Im Gespräch mit neuroflash-Gründer Dr. Jonathan T. Mall über KI-gesteuertes Copywriting

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Dr. Jonathan T. Mall im Interview

Wie würdest du die freigewordene Zeit nutzen, wenn du dank künstlicher Intelligenz Texte ab sofort in der Hälfte der Zeit schreiben könntest? Was würdest du stattdessen tun, wenn du bestimmte geschriebene Content-Formate wie Anzeigentexte oder Produktbeschreibung komplett automatisieren könntest? Und wie hilfreich wäre es, wenn du Texte zum Beispiel in ihrer Tonalität bequem durch eine Software umschreiben lassen kannst?

Auf diese Fragen solltest du Antworten haben, denn was nach einer traumhaften Zukunft klingt, ist genau genommen schon Gegenwart. Dank KI-gesteuerter Copywriting Tools wie neuroflash können Autor:innen, andere Content-Schaffende und Marketer heute schon eine Vielzahl an Aufgaben schneller und einfacher erledigen.

Welche das konkret sind, welche Rolle künstliche Intelligenz dabei spielt und wo die Grenzen liegen, darüber sprach ich mit Jonathan Mall, CIO & Co-Founder von neuroflash.

Jonathan Mall

Über Jonathan Mall

Dr. Jonathan T. Mall hat nach seiner Promotion in Neuropsychologie im Bereich Big Data und semantischer Marketing-Optimierung gearbeitet. 2017 hat er neuroflash gegründet – ein Start-up für Textgenerierung, das Copywritern hilft schneller und kreativer zu schreiben, indem es große Sprachmodelle und Psychologie verbindet.

Jonathan, viele meiner Leser:innen kennen dich womöglich schon von LinkedIn, dort bist du ja sehr aktiv. Stell dich doch trotzdem kurz vor: Was machst du? Wie kam es dazu? Welchen Hintergrund hast du? Und wo geht deine Reise hin?

Moin Robert, Ich bin Gründer von neuroflash, einer KI-gesteuerten Software, die Copywriter:innen hilft, mit einer “magischen Feder” schneller und besser zu schreiben. Mein Hintergrund ist Psychologie, denn warum und wie wir im Kopf mit Wörtern jonglieren, fasziniert mich, seitdem ich denken kann. Die Zukunft ist mega spannend, denn dank Maschinen bin ich überzeugt, dass immer mehr Menschen den Mut haben werden, um Ihrer Stimme Raum zu geben. Und die meisten Menschen sind gut und wollen das richtige kommunizieren, davon bin ich überzeugt.

Wie du weißt, hab ich großes Interesse am Thema “KI in der Textproduktion”. Wie ist deine Sicht auf die Dinge? Wo stehen wir? Welche Anwendungsbereiche gibt es und ersetzt künstliche Intelligenz schon Autor:innen?

Als die Fotografie auf den Markt kam, haben Maler auch gedacht, sie würden bald ersetzt werden. Heutzutage nutzen die besten Künstler aber einfach alle verfügbaren Technologien, um Ihre Kunst zu verbessern. Genauso ist es mit der KI-gestützten Textproduktion. Sie hilft guten Autor:innen sogar mehr als schlechten Autor:innen, weil gute besseren Input liefern können, um der künstlichen Intelligenz zu zeigen, wie gute Texte aussehen sollen.

Wo siehst du Grenzen? Was sind die Ursachen dafür und für wie wahrscheinlich hältst du es, dass sich diese z.B. durch die Entwicklung von GPT-4 auflösen?

Alle Text-Generatoren werden besser, GPT-4 wohl inbegriffen. Die Grenzen sind letztlich zu entscheiden, was man mit den Texten denn sagen möchte. Diese Idee wird die Maschine erst mal nicht selber generieren. Menschen werden weiterhin die Geschichten schreiben, die die Welt verändern. Auch, wenn Teile davon unter technischer Beihilfe entstanden sind.

Kannst du GPT-3 kurz erklären? Welche Alternativen gibt es?

Die GPT Modelle sind autoregressive maschinelle Lernmodelle basierend auf der Transformer Architektur. Sie können Text vervollständigen und dabei bestimmten Mustern folgen. Zum Beispiel kann man Ihnen Slogans zeigen, damit sie weitere Slogans im selben Muster generiert.

Es gibt viele dieser Modelle mit unterschiedlichen Eigenschaften und Vor- und Nachteilen, AI21 und Aleph Alpha sind zwei der bekannteren Alternativen.

Warum habt ihr euch dafür entschieden, GPT-3 für neuroflash zu verwenden?

Es liefert messbar beste Qualität für die Anwendungen, die wir bereitstellen. Vor allem auf Deutsch ist die Qualität unseres Finetunings auf Basis von GPT-3 bisher unschlagbar.

Was genau können Anwender:innen mit eurer Software machen? Kannst du ein paar Use Cases beschreiben, wie Unternehmen euer Tool einsetzen?

Unsere Kunden nutzen uns vor allem zum Schreiben von Produktbeschreibungen (siehe bspw. die Sonnenbrillen von Delker), Marketing-Texten (Ads, Banners, CTAs etc.) und sogar Blogartikeln. Wir nutzen unsere Technologie auch selbst und schreiben täglich ca. fünf Blogartikel (hier ein Beispiel zu GPT-3), die uns mittlerweile sehr viel organischen Traffic bringen. Innerhalb von 15 Minuten lassen sich Texte erstellen, die David in diesem Video demonstriert:


Für welche Zwecke oder Unternehmen eignet sich neuroflash eher weniger? Könnte ich damit auch komplette Blogartikel erstellen, die inhaltlich und stilistisch genauso gut sind, als hätte ich sie selbst geschrieben?

Ja, komplette Blogartikel kann man bei uns schreiben. Diese sollten aber immer nochmal angepasst werden, um z.B. Quellen hinzuzufügen.

Welche Alternativen zu neuroflash gibt es international?

Japser.ai ist der vermutlich größte Mitbewerber, der sich aber auf den US-Amerikanischen Markt konzentriert. Wir spezialisieren uns vor allem auf den DACH-Raum, was man an der Qualität der deutschen Textvorschläge merkt, die wir stetig optimieren.

Wie sieht eure Roadmap aus? Ihr habt vor nicht allzu langer Zeit ein großzügiges Investment erhalten, was macht ihr mit diesem Geld?

Entwickeln, entwickeln, entwickeln. Wir haben noch viel vor, um das Leben von Copywriter:innen spannender und produktiver zu machen. Dazu gehören komplette Workflows, viele neue Content-Typen und Bilder.  Mit Workflows wollen wir den Kreations- und Research-Prozess gerade für längere Texte noch mehr vereinfachen. So werden wir Nutzer:innen schon performanten Content zu dem Thema als Inspiration geben. Mit DALL-E 2 werden wir auch Bildgeneration und Bildinspiration in unsere App integrieren.

Das sind sehr wichtige Themen! Seit Jahren beschäftige ich mich mit "Content Design" und stelle immer wieder fest, dass viele beim Begriff Design sofort an die visuelle Gestaltung denken. Die ist natürlich ein wichtiger Teil, um die Wirksamkeit von Content im jeweiligen Kontext zu beeinflussen, aber sicherlich nicht der einzige.  Bilder entstehen im Kopf – nicht nur durch visuelle Reize, sondern auch durch Geschichten, Analogien oder Metaphern. Sprache und Tonalität spielen abseits der visuellen Kommunikation eine entscheidende Rolle.

Es freut mich daher umso mehr, dass wir nun auch offiziell Partner sind. Was hat euch dazu motiviert, toushenne.de als Informationsplattform für Content, Design und Marketing zu unterstützen?

Wer für guten Content brennt, der gefällt uns schon vom Weiten, vom Nahen umso mehr. toushenne.de hat eine tolle Stellung am Markt und passt zu uns als professioneller Provider von Content Expertise. Wir wollen damit im deutschen Sprachraum bekannter werden und das Thema KI Text Generation mit dir gemeinsam weiter am Markt etablieren.

Sehr gerne! Du hast die Möglichkeit, dich hier direkt an Leser:innen von toushenne zu wenden: Was möchtest du ihnen mitteilen?

Gute Copy kommt aus Menschen, die etwas zu sagen haben. Vielleicht passt die magische Feder von neuroflash auch in euer Copy Command Center. Ihr könnt uns auf jeden Fall kostenlos nutzen, denn seit kurzem bieten wir 2000 Wörter pro Monat gratis an.

Gibt es sonst noch etwas, das wir über dich oder neuroflash wissen sollten?

Mich bringen Wörter im Kopf regelmäßig zum Lachen, zur Weißglut oder motivieren mich einfach weiterzumachen. Es gibt noch viel zu tun in unserem Leben. Und wer schreibt, der bleibt.

Ein schönes Schlusswort! Danke, dass du hier Rede und Antwort gestanden hast. Wir werden sicherlich noch häufiger sprechen und hier im Blog über neuroflash und die KI-gestützte Texterstellung sprechen.

neuroflash Logo

neuroflash, Partner von toushenne.de

neuroflash ist eine KI-gestützte Software zur automatischen Textgenerierung, speziell für deutsche Texte. Angepasst an deinen eigenen Schreibstil liefert der Textgenerator automatisch unterschiedliche Textvorschläge – von kurzen Headlines über Social Media Posts bis hin zu umfangreichen Blogartikeln. Das Tool bietet zudem assoziative Analysen und bewertet, ob die Texte mit Blick auf die Tonalität zur Marke passen.

Probier’s aus: mit der kostenlosen Version kannst du 2.000 Wörter pro Monat generieren.

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