bedienbarkeit.

  2. Nutze Tracking-Tools zur Analyse
    Das Tracking deiner Webseiten ist unerlässlich um bspw. die in Punkt 4 erwähnten Kennzahlen zu messen, Trends zu erkennen und Veränderungen zu bewerten. Google Analytics[2] ist die meistverwendete Lösung, Piwik[3] oder clicky[4] sind aber auch interessante Alternativen.

 

Damit schließt sich der Kreislauf. Nutze die Analysedaten für weitere Veränderungen an deinem Content und Design.

 

Meine persönlichen Tipps

  • Lerne aus den Veränderungen. Du verfolgst mit jeder einzelnen Maßnahme ein bestimmtes Ziel (z.B. die Steigerung der Click Trough Rate[5]) daher empfehle ich dir alle Änderungen an deiner Webseite vor der endgültigen Umsetzung zu testen.

    Ich kann dir jetzt schon sagen, dass sich nicht jede Veränderung positiv auswirkt!

    Um die Auswirkungen richtig einschätzen zu können, musst du Kennzahlen definieren, die du im Zeitverlauf messen kannst. Erfahre hier warum „SMART Goals“ für erfolgreiches Blog-Marketing so wichtig sind.

  • Geh mit dem Trend. Das heißt nicht, dass du blind auf jede neue Trendwelle aufspringen sollst, aber es schadet nicht die Veränderungen des Marktes (z.B. Design- oder Usability-Trends) zu verfolgen und – wo nötig bzw. sinnvoll – entsprechend zu reagieren. Aber auch hier gilt: eins nach dem anderen und immer schön messen ;-)

 

Die Konzeption einer Webseite auf einen Blick

Hand aufs Herz: Bist du direkt hier runter gesprungen, sodass ich mir die ausführliche Erklärung hätte sparen können? Oder bist du so einer, der in Büchern auch erstmal das Ende liest? ;-)

Wie auch immer, versprochen ist versprochen:


Rethink Your Website
Quelle: Big Duck Flowchart

 

Aha! Du hast also doch ein schlechtes Gewissen bekommen und willst den Artikel doch lesen!? Okay, hier geht’s zum Anfang.


Nein? Na dann vielleicht einen Kommentar schreiben!?

 

Kurz erklärt: Responsive Webdesign

[1] Response bedeutet auf Deutsch „Reaktion“ und beschreibt damit schon die Funktion von Responsive Webdesign, nämlich die Anpassung von Design und Content an das benutzte Endgerät des Besuchers – also Computer, Tablet oder Smartphone. Je nach Gerät erfolgt eine individuelle Ausgabe der Webseite um die Bedienung („Usability“) zu optimieren.

Du findest dazu einen sehr ausführlichen Beitrag inkl. Design-Beispiele im Smashing Magazine.

Hat dir der Beitrag gefallen? Bewerte Ihn!
3,9/5 Sterne
Möchtest du mich unterstützen? via PayPal spenden
Content & Design - Worauf es bei der Konzeption einer Website wirklich ankommt 3.9 5 8

Gefällt dir was du liest?

Melde dich für meinen Newsletter an und erhalte alle neuen Beiträge per Mail. Dazu schenke ich dir mein E-Book zu Content Design plus ein ganzes Kapitel aus meinem Buch Blog Boosting mit knapp 100 Seiten!

Kommentare

Kommentator

Kommentar von stooni

Punkt 6 ist ev. schwierig wenn es Responsive sein soll!

Für viele Kunden würde sich nach Erklärung dieser Grafik einen Überhang an Informationen ergeben!
Ich will doch nur eine Website, was muss ich allles!?

LG
Martin Steiner
(stooni)

Robert Weller

Antwort von Robert Weller

Hi Martin,
so ganz versteh ich noch nicht, worauf du hinaus willst... kannst du mir helfen? Warum ist die Formatierung von Texten bei responsive Websites schwierig? Oder beziehst du das auf Bilder? Und was meinst du mit "Überhang"?

Kommentator

Kommentar von Robert

Schöner und ausführlicher Artikel! Besonders gut gefällt mir die Infografik! An sich haben die meisten Punkte in denen der Zusammenhang zwischen Content und Design erklärt wird viel von Usability und User Experience. Ich denke, dass es in Zukunft noch viel wichtiger sein wird, seine Webseite benutzerfreundlich, einfach und intuitiv zu gestalten. Dazu gehört besonders der Inhalt.

Zu Punkt 6 gab es ja vor Kurzem ein Google-Update des "mobile-friendly-Faktors". Dazu habe ich damals schon einen Artikel verfasst:

http://now2web.de/google-mobile-friendly-faktor-markiert-seiten-ab-21-april/

Usability, responsive Design und der geschickte Einsatz von Content werden immer wichtiger, je mehr mobile Geräte genutzt werden. Daher hat auch Google auf den Trend reagiert um seinen Nutzern möglichst gute Suchergebnisse zu bieten.

Viele Grüße

Robert

Robert Weller

Antwort von Robert Weller

Hi Robert! Cooler Name und danke für die Ergänzung zum letzten Google Update. Wie du sagst bin ich suvh davon überzeugt, dass wir künftig keine Produkte mehr verkaufen, sondern Erlebnisse. Usability bleibt wichtig, die User Experience wird aber noch wichtiger. 

Ich bin gespannt wie es sich entwickelt! :-)

Viele Grüße 

Schreibe deinen Kommentar

Du willst deinen Text formatieren oder einen Link platzieren? Kein Problem, du findest eine Anleitung hierzu in den Kommentarrichtlinien.