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Der Content Marketing Manager – abwechslungsreich als Beruf, vielseitig als Person

Berufsbild Content Marketing Manager

Bloggst du? Produzierst bzw. publizierst du regelmäßig (digitale) Inhalte aus Gründen des Reputationsaufbaus, der Umsatzsteigerung oder anderen typischen Marketing- bzw. Business Zielen?

Ja? Würdest du dich dann als Content Marketing Manager bezeichnen?

Falls ja, bist du mit deiner Einschätzung definitiv nicht allein, aber ist sie korrekt? Oder sagen wir, berechtigt?

Der “Content Marketing Manager” wird auf etliche Kollegen stoßen, die der Überzeugung sind, sie wären ebenfalls Content-Profis, weil sie Content produzieren, zum Beispiel PR’ler, Werber, Social Media Manager oder Website-Texter. Manchem ist die Bandbreite und der mögliche Verantwortungsgrad dieses neuen Berufs einfach noch nicht klar.

Das liegt zum Großteil daran, dass das Berufsbild "Content Marketing Manager" gar nicht so eindeutig definiert ist. Ich habe mich daher für diesen Artikel mit anderen Content (Marketing) Experten wie Klaus Eck, Miriam Löffler, Carsten Rossi oder Doris Eichmeier zusammengetan, um dir eine möglichst genaue Vorstellung dieses Berufes zu vermitteln.

Weißt du, …?

  • Welche Aufgaben Content Marketing Manager verantworten
  • Welche Fähigkeiten gute Content Marketing Manager auszeichnen
  • Welche Ausbildung nötig ist und welche Möglichkeiten es gibt
  • Wie viel Content Marketing Manager verdienen
  • Welche Perspektiven Content Marketing Manager haben

Content Marketing im Unternehmen

Auch im Jahr 2020 zählt Content zu den wichtigsten Marketingthemen in Unternehmen. Dies geht bspw. aus der Trendstudie 2020 des Content Marketing Forums sowie den absolit Digital Marketing Trends hervor. Bei letzterer gaben 8 von 10 Befragten an, sich dieses Jahr weiter intensiv mit der Erstellung von relevanten Inhalten für die Zielgruppe befassen zu wollen. Ähnlich hohe Bedeutung hat – sowohl im B2C- als auch, und sogar noch stärker, B2B-Bereich – insbesondere personalisierter Content für die befragten Unternehmen der Content Marketing Trendstudie:

Content Marketing Trends Studie 2020
Quelle: Content Marketing Trendstudie 2020 / Statista, Content Marketing Forum e.V., CMCX

Diese Ergebnisse lassen vermuten, dass Unternehmen branchenübergreifend die dauerhafte Relevanz von Content verstanden haben (endlich!) und dass das Erstellen von nutzerorientierten Inhalten kein einmaliges Projekt, sondern ein kontinuierlicher Prozess ist.

Die zunehmend hohe Bedeutung von Content Marketing führt zu einem größeren Bedarf an gut ausgebildeten und erfahrenen Content Spezialisten. Somit ist das definitiv ein Job mit Perspektive und Zukunft.

Aber was genau macht ein Content Marketing Manager?

“Daily Business” eines Content Marketing Managers

Wenn ich mit Kollegen spreche, fällt mir immer wieder auf, dass unser Berufsalltag komplett anders aussieht. Der Begriff Alltag passt schon gar nicht, da es scheinbar keinen typischen Tagesablauf gibt.

Auch wenn ich selbst nicht mehr direkt im Marketing sondern immer mehr in der digitalen Produktentwicklung arbeite, so ist Content weiterhin ein zentraler Bestandteil meiner Arbeit und muss nichtsdestotrotz vermarktet werden. Ich nenne das übrigens “Content Produktisierung” – ein Artikel dazu folgt. :-)

Die Aufgaben, die wir alle verantworten, sind im Grunde relativ ähnlich (wenngleich die folgende Liste sicherlich nicht vollständig ist).

Im Kern dreht sich natürlich alles um Content – um die Planung, Produktion, Publikation und Promotion, aber auch um die Erfolgsmessung und Content-Optimierung. Und im erweiterten Sinne auch um die Kooperation mit internen und externen Stakeholdern, Dienstleistern sowie die Verankerung von Content Marketing als "Philosophie" im Unternehmen selbst.

  1. Content-Strategie
    Nur mit einer fundierten Strategie lassen sich die jeweiligen Content (Marketing) Maßnahmen erfolgreich planen, umsetzen und kontrollieren. Die Strategie legt fest, welche Inhalte für welche Zielgruppe in welchem Umfang und zu welchem Ziel gebraucht werden. Es gibt verschiedene Ansätze zur Strategieentwicklung – zum Beispiel das Content-Flow-Diagramm (Mario Janschitz), die Entwicklungs-Roadmap (Babak Zand), der 10-Punkte-Plan (Michele Linn) oder das SCOM-Framework von Mirko Lange.

    Für die Entwicklung einer Content Strategie ist je nach Unternehmens- und Abteilungsgröße – unter der Prämisse, dass es überhaupt ausgewiesene Content-Verantwortliche gibt – entweder ein dedizierter Content Stratege oder eben ein Content (Marketing) Manager verantwortlich. Nach Miriam Löffler wird damit das Ziel verfolgt,  “(...) den spekulativen Umgang mit Inhalten in ein faktenbasiertes, sorgfältig geplantes und ganzheitliches Content Management umzuwandeln.”
  2. Content Management/Organisation
    Je nach Schwerpunkt verbringt ein Content Marketing Manager viel Zeit in der Zusammenarbeit mit und Koordination von Mitarbeitern (intern wie extern), Prozessmanagement und natürlich dem Content selbst. Es gibt so viel, was wir organisieren können, dass wir unsere Aufgaben unbedingt priorisieren müssen – gemäß den definierten Zielen.
  3. Content Planung
    Das Ergebnis der Konzeption kann unter anderem ein Themenplan sein. Sinn und Zweck dessen ist, dem gesamten Team – nicht nur jenen, die mit Content täglich zu tun haben – einen Gesamtüberblick zu verschaffen, welche Inhalte (sprich Themen und Kernbotschaften) mit welchem Nutzen produziert werden sollen. Operativ erfolgt die Abstimmung mit Blick auf das Was?, Wann? und Wer? dann auf Basis eines Redaktionsplans.

    Der Content Marketing Manager fungiert hierbei meist auch als Koordinator für Content-Produzenten (intern und extern sowie für alle Gewerke, sprich Text, Bild, Audio, Video). Er oder sie weist also bspw. einzelnen Autoren bestimmte Blogartikel-Themen zu, brieft Designer für Infografiken, Präsentationen und andere visuelle Inhalte oder stimmt sich mit externen Dienstleistern ab. Oder um es mit Doris Eichmeiers Worten zu sagen:
Was in den Alltag gehört wie das Amen in die Kirche: Verbindliche Veröffentlichungstermine sowie regelmäßige Meetings mit allen Beteiligten - mit einem Redaktionsteam sowie mit den Managementspitzen der Kommunikationsabteilungen. Der Content Marketing Manager tritt an, um erstmals einen praktikablen Überblick über alle Unternehmensinhalte zu gewährleisten und um neue disziplinübergreifende Content-Ideen zu entwickeln und zu verwirklichen.

Sobald wir im Team arbeiten, werden Excel-Tabellen bzw. Google Spreadsheets schnell zu kompliziert, sodass wir entsprechende Tools einsetzen müssen. Wie Doris weiß, ist hierfür "sehr viel Vorabanalyse nötig, aber langfristig könnte ein solches Tool vor allem für größere Unternehmen sinnvoll sein, weil es für zeitsparende Routinen und Effizienz sorgt". Die Auswahl dieser Tools obliegt auch dem Content Marketing Manager, weshalb eine gewisse Expertise im Umgang mit verschiedenster Software (z.B. HubSpot, Scompler oder contentbird) definitiv von Vorteil ist.

  1. Content Produktion
    Derzeit sind Content Marketing Manager häufig Einzelkämpfer, wodurch sie auch für die Content-Produktion verantwortlich sind. Schreibtalent ist dann ebenso gefordert wie organisatorische und v.a. kommunikative Fähigkeiten (Stichwort: Stakeholder Management). Es wird nämlich nicht ausbleiben, sich zwecks Content-Ideen mit Kollegen aus anderen Abteilungen abzustimmen. Zur Produktion gehören neben Text, Bild, Audio und Video gegebenenfalls auch aufwändigere Formate wie Events (oder in kleinerem Umfang auch Webinare). Diese müssen ebenfalls im Detail konzipiert (siehe Punkt 1), beworben (siehe Punkt 5), live durchgeführt und nachbearbeitet werden.
  2. Distribution & Content Promotion
    Durch die aktive (!) Verbreitung schöpft der Content Marketing Manager das volle Potenzial seiner Inhalte aus. Über Social Media zum Beispiel können wir unseren Content – mehrfach und in diversen Formaten – auf der eigenen Seite, in Gruppen/Communities über Social Media oder durch Paid Media auch an ganz konkrete Zielgruppen ausspielen. Außerdem können wir gezielt auf Multiplikatoren bzw. “Influencer” (das können sowohl Personen als auch Blogs bzw. (Online-)Magazine sein) zugehen und unseren Content seeden. Einen schönen Erfahrungsbericht und Performance-Vergleich unterschiedlicher Promotion-Methoden findest du bei Aufgesang. Darüber hinaus stehen uns weitere "Hebel der Content Promotion" zur Verfügung, wie sie Mirko Lange so schön nennt:

    8 Hebel der Content Promotion

    Der Content Marketing Manager ist für die Auswahl der geeigneten Medientypen und Kanäle verantwortlich. Meistens erfolgt dieser Schritt schon bei der (strategischen) Content-Entwicklung. Umso größer ein Unternehmen ist, desto wichtiger ist die Auswahl und Bespielung der richtigen Distributionskanäle.

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Buchtipp: Traction, von Gabriel Weinberg

Traction, von Gabriel Weinberg

Wenn es darum geht herauszufinden, über welche Kanäle wir unseren Content (und ganz abgesehen davon auch Produkte, Dienstleistungen oder unsere gesamte Marke) erfolgreich vermarkten können, dann empfehle ich dir ein Blick auf das Bullseye Framework aus dem Buch “Traction” von Gabriel Weinberg. Der Autor beschreibt darin die iterative Herangehensweise an das was möglich, wahrscheinlich und wirklich effektiv ist.

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  1. Erfolgsmessung
    Durch die Bewertung der eigenen Content-Marketing-Maßnahmen kann der Content Marketing Manager sein Portfolio optimieren. Zudem muss er, ich zitiere Doris, "allen Content-Mitarbeitern und der Führungsspitze deutlich machen, dass Content-Qualität Unternehmensziele unterstützt und dass sie (meist indirekt) Einfluss auf den Umsatz hat. Also sollte er Metriken erarbeiten, um Content-Effizienz kontrollieren und bei Bedarf optimieren zu können. Eine jede Content-Art hat aber eigene Ziele und braucht andere Messgrößen – da sollte man nicht allzu ‘digital-dogmatisch’ vorgehen".

    Ich erinnere an dieser Stelle gerne nochmals an mein Content-Polygon zur Kategorisierung von Content-Formaten. ;-)

Anforderungen und Fähigkeiten von Content Marketern

Je nach Position innerhalb eines Teams unterscheiden sich die Anforderungen. Ist der Content Marketing Manager Einzelkämpfer in einer "klassischen" Marketingabteilung – bestehend zum Beispiel aus Performance-Marketern, E-Mail-Marketing-Spezialisten und Social Media Managern –, dann braucht er vor allem Selbstbewusstsein, Durchsetzungs- und Durchhaltevermögen, eine Leidenschaft für Zahlen zwecks Controlling und natürlich sehr viel Schreibpraxis. Steht er hingegen "weiter oben" in seiner Abteilung bzw. im gesamten Unternehmen, desto mehr Erfahrung braucht er mit Blick auf Leadership, Stakeholder Management oder Reporting.

Kompetenzprofil von Content Marketing Managern

Laut einer Studie von SEMrush, die 17.000 Stellenausschreibungen aus verschiedenen Ländern ausgewertet haben, sind es vor allem die folgenden zehn Kompetenzen, die Content Marketer mitbringen müssen:

Content Marketing Skills (SEMrush Studie 2020)
Quelle: SEMrush Studie: Content Marketing: Zahlen und Fakten für 2020

In beiden Fällen (Einzelkämpfer oder Teamleiter) kommt eine gewisse Präsentationskompetenz (und Charisma) hinzu, um andere von neuen Ideen und Visionen zu überzeugen, sowie ausgeprägte kommunikative Fähigkeiten, um sowohl intern als auch mit externen Kooperationspartnern zu verhandeln. Hartnäckigkeit und Ehrgeiz, aber auch Flexibilität gehören (in gesundem Ausmaß) zum notwendigen Skillset eines Content Marketing Managers dazu.

Doris meint außerdem, dass sich eine Art verbindliche Beschlussfähigkeit früher oder später bezahlt macht:

Man muss die Hoheit über Abgabetermine besitzen und diese auch bei Bedarf deutlich machen. In Unternehmen versanden Content-Aufträge häufig, weil sie nicht Prio 1 haben. Eine natürliche Autorität kann also nicht schaden – Gute „Chefs vom Dienst“ in den Redaktionen haben genau diese. Weil gerade im Content-Bereich sehr viel geschieht – vor allem bei den Tools – muss der Content-Manager versuchen, auf dem Laufenden zu bleiben und sich mit Kollegen aus anderen Unternehmen auszutauschen. Die Erfahrungen anderer sind gerade in einem jungen Berufsbild wie diesem unschätzbar wertvoll.


Apropos wertvoll…

Content Marketing Manager Gehalt – Wie viel investieren Unternehmen?

Ja, diese Headline habe ich bewusst provokant formuliert, denn vieles spricht für die Revolution von Content in Unternehmen. Wer bereit ist zu investieren, erarbeitet sich einen Wettbewerbsvorteil, den die Konkurrenz nur schwer – und das heißt vor allem durch ein hohes Investment – wieder wettmachen kann.

Content Marketing wirkt langfristig, darum lohnt es sich, möglichst früh damit anzufangen. Ja, auch im Jahr 2020 gibt es genug Branchen und noch mehr Unternehmen, die anderen in diesem Kontext hinterher hinken…

Die entscheidende Frage für “Investoren” ist an dieser Stelle natürlich die des Gehalts:

Wie viel müssen wir einem Content Marketing Manager anbieten?

Und aus Sicht zukünftiger Content Marketer lautet die Frage:

Wie viel kann ich im Laufe meiner Karriere verdienen und lohnt sich die Ausbildung überhaupt?

Werfen wir also einen Blick auf die aktuelle Situation:

Das Gehalt eines Content Marketing Managers variiert je nach Bundesland. Während du in Mecklenburg-Vorpommern mit ca. 2100 Euro pro Monat nach Hause gehst, kannst du in Hessen beispielsweise 1000 Euro pro Monat bzw. 12000 Euro pro Jahr mehr verdienen (gehalt.de).

Gehalt von Content Marketing Managern

Das deutschlandweite Durchschnittsgehalt liegt laut dem Vergleichsportal bei etwa 3000 Euro pro Monat. Das deckt sich auch mit dem über LinkedIn Salary ermittelten Bruttojahresverdienst in Höhe von 36.000 Euro.

Inwieweit sich diese Gehälter unternehmens- bzw. agenturseitig unterscheiden, kann ich leider nicht beurteilen. Denn einerseits spielt deine Erfahrung eine entscheidende Rolle und andererseits dein Verhandlungsgeschick, die Branche und vor allem die Größe und “Gesundheit” deines potenziellen Arbeitgebers. Ganz abgesehen von der eigentlichen Position, um die du dich bemühst, die ja wiederum von deinen Fähigkeiten abhängt.

Content Marketing Manager im Einsatz – Ein Blick auf Stellenausschreibungen

So unterschiedlich die Gehälter ausfallen können, so vielseitig ist das Einsatzgebiet eines Content Managers. Während kleinere Betriebe und Startups eher nach einem Content-Allrounder suchen, spezifizieren größere Firmen die Verantwortungsbereiche. Dort gibt es dann bspw. Content Strategen, Content Manager, Creator, Designer oder Developer.

Auch wenn die meisten von uns Content-Verrückten von so einem stark besetzten Allstars-Team träumen, ist es zumindest aktuell noch eher die Ausnahme. Dennoch nimmt die Nachfrage kontinuierlich zu. Ein kurzer Blick auf LinkedIn Jobsuche zeigt über 14.000 aktive Stellenanzeigen im Content. Mit über einem Drittel werden am häufigsten Berufseinsteiger gesucht. Fast genauso viele Gesuche richten sich an Berufserfahrene.

Jobs für Content Marketing Manager

Dieses Ergebnis verdeutlicht die hohe Nachfrage von Content-Experten und zeigt das Entwicklungspotenzial. Je mehr Erfahrung und Know-how du mitbringst, desto wertvoller bist du für ein Unternehmen (als Allrounder).

Hier ein paar Beispiele, die die aktuelle Stellensituation sehr gut wiedergeben:

 

Aber keine Sorge, wenn du nicht auf Anhieb alle Anforderungen erfüllst. Das ist in den seltensten Fällen so. Wichtig sind die Schlüsselerwartungen, sowohl auf deiner Seite, als auch auf der des Unternehmens. Sind diese auf beiden Seiten gegeben oder werden Sie vom jeweils anderen bedient, ist auch ein Unternehmen gerne bereit, ein paar Schritte auf dich zu zumachen.

Karrierechancen für Content Marketing Manager

Geht es nach Klaus Eck, ist Content Marketing keine Erstausbildung, denn "letztlich setzt das Content Marketing einige Erfahrungen in redaktioneller Hinsicht sowie in Marketing und PR voraus. Entsprechende Studiengänge oder Praxiserfahrungen halte ich für sehr sinnvoll. Zu theoretisch sollte das Vorgehen beim Content Marketing nicht sein. Aus diesem Grunde lohnt es sich, interdisziplinäre Erfahrungen gesammelt zu haben".

Ich sehe das ähnlich, zumal auch ich weder Content Marketing noch Kommunikation studiert hab. Zumindest nicht im Hauptfach ... Viel Wissen habe ich mir durch ein grundlegendes Interesse und Eigeninitiative erarbeitet, wodurch irgendwann das eine (v.a. mein Blog) zum nächsten führte. Auch Leute wie Miriam Löffler, Autorin des Buches Think Content! (siehe unten) wissen nicht so genau, wie sie zu Content-Strategen wurden:

Ich habe einfach mit den Themen, die heute im Rahmen von „Content Marketing“ und „Content Strategie“ diskutiert werden, seit meinem 1. Job bei Amazon als Managing Editor immer gearbeitet. Mal aus Webmanagement-Perspektive, als Projektleiterin, Konzepterin, Texterin, als Business Development-Managerin, PR-Tante, oder als Produkt- & Marketingverantwortliche im crossmedialen Umfeld.

 

Vieles lässt sich wohl tatsächlich durch das Verschlingen zahlreicher Bücher und Blogs erlernen – zumindest in der Theorie. Eine spezifische Ausbildung hilft dann, dieses Wissen in der Form zu strukturieren, dass du es praktisch anwenden kannst. Weiter unten im Text stelle ich dir meine Favoriten und alle wichtigen Standardwerke vor, die in keinem Marketer-Bücherregal fehlen dürfen.

Ausbildung zum Content Marketing Manager

Eine Berufsausbildung im klassischen Sinne gibt es zwar noch nicht, aber dafür zahlreiche Alternativen, die eine gute Grundlage darstellen können. Beispielsweise die Ausbildung zum Mediengestalter, Kauffrau / Kaufmann für Marketingkommunikation oder im Bereich Kommunikationsdesign. Darüber hinaus gibt es auch einige private Träger, die eine Aus- und Weiterbildung anbieten.

Content Marketing studieren

Mit Blick auf die derzeit ausgeschriebenen Stellenangebote zeigt sich ein übergreifend homogenes Bild des erforderlichen Bildungsabschlusses: In den meisten Fällen wird ein abgeschlossenes Studium aus den Bereichen der Kommunikationswissenschaften, Medienwissenschaften oder dem Journalismus vorausgesetzt.

Zu den prominenten Ausbildungsmöglichkeiten gehört das Masterstudium "Content-Strategie" an der FH Joanneum in Graz. Dort studieren Berufstätige aus unterschiedlichen Unternehmen und den Lehrenden wird immer wieder klar: den „Standard-Content-Manager“ kann es nicht geben, weil ein jedes Unternehmen andere Bedürfnisse hat. Die einen brauchen dringend SEO-Know-how, andere journalistische Kompetenz, andere müssen erst ihre Marke definieren, um passende Themenfelder erobern zu können. Dementsprechend vielfältig ist das Studienangebot aufgestellt: Von Content-Modelling, ersten Programmierkünsten, journalistischen Text- und Videoübungen, Marketing- und Markenwissen und vieles mehr. Ein großer Schwerpunkt liegt in der Methodenauswahl: Mit welchen Mitteln analysiere ich Content und Verbraucherbedürfnisse, um im Anschluss passendes Content-Marketing praktizieren zu können? Dort lehren unter der Leitung von Heinz Wittenbrink erfahrene Dozenten wie eben Klaus Eck oder Doris Eichmeier.

Weiterbildung zum Content Marketing Manager

Ein weiteres attraktives Angebot bietet die Social Media Akademie. Mirko Lange hat dort zusammen mit klugen Köpfen wie Carsten Rossi und Stephan Tiersch einen Content Marketing Lehrgang eigens für das SCOM-Framework ("SCOM" steht für Strategisches Content Marketing) ins Leben gerufen. Ebenfalls erwähnenswert sind die Seminare der eMBIS, die ursprünglich von Miriam Löffler und mittlerweile von Michael Firnkes (der Co-Autor von Blog Boosting) geleitet werden, sowie das Programm der Leipzig School of Media.

Welche Perspektiven hat der Beruf des Content Marketing Managers?

Wenn es nach Doris geht, ist das Anstellen eines Content (Marketing) Managers eine der wichtigsten Investitionen, die ein Unternehmen aktuell tätigen kann. “Mit seinen Kenntnissen trägt er zur Content-Qualität bei, die in Zeiten des Content-Overflows Bedingung ist und macht diese messbar. Viele Unternehmen sind, seien wir mal ehrlich, noch sehr weit davon entfernt.” Und weil es aktuell eben noch weniger Content-Strategen oder Content-Marketing-Profis gibt, als es braucht, müssen Unternehmen Quereinsteigern eine Chance geben, sich zu bewähren.

Der Jobreport 2020 von LinkedIn verdeutlicht zudem den Trend hin zu digitalen Jobs. Unter den Top 10 Berufen haben ganze acht Jobs mit dem Internet, der Automation oder IT zu tun. Gleiches Bild zeigt sich unter den Top Branchen:

LinkedIn Top Skills

Die größte Herausforderung für Content Marketer, so Miriam, wird dabei sein, "in einem Unternehmen die Unterstützung zu bekommen, die man braucht: Zeit, Budgets, Support beim Content-Controlling, Möglichkeiten zum Testen von Inhalten usw. Das Internet ist kein ‘Neuland-Thema’. Die meisten Unternehmen müssen verstehen, dass sie langfristig eine zweite Firmen-Niederlassung leiten müssen – im digitalen Raum. Diese muss man ebenso professionell aufbauen, wie einen ‘Offline-Firmenstandort’. Und - die Leute, die diese Präsenz in Schwung bringen können, brauchen ihren festen Platz im Organigramm – sprich, ein Marketing-Mitarbeiter kann langfristig nicht immer noch alle Content-Themen en passant mitjonglieren".

Klaus ist der Meinung, dass es in vielen Unternehmen zu wenige Experten für die eigene Content-Strategie und für das Content-Marketing gibt. “Das eröffnet sehr gute Berufsperspektiven für Content-Strategen und Content Marketer. Viele klassische Disziplinen wie PR und Marketing werden durch die neuen Entwicklungen auf den Kopf gestellt. Dadurch ist der Lernstoff, der derzeit in entsprechenden Studiengängen vermittelt wird, nicht immer State of the Art. Journalisten sind noch keine Content Marketing Professionals. Dazu gehört weit mehr. Wer seine Expertise in einem Content Marketing-Studium nachweisen kann, wird davon in den kommenden Jahren sicherlich auf dem Arbeitsmarkt profitieren".

Das klingt, wenn du mich fragst, alles ziemlich vielversprechend!

Und ich kann dir aus eigener Erfahrung garantieren, dass dieses Themen- bzw. Berufsfeld extrem viel zu bieten hat und sich ständig neue Herausforderungen auftun, die es zu bestehen gilt! :-)

Bücher, Blogs & Podcasts – meine Lese- bzw. Hör-Empfehlungen zu Content Marketing

Für alle, die erstmal in das Thema Content Marketing einsteigen wollen, empfiehlt sich meiner Meinung nach noch immer der Griff zum Buch. Wichtige Definitionen, praxisnahe Beispiele und Methoden werden in solchen gut strukturiert vermittelt. Zur Ergänzung der Basisliteratur gibt es zahlreiche Videos, die dir manch trockene Theorie an guten und realistischen Beispielen veranschaulichen. Umfassende Nachschlagewerke sind meist breit aufgestellt, sodass sie dir eine grundlegende Orientierung für das Thema Content geben. Themenspezifische Fachliteratur ermöglicht dir im Anschluss einen tieferen Einblick und Spezialisierung. Nachfolgende Bücher kann ich dir, unabhängig von meiner Partnerschaft mit dem Rheinwerk Verlag, wärmstens empfehlen:

Think Content! (Rheinwerk Verlag)

Think Content! (Rheinwerk Computing)*

Mit diesem Buch haben die Autorinnen Miriam Löffler und Irene Michl das Standardwerk zum Thema Content geschaffen. Es bietet dir zahlreiche Ansätze, hilfreiche Tipps und super Beispiele aus der Praxis. Für mich zählt es zu den wichtigsten Nachschlagewerken, sowohl für Anfänger als auch Fortgeschrittene.

Content Design Buch

Content Design (Hanser Fachbuch Verlag)*

In unserem Buch erklären Ben und ich wie du mit Gestaltung die Conversion beeinflussen kannst. Die Verschmelzung von Content und Design im Kontext des Marketings ermöglicht es dir, deine Webseitenbesucher noch besser von deinem Angebot zu überzeugen und sie gleichzeitig optimal durch deine Seite zu lenken.

Inbound! (Rheinwerk Verlag)

Inbound! (Rheinwerk Verlag)*

Dieses Buch ist der perfekte Einstieg für alle, die sich mit Inbound Marketing auseinandersetzen wollen. Die Autoren Britta und Tobbias Schlömer geben dir einen praxisnahen Einblick in die tägliche Arbeit und führen dich in alle Arbeitsbereiche ein. Mit “Inbound!” machst du deine Kunden glücklich und bringst dein Marketing nachhaltig voran.

Content Marketing (verwandte) Podcasts & Blogs

Es gibt viele Podcasts, die ich dir empfehlen könnte und noch mehr, die ich selber gelegentlich höre. Das Problem ist, dass es schnell zu viele werden. Bei den meisten sind einfach nur einzelne Episoden von Interesse, daher schaust du am besten einfach mal ins jeweilige Archiv. Empfehlen will ich hier aber vor allem die folgenden vier Content Marketing Podcast::

  • Content Kompass (Deutsch) – Gidon Wagner und Olaf Kopp diskutieren mit unterschiedlichsten Gästen worauf es bei Marketing und Kommunikation über Inhalte ankommt.
  • Rechtsbelehrung (Deutsch) – Das Thema Recht muss kein Lieblingsthema werden, aber es ist für Content Marketer ein extrem wichtiges und du solltest dich auf jeden Fall regelmäßig damit auseinandersetzen. Rechtsanwalt Dr. Thomas Schwenke macht das in seinem Podcast sogar recht unterhaltsam. ;-)
  • The Content 10x Podcast (Englisch) – “10X” ist ein Thema, mit dem ich mich auch schon beschäftigt habe und ein Konzept, das ich selbst bei all meinen Produktionen stets im Hinterkopf habe. Hör rein, die meisten Folgen sind kurz und knackig.
  • Animalz (Englisch) – Wie auch in ihrem überaus empfehlenswerten Blog beschäftigen sich die “Animalz” mit Content in all seinen Facetten – von der Konzeption, Organisation bis zur Distribution.

Und dann wären da noch Content Jam, Copyblogger FM, den ProBlogger Podcast oder Content, Inc., denen du womöglich etwas abgewinnen kannst.  

Darüber hinaus gibt es eine Content Marketing Blogs, die ich dir besonders ans Herz legen kann (die Reihenfolge hat keine Bedeutung):

  • Suxeedo Magazine (Deutsch) – Fionn Kientzler und sein Team schreiben extrem fundierte Artikel und legen dabei großen Wert auf den Aspekt der Messbarkeit von Content.
  • SEM Deutschland – Olaf Kopps Fachartikel erreichen ungeahnte Tiefen und für spezielle Themen ist dieser Blog eine absolute Goldgrube.
  • Orbit Media (Englisch) – Die “Orbiteers” um Andy Crestodina practice what they preach, wie man so schön sagt und gehen ihr eigenes Content Marketing sehr methodisch und sehr SEO-spezifisch an. Ich empfehle dir, nicht nur die Artikel zu lesen, sondern auch ihre Struktur und die Art, wie sie promotet werden, zu verstehen.
  • Ahrefs (Englisch/Deutsch) – Joshua Hardwick hat als Head of Content einen hervorragenden Blog rund um die Themen Content & SEO aufgebaut, den es mittlerweile sogar auf Deutsch zu lesen gibt.

Naja, und hier auf toushenne.de hast du ja vielleicht auch noch den einen oder anderen Artikel nicht gelesen… ;-)

Und wenn das alles nicht reicht, dann schau dir gerne noch meine Buch-Empfehlungen an und lass dich von tollen Autoren inspirieren!

Let’s face it: Content zählt zu den wichtigsten Unternehmensbereichen, die ist aktuell gibt

Content, nicht Content Marketing! Wir müssen aufpassen, dass wir hier nicht ein weiteres Silo etablieren, sondern Content strategisch im gesamten Unternehmen verankern – auch und vor allem außerhalb des Marketings. Carsten Rossi, Geschäftsführer der Content Marketing & Corporate Publishing Agenture Kammann Rossi, sieht das ähnlich kritisch wie die Erfindung des Chief Digital Officers. “Als Katalysator für eine begrenzte Zeit mag so etwas eine Symbolwirkung haben, als langfristige Position schadet es mehr als es nutzt, weil es den Ressourcenverteilungskampf innerhalb von Organisationen nur noch verschärft. Wenn Content Marketing ein Paradigmenwechsel werden soll, muss es die Gesamtkommunikation bis in alle Facetten prägen und darf keinesfalls ‘neben’ etwas stehen.”

Das lass ich gerne so stehen.

Im Überblick: Expertenmeinungen zum Beruf des Content Marketing Managers

Berufsbild Content Marketing Manager - Expertenmeinungen
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