10.03.2014 von Kommentare: 6

Was macht einen Blogartikel lesenswert?

Perfekte Blogartikel schreiben

Lohnt sich das Lesen meiner Beiträge? Ich sage ja!

Ich stelle mir immer wieder aufs Neue die Frage nach dem Mehrwert für meine Leser, so wie es hoffentlich jeder Blogger vor dem Schreiben eines neuen Artikels tut.

Denn das Spannende ist nicht die Antwort des Bloggers und auch nicht die der Leser. Viel mehr interessiert, ob diese beiden Antworten übereinstimmen. Nur weil ich meinen Artikel als nützlich erachte, siehst du das nicht zwangsläufig genauso. Ein guter Grund also, sich immer wieder Gedanken zu diesem Thema zu machen. Und umso schöner, wenn ich es heute nicht alleine tun must, sondern auch andere Blogger im Rahmen einer Blogparade ihre Erfahrungen teilen.

Im Folgenden findest du meine persönlichen Anforderungen an einen guten Blogartikel und Gründe, warum ich einen Artikel nicht zu Ende lese.

 

Der erste Eindruck zählt!

Ob ich einen Blogartikel lese oder nicht ergibt sich aus einer Reihe von mehreren unbewusst getroffenen Entscheidungen:

  1. Da ich auf diversen Plattformen neuen Blogs begegne muss zu allererst der Titel mein Interesse wecken. Zum Beispiel weil er mein Problem löst oder mir eine Frage beantwortet. Hier findest du meine Tipps für erfolgreiche Headlines.

  2. Im Blog angekommen muss mich das Design überzeugen. Nicht, weil es ein gestalterisches Meisterwerk ist, nein, es muss einfach nur funktionieren. Ich muss mich zurechtfinden, beim Lesen des Artikels nicht gestört werden und alle notwendigen Informationen und Funktionen direkt finden (z.B. wer der Autor ist, wo ich mit ihm in Kontakt treten kann und wie ich den Beitrag teilen kann).

  3. Überzeugt mich auch das Design steht an letzter Stelle noch die Struktur des Artikels. Finde ich mich direkt zurecht? Gibt es eine Einleitung, eine Gliederung, Zwischenüberschriften und praktische Absätze, oder ist alles nur eine große Textwand? Je besser ein Artikel strukturiert ist, desto einfacher bzw. schneller ist er zu lesen. Hier findest du meine Tipps für die perfekte Blogartikel-Struktur.


Der letzter Punkt beschreibt auch schon ein häufiges Phänomen im Internet: das Überfliegen von Artikeln, sogenanntes Scanning oder Skimming. Wir suchen oft etwas ganz Bestimmtes und wissen schon in etwa wo wir es finden können. Wir entscheiden dann innerhalb kürzester Zeit, ob ein Artikel die gesuchten Informationen enthält oder nicht.

Wie heißt es so schön: You never get a second chance to make a first impression!

 

Ein weiterer Aspekt sind Empfehlungen.

Ja, auch beim Bloggen haben sie, zumindest für mich, einen relativ hohen Stellenwert. Das beginnt schon mit der Frage, wodurch bzw. durch wen ich auf einen Blogartikel aufmerksam geworden bin. War es ein Kollege, dessen Beiträge ich sehr schätze, ist die Chance relativ hoch, dass ich seiner Empfehlung folge. Hinzu kommt dann noch die Zahl der Social Shares und Kommentare. Geht der Zuspruch gegen Null entscheide ich mich auch oft dagegen, einen Artikel weiterzulesen. Eigentlich die falsche Einstellung, ich weiß, aber das Social Web prägt einen. Ich gelobe Besserung!

Takeaway – Das macht für mich einen guten Blogartikel aus:

  1. Interessante Überschrift mit konkretem Versprechen
  2. Ansprechendes Blog-Design
  3. Sinnvolle Blogartikel-Struktur
  4. Empfehlungen von Peers

 

Was muss ein Blogartikel beinhalten, damit er als gut bezeichnet werden kann?

In meinen Augen erfüllt ein guter Blogartikel immer eine oder mehrere Funktionen. Wenn ich neue Beiträge schreibe, versuche ich dabei möglichst viele der folgenden Fragen zu beantworten (wobei es teilweise nur Überlegungen für mich persönlich sind):

  1. Welchen Mehrwert bietet der Artikel für den Leser?
  2. Welches Problem, Bedürfnis oder Interesse hat den Besucher zu mir geführt?
  3. Warum sollten Besucher meinen Artikel lesen, anstatt ihre Suche fortzusetzen?
  4. Was ist meine Kernaussage und wie kann ich sie begründen (vielleicht gibt es Studien oder Statistiken dazu)?
  5. Welchen Schreibstil verwende ich (informativ nach dem Motto „Das ist so, punkt“ oder eher casual, im Diskussions- bzw. Erzählton)?
  6. Was wollen Besucher NICHT lesen (z.B. dieselben Tipps wie auf den anderen Blogs die sie vorher besucht haben, unbegründete Behauptungen)?
  7. Welchen Mehrwert bietet der Artikel für mich als Autor?
  8. Wie lautet der Call to Action?

 

Zum Spaß kannst du ja mal versuchen, die Antworten in diesem Beitrag zu finden (ein Tipp: die letzte ist am einfachsten) ;-)

 

Notiz am Rande: Ein solcher Artikel stand bei mir sowieso schon auf der Agenda, da kam mir Martin Grünstäudls Aufruf zu einer neuen Blogparade sehr gelegen. In diesem Sinne sei Martins Aufruf hier verlinkt und ihm für diese Tolle Aktion gedankt ;-)

 

Et voilà! C’est tout!

Ich hoffe du kannst ein paar Anregungen für deinen nächsten Blogartikel mitnehmen.

Auch deine „Auswahlkriterien“ interessieren mich, schreib mir einen Kommentar!

 

Ich will dir an dieser Stelle auch die Lektüre meines jüngsten Artikels zum Thema Blogartikel-Struktur ans Herz lesen. Dort findest du weitere Tipps um deine Blogbeiträge zu optimieren.

Wusstest du schon… ?

Skimming bedeutet übersetzt so viel wie „Abschöpfen“ und hat in diesem Fall nichts mit dem illegalen Abschöpfen von Daten zu tun, wie es bspw. in der Wikipedia-Definition beschrieben wird. Vielmehr gleicht Skimming dem Wort Scannen und bedeutet, die Essenz eines Textes zu verstehen, ohne jedes einzelne Wort zu lesen.

Hier ein kurzer englischer Beitrag der erklärt, wie du einen Text skimmen kannst. 

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Kommentare

Kommentator

Kommentar von Aljoscha

Cool! Vielen Dank für diese Zusammenstellung! Vor allem das Muster für die Artikelstruktur interessiert mich!

Kommentator

Kommentar von Johannes Huß

Über den ersten Punkt auf der Liste der Tipps musste ich schmunzeln. Vor ein paar Jahren hat mich meine Freundin darauf aufmerksam gemacht, dass meine Blogbeiträge ausschließlich durch dreiste Selbstprofilierung motiviert sind und für Besucher absolut wertlos. Seitdem versuche ich, es geschickter zu verpacken. ;-)

Robert Weller

Antwort von Robert Weller

Hehe danke! Blogger die behaupten sie bloggen nicht um ihrer selbst willen sagen nicht ganz die Wahrheit denke ich. Aber solang ein Mehrwert für die Leser dabei ist find ich das völlig legitim ;-)

Danke für deinen Kommentar, Johannes!

Kommentator

Kommentar von Steve Naumann

Interessanter Beitrag und für viele ein sehr hilfreicher. Sollte auch zum Nachdenken anregen, wenn man eigentlich mehr Erfolg erwartet hatte. Besucher und gehaltvolle Inhalte sind auf vielen Blogs manchmal gar nicht das Problem.

Oft lese ich nicht weiter, weil ich den Inhalt nicht mehr zu fassen bekomme. Ein paar Absätze mehr, passende Wörter formatiert (fett, kursiv oder beides), eine Auflockerung durch Listen oder ein Bildchen zwischendurch macht das ganze für die Augen etwas einfacher.

Unabhängig davon finde ich, dass ein Artikel dann perfekt ist, wenn dieser seinen Zweck erfüllt. Meiner Meinung nach also abhängig von den Zielen, die man damit verfolgt.

Beste Grüße
Steve

Robert Weller

Antwort von Robert Weller

Hey Steve, so sehe ich das auch! Erfüllt ein Artikel seinen Zweck (ok, über diesen könnten wir jetzt diskutieren) so ist er gut. Perfekt gibt es für mich nicht, wie soll man sich sonst stetig verbessern? ;-)

Kommentator

Kommentar von Alexander Surowiec

Hallo Robert,
danke für deinen Beitrag. Ich kann deinen Ausführungen nicht widersprechen. Dein Beitrag fasst sehr viele essentielle und wichtige Punkte zusammen.
Über den Punkt "1.Interessante Überschrift mit konkretem Versprechen" habe ich mir unlängst Gedanken gemacht. Thema: Bullshit Headlines bei Blogs. Deine Meinung würde mich sehr freuen.

Alles Gute für deinen Bloggen! Werde auf jeden Fall öfters vorbeischauen.

Beste Grüße
Alex

Robert Weller

Antwort von Robert Weller

Hallo Alexander,
hast du dazu auch schon meinen Artikel Erkenne die wahre Intention einer Headline: Erfolg kommt nicht durch Klicks, sondern… gelesen?

Deine Überschrift macht auf jeden Fall klar was der Leser zu erwarten hat. In Kombination mit deinem Bild bedarf das kaum weiterer Worte ;-)

Bevor ich deinen Blog kommentiere eine Frage: seh nur ich bei allen Kommentare deinen Avatar oder ist da tatsächlich ein Bug?

Beste Grüße und auf Wiedersehen!
Robert

Kommentator

Kommentar von Alexander Surowiec

Hi Robert,

sorry, bin erst heute auf deine Antwort aufmerksam geworden. Ja, das war weniger ein Bug, sondern viel mehr mein Fehler. Mittlerweile habe ich die Darstellung behoben.
Ja, den Artikel habe ich überflogen. Vielen Dank hierzu!

Beste Grüße
Alex

Robert Weller

Antwort von Robert Weller

Hi Alex, danke für die Rückmeldung!

Kommentator

Kommentar von Gerhard Pundt

Hallo Robert,
der Beitrag hat mir gut gefallen. Davon kann ich einiges fuer meinen Blog gebrauchen. Ich folge toushenne ab heute.
Gruß
Gerhard

Robert Weller

Antwort von Robert Weller

Hi Gerhard,

das höre ich natürlich sehr gerne! Wenn du konkrete Tipps brauchst, sag Bescheid! ;-)

Vielleicht wird dir ja auch mein kommendes Buch gefallen...?

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